Statements salafistisch (jihadistisch) deutscher Internetseiten zum “Frankfurter Attentat”

Nach dem schrecklichen Anschlag, bei dem gestern zwei amerikanische Soldaten gestorben sind, möchte ich  kurz einige Statements deutschsprachiger salafistischer jihadistischer Internetseiten, zu diesem Thema, beleuchten.

Mittlerweile  wird wohl davon ausgegangen, dass Arid U. ein Einzeltäter war und keine terroristische Organisation hinter sich hatte. Er soll sich in letzter Zeit wohl auffallend schnell im Internet, durch den Besuch salafistischer Internetseiten, die zum Teil auch direkt zum Jihad aufrufen, radikalisiert haben. So sagt die Frankfurter Rundschau (siehe hier), dass er auf seiner Facebookseite, die seit heute Morgen gesperrt ist, Pierre Vogel bei seinen Interessen angab. Pierre Vogel ist Mitglied im Verein “Einladung zum Paradies” (EZP), der in Deutschland als sehr dubios wahrgenommen wird und auch immer wieder unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes steht.

Zunächst möchte ich auf ein Videostatement des Vereins “Einladung zum Paradies” eingehen, in dem sich Sven Lau – ein deutscher Konvertit – von dem Anschlag distanziert und die Verbindungen, die laut der Presse zwischen seinem Verein und Arid U. bestanden haben sollen leugnet. In seinen Augen ist das die typische Hetze der Medien. Allerdings ist dieses Video, sowohl auf der Seite von EZP als auch auf YouTube gelöscht worden, sobald es wieder auftaucht werde ich noch etwas näher drauf eingehen.

Als zweites möchte ich auf den Beitrag eines Blog eingehen, der vor allem durch die Verbreitung jihadistischer Materialien sich größerer Beliebtheit erfreuen dürfte. So veröffentlicht dieser Blog regelmäßig Video – und Audiodateien, sowie Statements der Islamischen Bewegung Usbekistans.

Zuerst schildert er nur die Ereignisse, ohne diese zu kommentieren. Er zitiert den hessischen Innenminister und übernimmt dessen Deutung, dass es sich bei dem Attentat um eine islamistisch motivierte Tat handele. Als Begründung für die Tat, die für ihn wohl vollkommen legitim ist führt er an, dass die „westlichen Kreuzritter“ nun auch schon in Europa unbeliebt seien.

“Die Unbeliebtheit der westlichen Kreuzfahrer macht sich nicht nur dort, wo sie Terror verbreiten bemerkbar, sondern auch hier in Europa nimmt der Hass auf sie zu.

Möge Allah  (swt) den Bruder aus Kosovo für seine wundervolle Tat segnen und beschützen und dem Terror der Kreuzfahrer ein Ende bereiten.”

Am Schluss will ich noch auf ein drittes Statement eines deutschsprachigen jihadistischen Blogs eingehen. Dieser beginnt mit der Feststellung, dass das Attentat „islamisch motiviert“ gewesen sei. Danach kommentiert er einen Artikel von „Die Welt“, an dem man seiner Meinung nach die schlecht Qualität des deutschen Journalismus bemerke. Diesen bezeichnet er im Laufe des Textes immer wieder als „Gossenjournalie“. Dabei stellt sich ihm zuerst die Frage nach dem Tatmotiv, die er sehr ähnlich zum vorherigen Statement beantwortet. Der Autor hat den Blog des vorherigen Statements mitbegründet, bevor er sich “selbstständig machte. Somit dürfte nicht verwundern, dass die beiden Meinungen doch recht nahe beieinander liegen.

Da haben wir schon ja schon ein passendes Tatmotiv. Die Kuffar führen Krieg gegen die muslimischen Länder  und töten dort Muslime. Und es braucht auch keiner so tun als ob das nicht so wäre oder scheinheilig retorische Fragen stellen. Es ist so.”

Einen weiteren Punkt, der ihn aufregt, ist die Doppelmoral, mit der der Westen, seiner Meinung nach, dieses Attentat und zum Beispiel Angriffe der ISAF unterschiedlich bewertet.

