Al-Qaedas Statement zur Nachfolge b. Ladens

Am Donnerstag wurde, was bereits viele vermutet hatten, Ayman al-Zawahiri zum neuen Amir von al-Qaeda ernannt . Bis zum Tode Usama b. Ladens vor sechs Wochen war al-Zawahiri, dessen Stellvertreter. In der Zwischenzeit wurde Sayf al-Adel zum interims Chef ernannt.

Im folgenden werde ich die meiner Meinung nach wichtigsten Punkte des Schreibens kurz zusammenfassen. Es wurde am Donnerstag Morgen in den einschlägigen Foren veröffentlicht und ist drei Seiten lang.

Das Schreiben beginnt wie üblich mit einem Koranvers und einem Hadith und leitet dann zum eigentlichen Thema über. Sie hätten “mit zufriedenem Herzen” vom Tod ihres Anführers Usama b. Laden erfahren und bitten Gott gnädig mit ihm zu sein.

Der Jihad, sei eine allgemeine Pflicht, für jeden Muslim, bis zum jüngsten Tag. Er müsse gegen die Ungläubigen, die in die muslimischen Länder eingefallen seien und gegen die arabischen Despoten, geführt werden, die nicht nach der Scharia’ regieren würden. So sollte der Weg des Jihad fortgesetzt werden, “für die Muslime und die Unterdrückten.”

Nach dieser Feststellung, kommt der wichtigste Satz des Statments. Nämlich, dass sich die Führung (القيادة العامة) nach Beendigung der Beratung darauf geeinigt hätte Ayman al-Zawahiri  zum neuen Amir zu ernennen.

Im weiteren Verlauf des Schreibens, wolle die Führung von al-Qaeda noch einige prinzipielle Sachverhalte darlegen und erläutern. Als erstes versuchen sie ihre Ideologie in den Kontext der klassischen sunnitischen Orthodoxie zu stellen. In dem sie erklären, sie würden mit dem Koran und der Tradition des Propheten “handeln” und dies verkünden. Zu dem würden sie dem Beispiel des Propheten Muhammad und seiner Gefährten folgen. In dieser Liste werden alle wichtigen Gruppen innerhalb der sunnitischen Orthodoxie aufgezhlt.

Als zweites wollen sie zur “wahren Religion” aufrufen und sie fordern die islamische Gemeinschaft (Umma) dazu auf am Jihad gegen die “ungläubigen Angreifer” teilzunehmen, den sie als allgemeine Pflicht ansehen. Die Angreifer würden von “Amerika und dessen Stieftochter Israel” angeführt. Dann folgt ein Koranvers:

“O ihr, die ihr glaubt, kämpft gegen jene, die euch nahe sind unter den Ungläubigen und lasst sie euch hart vorfinden; und wisst, dass Allah mit den Gottesfürchtigen ist.” 9,123

Im dritten Punkt, versichern sie denjenigen, die den kriegerischen Jihad ausführen würden, ihre Zustimmung und Unterstützung zu. Denn al-Qaeda würde keinen Unterschied machen, zwischen Nationalitäten, schließlich seien alle islamischen Länder ihre Heimat und alle Muslime ihre Brüder. So würden sie nicht zwischen einem Araber und einem Fremden unterscheiden, außer in der Frömmigkeit und der Rechtschaffenheit. Hierbei kommt mir in den Sinn, dass es wohl recht häufig Streit gegeben haben soll, zwischen den Ägyptern um al-Zawahiri und den Saudis um b. Laden.

Desweiteren, versichert al-Qaeda den Palästinensern ihre Unterstützung. Sie lehnen alle möglichen Verträge ab, in denen ein Zentimeter palästinensischen Landes an Israel fallen würde. Außerdem wolllen sie Rache üben.

“Blut für Blut und Zerstörung für Zerstörung – bei Gott wir werden euch nicht enttäuschen – bis der Sieg erreicht ist, oder wir das Schicksal von Hamza b. Abdulmutaleb erreicht haben”

Ebenso versichern sie ihren Geschwistern in Afghanistan ihre Unterstützung und stellen sich dort unter die Führung von Mullah Omar. Es folgt eine Aufzählung von Ländern, mit deren Mujahideen sie zusammenarbeiten und die sie unterstützen wollen. Darauf folgt erneut ein Koranvers.

Viertens bitten sie Gott um Hilfe, dass ihre Gefangen (“Löwen in Ketten”) schnell wieder frei kommen mögen. Zu dem beteuern sie, dass sie ihre Gefangenen nicht vergessen hätten, wie zum Beispiel Omar Abdulrahman.

Im fünften Punkt, begrüßen sie die stattfinden Revolutionen im Nahen Osten. Sie fordern die Demonstranten auf, so lange weiter zu machen, bis die Regime, die vom Westen installiert worden seien, stürzen und ein kompletter Wechsel vollzogen werden könne. Dieser sei natürlich nur möglich, wenn die islamische Gemeinschaft zum von Gott gegebenen Gesetz, der Scharia, zurückkehre.

Als sechstes und siebtes rufen sie zu einer Zusammenarbeit, zwischen al-Qaeda und allen anderen Gruppen auf, die den Islam unterstützen würden. Dieser Zusammenschluss müsse das Ziel haben, die islamischen Länder von der Besatzung des Westens zu befreien. Zu dem würde ihr Islam Ungerechtigkeit verbieten, sowohl gegen Muslime, als auch gegen alle anderen. So habe ihr Jihad gegen Amerika nur das Ziel die Unterdrückten zu befreien.

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