Deutschsprachige Stellungnahmen zum Tode Usama b. Ladens

Ich will einige Statements zum Tode Usama b. Ladens wiedergeben, die ich auf deutschsprachigen Blogs und in Foren gefunden habe, die man als salafistisch bzw. jihadistsich bezeichnen kann.

Ein einhelliger Tenor bei allem was ich bis jetzt gelesen habe, ist dass die meisten den Tod von Usama b. Laden noch nicht glauben oder wahrhaben wollen und diese Nachricht erst ernst nehmen würden, wenn sie von “muslimischen Brüdern bestätigt wird”. Ebenso wird das Bild, das gestern in den Medien kursierte und das den toten Usama b. Laden zeigen soll, nur mit Spott und Hohn bedacht und als schlecht Fälschung tituliert. Es wurden recht schnell auf YouTube Videos hochgeladen, die beweisen wollten, dass das Foto gefälscht ist. Aus den Diskussionen um das Foto entwickelten sich dann die “üblichen” Verschwörungstheorien, die immer auftauchen, wenn es um al-Qaeda und die USA geht.

“Solange es nicht von den Muslimin bestätigt wurde ist es eh nur leeres Gerede. Und das Bild ist echt schlecht gemacht worden”

Des weiteren wird in den Foren darüber diskutiert, inwieweit Usama b. Laden durch seinen Tod zu einem Mythos wurde. oder wird  Manche vertreten die Meinung, dass der Mythos b. Ladens, nach dessen Tod, jetzt noch größer wird und als Magnet dienen könnte, um neue Jihadisten zu rekrutieren.

“Mit der Shahada von Osama bin Laden erschaffen die demokratistischen Terroristen lediglich ein Mythos der wesentlich effektiver weiterleben kann. Er (rahimullah) ist in Wirklichkeit vollkommen uninteressant. Die US-Terroristen haben nicht Osama bin Laden Shahid gemacht, sondern die Vorstellung in ihrem Bewusstsein. Die Demokratisten denken das sie damit ein Sieg errungen hätten. Das zeigt nur die Unwissenheit, sowohl des Volkes als auch der Regierung. Denn eine Schlacht zu gewinnen bedeutet nicht den Krieg gewonnen zu haben.”

Das die USA die Leiche Usama b. Ladens im Meer beerdigt hätten, um eine mögliche Pilgerstätte für Jihadisten bzw. Islamisten zu verhindern, wird lächelnd mit der Frage kommentiert, ob sie denn nicht wüssten, dass die Verehrung von Verstorbenen und das Pilgern zu deren Gräbern in der Salafiyya nicht erlaubt wären. Dies ist zwar richtig und die meisten Jihadisten sind auch sehr rigoros in der Einhaltung der Vorschriften, aber dennoch könnte ich mir gut vorstellen, dass ein mögliches Grabmal Usama b. Ladens zu einer Pilgerstätte geworden wäre, denn bereits zu Lebzeiten, hatte ich in manchen Videos, das Gefühl, dass ihm eine so große Verehrung entgegen gebracht wurde, dass ich mich wunderte, wie dieses Verhalten mit den strengen Regeln der Salafiyya zu vereinbaren sei.

Auf einem Blog, der regelmäßig jihadistisches Material publiziert, wurde erst nur relativ kurz darauf hingewiesen, das b. Laden gestorben sein soll und es werden westlichen Nachrichtenportale als Quelle angegeben. Kurz darauf wird in einem neuen Blogpost auf ein Statement der Tehrik e Taliban Pakistan (TTP) hingewiesen, die behaupten das er noch leben würde. Dieser Post ist dementsprechend betitelt:

“Unser geliebter Sheikh ist nicht gefallen!”

Die Stellungnahme der TTP wird auch direkt als Beweisdafür genannt, das er noch Leben würde.

“Die Kuffar können nur noch symbolische Erfolge vorweisen. Militärisch sind die geschlagen, ähnlich wie die Russen in Tschetschenien. So oft haben die Russen behauptet, dass Doku Umarov gefallen ist und er meldete sich immer wieder zurück.”

