IMU – Bi Abi anta wa Ummi ya Rassoula Allah – Abu Ibraheem al-Almani

In letzter Zeit ist die Medienabteilung der Islamischen Bewegung Usbekistans – Jundallah – doch recht aktiv. So wurde diese Woche unter anderem schon das dritte Schreiben der Chouka Brüder veröffentlicht (siehe Schreiben 1 und Schreiben 2) und  gestern wurde ein Video mit dem Titel “Der Mujahid” ins Internet gestellt. Das Besondere an diesem Video ist, dass es auf Russisch ist, denn normalerweise benutzt Jundallah Arabsich oder Deutsch in ihren Veröffentlichungen.

Dieses Schreiben ist, wie bereits das Letzte von Abu Ibraheem verfasst worden und trägt den Titel “Bi Abi anta wa Ummi ya Rassoula Allah”. Im Text wird dieser Satz aufgegriffen und als Ausspruch des Propheten Muhammad dargestellt. Er wird wie folgt übersetzt: “Ich opfere meinen Vater und meine Mutter für dich, oh Gesandter Allahs.” Mit diesem Zitat wären wir dann auch schon beim Thema des Textes. Er geht auf das Problem ein, dass diejenigen, die in den Jihad ziehen wollen, glauben, dass ihre Eltern dies nicht verkraften würden bzw. es erst gar nicht erlauben.

Bereits vor einiger Zeit wurden von Abu Ibraheem eine Video-Predigt und ein Nasheed mit dem Titel “Mutter bleibe standhaft” veröffentlicht. Wie der Titel schon vermuten lässt, handelt es sich dabei mehr oder weniger um eine Rechtfertigung, warum sie weggegangen sind und das die Eltern insbesondere die Mutter nicht traurig sein dürfe, schließlich würden sie nur ihre religiöse Pflicht erfüllen.

Ob die Zustimmung der Eltern erforderlich ist oder nicht, wird schon lange sehr kontrovers diskutiert. Als Beispiel möchte ich nur einen Text von Abdallah Azzam nennen, in dem er unter anderem auch auf dieses Problem eingeht. Das Buch heißt “Die Verteidigung der muslimischen Länder. Die wichtigste (höchste) der allgemeinen Pflichten”. Hier gibt es den Text auf Arabisch.

Dabei gibt es hauptsächlich zwei Meinungen. Zum einen die, dass man unbedingt die Erlaubnis seiner Eltern einholen muss und sie Gegenmeinung dazu, dass der Jihad eine Pflicht ist, die jedem Muslim obliegt und er sich deshalb zur Not auch über ein Verbot der Eltern hinweg setzen soll. Denn der Gehorsam den Eltern gegenüber hebe nicht die Pflicht zum Jihad  auf. Diese Meinung vertritt Abu Ibraheem.

“Doch erstaunlicherweise sind es sehr häufig zwei Personen, die die Jugend daran hindern die Schlachtfelder zu  besiedeln. Ja richtig geehrte Geschwister, unsere lieben Eltern; sie sind eine Fitnah.
Viele Jugendliche sind auf Grund ihrer Eltern daheim geblieben, ernten nicht die gewaltige Belohnug im Jihad und wissen gleichzeitig, dass sie sich in Sünde befinden.”

Im Verlauf des Textes versucht Abu Ibraheem an Hand einiger Beispiele und Meinungen von Gelehrten darzulegen, dass man sich über das Verbot seiner Eltern hinweg setzen muss, denn es sei eine allgemeine Pflicht in den Jihad zu ziehen.

Das so wenig junge Muslime überhaupt bereit seien in den Jihad zu ziehen und sich dann noch ihren Eltern wiedersetzen würden sei so, weil die Muslime, die im Westen leben, nichts von der Unterdrückung mitbekommen. So würden sie nachts nicht durch Bomben aus dem Schlaf gerissen. Zu dem würden sie jeden Tag von der Dunya (die diesseitige Welt, die voller Versuchungen ist) von ihrer wahren Pflicht abgelenkt und der Satan hätte da auch noch seine Finger im Spiel.

Das mögliche Idealbild des Jihad sieht Abu Ibraheem in Palästina, allerdings existiert dieses Bild meiner Meinung/Erfahrung nach nur einen seinem Kopf.

“Der Jihad dort ist mittlerweile zu einem Lebensstil für die ganze Familie geworden. Die Mütter sind es selbst die  dort ihre Kinder sobald sie das 15. Lebensjahr erreichen, eine Waffe in die Hand geben und sie zum Jihad schicken. Da aber der Jihad Fardu-Ain ist, wie durch Allahs Gnade die meisten Jugendlichen auch verstanden haben, ist man natürlich nicht entschuldigt, wenn man nicht gerade die Mutter hat, die einem eine Kalaschnikov in die Hand drückt und sich freut wenn sie von der Shahada ihres Sohnes am Telefon hört.”

Salah ud-Din al-Ayyubi (Saladin) darf als einer der Prototypen des Mujahedeen natürlich auch nicht fehlen und so verweist Abu Ibraheem darauf das auch er eine Mutter zurückgelassen habe, als er in den Kampf zog.

Am Ende seines Teils geht er noch auf ein Hadith ein:

“Der Gesandte Allahs (a.s.s.) sagte: “Wer etwas Kleines für Allah lässt, dem wird Allah es mit etwas Besserem ersetzen”.
Wie ist es dann erst, wenn jemand etwas so Großes wie seine Eltern für Allah lässt? Aus Erfahrung wissen wir, dass kein Mujahed, der rausgegangen ist, es jemals bereut hat, seine Eltern hinter sich gelassen zu haben. Allah  füllt das Herz des Mujaheds mit der Sakina und mehrt den zurückgelassenen Eltern, durch die gewaltige Aufopferung ihrer Kinder an Verständnis in der Religion. Und es kommt häufig vor, dass die Mütter und Väter nach einer kurzen Phase der Verzweiflung, den eingeschlagenen Weg ihrer Kinder akzeptieren und manche folgen ihnen sogar bis in den Jihad.”

Danach ist noch ein Abschiedsbrief einer Deutschen abgedruckt, den sie ihren Eltern schrieb. Der Brief ist auf den 5. August 2008 datiert. Leider fehlt mir heute die Zeit um noch auf den Brief einzugehen aber das werde ich hoffentlich morgen nachholen, da ich einige Stellen des Briefes sehr interessant finde.

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