“Man muss sich aber vorher schlau machen, denn so theatralisch wurde nicht mal über die totgebombten Afghanen (entführte Tanklaster wurden bombardiert aber soviele tote Zivilisten? Also irgendwas is daran faul…)  hierzulande berichtet obwohl die Bundeswehr dieses Massaker zu verantworten hatte. Es gibt einen Begriff für  solche eine Haltung: Doppelmoral.”

Für die Reaktionen von Politiker wie Merkel und Obama hat er auch nichts anderes als Hohn übrig:

“Leere Worte von Menschen, die ohne Gewissensbisse junge Leute für eine sinnlose Weltanschauung in den  sicheren Tod schicken genauso wie Hitler es tat. Jedoch ist es heute nicht der Nationalsozialismus der die freien  Völker bedroht sondern die Demokratie mit ihrem Kapitalismus. Und wenn mich nicht alles täuscht hat die  Demokratie mit ihrem Kapitalismus jetzt den zweiten Platz direkt nach dem Kommunismus als  Menschenvernichtungsideologie eingenommen und somit den Nationalsozialismus abgelöst.”

Zu den Internetspuren, die oben schon mal erwähnt habe, sagt er, dass sich einige Journalisten “als Heuchler den Zugang zu islamischen Foren erschlichen hätten”. Zu dem lehnt er die Bezeichnung “heiliger Krieg gegen alle Ungläubigen” ab und bezeichnet die als “ausgemachten Quatsch. Für ihn ist das Attentat ein “Teil des Jihads gegen die westlichen Kreuzzügler”. Aus einer jihadistischen Perspektive heraus, relativ verständlich, warum er die zweite Bezeichnung bevorzugt. Denn der kleine Jihad – der bewaffnete Kampf, oft fälschlicherweise mit Heiliger Krieg übersetzt – darf nur in einer defensiven Absicht angewandt werden. Die erste Bezeichnung würde wohl zu sehr vermuten lassen, dass es sich dabei um einen Angriffskrieg der Muslime handele, der aus ihrer Sicht eben nicht haltbar wäre. Aus ihrer eigenen Perspektive sehen sie sich aber mit einem von der westlichen Welt begonnen Krieg konfrontiert, womit das klassiche Verständiss eines defensiven Jihad für sie wieder passt.

“Diese Tat ist nur eine Antwort auf alle das Unrecht. Und all dieses Unrecht lässt das Herz bluten, wen wundert es also noch, dass es Menschen gibt, die so handeln? Ich fordere jeden zu einer Debatte heraus, der meint, das er die Tat von Arid U. nicht nachvollziehen kann.”

Das Arid U. seine Welt in Gläubige und Ungläubige aufteilte ist für den Autor das normalste der Welt und sieht dies unter dem Prinzip von al-Wala’ wa-l-Bara’ – siehe dazu einige meiner vorherigen Blogposts.

“Die Welt in Kuffar und Muslime aufzuteilen ist das normalste der Welt. Ihr teilt ja auch die Welt auf zwischen Muslimen und Kuffar. Man nennt das Al Wala wal Bara. Hass und Liebe für Allah SWT. Ohne Al Wala wal Bara ist der Glaube nicht vollkommen, wenn überhaupt vorhanden. Al Wala wal Bara hindert den Moslem daran sich mit den Kuffar gegen die Muslime zu verbünden.”

Zum Schluss will ich noch ein Zitat bringen, wie der Autor zum Jihad steht.

“Ich selber will ja noch lange aktiv sein und würde mich davor hüten direkt zum Jihad aufzurufen, weil das eine Straftat darstellt (Aufruf zu einem fremden Wehrdienst.) Jedoch kann man erläutern, dass es Pflicht für jeden Moslem ist in den Jihad zu ziehen. Jeder Moslem soll nun die Konsequenzen aus diesem Hukm ziehen. Und ja Jihad ist eine sehr schöne Ibada und sehr segensreich. So siehts aus. Und man darf sich natürlich verteidigen wenn die Kuffar angreifen. Ihr Kuffar greift sogar präventiv an. Schämt euch gefälligst was, dass ihr der Ummah vorwerft, dass sie sich verteidigt.”

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