Im Kommentarbereich entspinnt sich eine Diskussion, die dem Muster folgt, das ich oben beschrieben habe. Auf einen Kommentar möchte ich näher eingehen. Er wurde vom Benutzer jundullah2010 verfasst. Er ist davon überzeugt, dass Usama b. Laden nicht Tod ist und er sich in den nächsten Tagen mit einer Videobotschaft melden werde,

“um die “Freude” der Kuffar zu dementieren”

Für jundullah2010 steht fest, dass die USA die Lüge über den Tod von b. Laden nur verbreiten, weil sie sich demnächst aus Afghanistan und dem Irak vollkommen zurückziehen wollen und es so nicht wie eine Niederlage aussehen würde. Außerdem versteht er die Hoffnung des Westens nicht, dass mit dem Tod b. Ladens, der Terror aufhöre, denn der Jihad hänge nicht von einer einzelnen Person ab, sonder sei eben eine Pflicht für jeden Muslim.

“Egal wie das Ende dieses großen Mannes (Shayk Osama) sein wird. Der Jihad hängt nicht von einem Mann oder Organisation ab, sondern ist die Pflicht Allah gegenüber und Allah ist DER LEBENDIGE-BESTÄNDIGE, und deshalb wird er (Jihad) unvermindert weiter geführt bis zum Tag der Auferstehung -alhamdulillah !!”

Gestern wurde auf demselben Blog noch ein Statement zum Tode Usama b. Ladens veröffentlicht.

“Seitdem diese, durch die Mudschahidien nicht-bestätigte Botschaft an die Öffentlichkeit gelangt ist, verbreiten sich sehr viele Gerüchte.

Die Vorgehensweise der ungläubigen Ratten, wenn sie denn überhaupt unseren geliebten Sheikh zum Märtyrer gemacht haben sollten, werfen einige Fragen auf.”

Es wird die Frage aufgeworfen, warum er so schnell bestattet wurde, aber zugleich weisen sie darauf hin, dass sie nicht in irgendwelche Verschwörungstheorien abschweifen wollen und erst einmal auf Stellungnahmen der Mujahideen warten würden. Außerdem weisen sie daraufhin, dass wenn er gestorben sei, er nur mit Gottes Willen den Märtyrertod hätte sterben können – hier sieht man den Glauben an die Prädestination, der in der Salafiyya weit verbreitet ist. Zu dem sei der Märtyrertod, der Tod den sich jeder Muslim wünschen würde. Im weiteren Verlauf, wird kurz geschildert, dass sich Usama b. Laden seit seiner “frühen Jugend” den Islam auf dem Schlachtfeld verteidigt hätte.

“Der edle Sheikh ist ein Sieger, für uns ist es eine frohe Botschaft wenn er als Märtyrer gefallen sein sollte, und ebenso,  falls er noch am Leben sein sollte. Sobald es neue Nachrichten seitens der Al-Qaida Geschwister gibt, werden wir diese hier veröffentlichen, mit der Erlaubnis Allahs dem Erhabenen.

Die Mudschahidien werden kommen und gehen, doch der Jihad und Kampf wird inschallah bis zum jüngsten Tag bestehen bleiben.”

Auf einer weiteren Seite, wird ein Blogpost mit folgenden Worten betitelt:

“Die Osama Lüge um das Gesicht zu bewahren”

Für den Verfasser steht fest, dass die USA nach “zehn Jahren sinnlosem Krieg” diesen Erfolg bräuchten.

“Man hätte Osama Bin Laden in einem Anwesen im pakistanischen Grenzgebiet gefasst? Der Mann, der seine Familie, seine Milliarden und sein gesamtes Hab und Gut hinter sich gelassen hat, um in den Bergen Afghanistans mit verärmten Bauern gegen die Sowjets zu kämpfen? Dieser Mann soll sich in einer Villa mit Sicherheitskräften aufgehalten haben?”

Auffallend ist, dass viele Forenmitglieder und Kommentarschreiber den Tod von Usama b. Laden nicht wahrhaben wollen und die Nachricht auch nicht glauben können. Dabei berufen sie sich meistens auf die Stellungnahme der TTP. Die so genannten Internet Klerikalen hingegen scheinen die Nachricht zu akzeptieren und sprechen Beileidsbekundungen aus.

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