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“Abrechnung mit Deutschland” – Abu Assad al-Almani

Am 21. September erschien im Internet erneut ein von Jihadisten verfasstes Schreiben, in dem Deutschland mit Anschlägen gedroht wird. Diese seien die Reaktion auf die Verunglimpfung des Propheten Muhammads. Angeführt werden die Demos von Pro-NRW, bei denen die Muhammad-Karikaturen gezeigt wurden, sowie der vor kurzem auf YouTube veröffentlichte ‘Schmähfilm’. Zu dem wird vom Autor des Schreibens – Abu Assad al-Almani –  behauptet, der Muhammad Schauspieler sei Deutscher gewesen. Diese Behauptung soll allerdings falsch sein (siehe hier)

“Derjenige, der unseren edlen Gesandten (Allahs Frieden und Segen auf ihn)spielte war ein Deutscher… Ein Deutscher, einer aus dem Land in dem ihr euch zu Hause fühlt”

Betitelt ist das Schreiben mit “Abrechnung mit Deutschland”. Wobei mir beim Lesen aufgefallen ist, dass Abu Assad al-Almani sich zwar auch gegen Deutschland wendet und sogar mit Anschlägen droht. Vielmehr raum gibt er aber seinem Unmut über die hier lebenden Muslime. Denn sie würden die Beleidigung des Propheten Muhammads hinnehmen.

“So wacht endlich auf aus dem vernichtenden Rausch dieser wertlosen Dunya und hört den Rufe des Jihad dessen Frucht das ewige Paradies und das Wohlgefallen deines Herren ist. Es reicht! So viel Demütigung  so viel Erniedrigung und so viel Leid!”

Wie mittlerweile fast üblich hat auch dieses recht kurze Schreiben, es umfasst nur acht Seiten, ein Titelbild. Im Vordergrund steht ein vermummter Jihadist vor der Silhouette Berlins. Im Hintergrund sind in die Deutsche Flagge eingewickelte Särge aufgereiht, auf denen jeweils ein Stahlhelm liegt. Somit soll es vermutlich an die in Afghanistan verstorbenen Bundeswehrsoldaten erinnern, denn auch darauf geht wird im Schreiben eingegangen.

Das Schreiben beginnt mit einigen religiösen Floskeln, die in diesem Falle allerdings nicht der traditionellen Norm entsprechen. Gleich zu Beginn erwähnt er, dass die Mujahideen hörten welche Katastrophe sich in Deutschland vor den Augen der Muslime abgespielt hätte.

“Mit dreckigen Füßen von Affen und Schweinen beschmutzt und betrampelt wurde der Islam derjenigen, die von sich selbst behaupten eine Einheit, ein Mauerwerk, eine Familie zu sein. Jene, die mit dem Herzen und der Zunge für sich selbst bekräftigen das Gute zu gebieten und das Üble zu verbieten.”

Dieser Teil richtet u.a. wie oben bereits erwähnt an deutsche Muslime. In dem er die Begriffe Affen und Schweine für die westliche Welt verwendet, spielt er auf drei Stellen im Koran an,  in denen Juden und Christen (Leute des Buches) so bezeichnet werden –  2:63-66, 5:59-60 und 7:166.

Das Motive, dass die westlichen Muslime der Dunya, also der materialistischen Welt verfallen seien ist durch aus oft in jihadisticher Literatur anzutreffen.

“eure zufriedene und sorgenlose Lebensweise zeigt uns in welch einem Schlaf, in welch eine Betäubung und in welch einer Hypnose ihr euch doch befindet”

Abu Assad beteuert, dass er lieber sein eigenes Blut vergossen sehen würde, bevor er es zulassen würde, dass der Prophet Muhammad in den Dreck gezogen würde.

Nachdem er auf den angeblich deutschen Schauspieler zu sprechen kommt, beschreibt er Deutschland, in einigen Stichpunkten, als ein Land in dem Muslime nicht leben könnten.

” – Dem Land, in dem Muslime als Menschen zweiter Klasse abgestempelt sind.

   – Dem Land, in dem diejenigen angefeindet werden, welche die Wahrheit sprechen und dazu Aufrufen 

   – Dem Land, indem unsere Geschwister unschuldig in Gefängnissen geworfen, wo sie tag-täglich gefoltert werden. 

   – Und dem Land, indem die Regierung offiziell den Muslimen und den Islam den Krieg erklärt hat.”

Das Deutschland dem Islam in seiner Gesamtheit den Krieg erklärt hätte, findet isch auch in einigen Videobotschaften der IMU (Siehe hier). Den Muslimen in Deutschland wirft er noch vor, sie hätten ihre ehre und ihren Stolz für einen geringen Preis verkauft. Er stellt die rhetorische Frage, was denn noch alles passieren müsste bevor die deutschen Muslime zur Waffe greifen würden.

“Sondern übt Rache für den Gesandten (Allahs Frieden und Segen auf ihn).”

In einem Vergleich mit den Prophetengefährten, stellt er fest,  dass sie die Ehre des Propheten verteidigt hätten. Auf Grund dessen hätte zur damaligen Zeit sich niemand getraut, an der Ehre des Islams zu kratzen.

“So sei auch du einer der seine Taten mit seinem Blut schreibt, denn noch hast du die Chance, es ist noch nicht zu spät.”

Im folgenden ruft er zu Anschlägen auf und nennt als Ziele den angeblichen deutschen Schauspieler, die Pro-NRW, Politiker die das Zeigen der Karikaturen erlaubt hätten, sowie alle Bürger die sie darin unterstützt hätten. Solche Operationen würden denen gleichen, welche die Mujahideen auf dem Boden des Jihads auch durchführen würden.

“Und wir sind der Ansicht, dass wenn Allah euch diese Feinde in eure Hände fallen lässt, ihr ihnen die Köpfe von ihren Körpern trennt, dies filmt, und der Öffentlichkeit zugänglich macht, so dass ganz Deutschland, ja sogar ganz Europa weiß, dass ihre verbrecherischen Spielchen durch die Schwerter des Islams durchkreuzt werden.”

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IMU – “Böses Vaterland” – Abu Adam

Titelbild des neuen IMU Videos "Böses Vaterland"Heute ist im AMEF eines neues Video der Islamischen Bewegung Usbekistans erschienen. Es trägt den Titel “Böses Vaterland”. Als Redner tritt mal wieder Abu Adam al-Almani in Erscheinung. Bevor ich mich jedoch dem Video im Detail widme, möchte ich kurz auf die heutige Verurteilung von Arid U., der vor gut einem Jahr ein Attentat auf amerikanische Soldaten am Frankfurter Flughafen verübte (einige Statements jihadistischer Websites fasste ich damals zusammen, siehe hier).

In allen Beiträgen, die ich heute im Laufe des Tages über die Verurteilung gehört oder gelesen habe, wurde immer wieder betont, dass die Radikalisierung von Arid U., das besondere gewesen sei. Er hatte nie eine so genanntes “Terrorcamp” besucht, also auch keinerlei militärische Ausbildung erhalten. Er radikalisierte sich alleine vor seinem PC. Exakt dies erhoffen und beabsichtigen Organisationen wie die IMU mit ihrer Propaganda (siehe hier). In der Literatur wird dieses Phänomen gerne als der einsame Wolf umschrieben. Denn den Organisationen ist bewusst, dass es für sie enorm umständlich, wenn nich unmöglich ist, die Jugendlichen, die sie zum Beispiel in Deutschland, durch ihre Propaganda rekrutieren, nach einer militärischen Ausbildung wieder in ihre Heimatländer zurück zu schicken, um dort einen Anschlag zu verüben, insebesondere nach 9/11 ist diese Taktik erschwert worden.

So hoffen sie, dass sich durch ihre Propaganda einzelne direkt angesprochen fühlen und von sich selbst aus auf die Idee kommen einen Anschlag zu verüben. In diesem Zusammenhang sei zum Beispiel auf das Online-Magazin Inspire hingewiesen, in dem Tipps für den Bombenbau in der heimischen Küche zu finden waren, oder wie man sein Auto zur Mordmaschine umbauen kann. Somit gibt es eine gefährliche Verquikung der unterschiedlichen Inhalte, die man üblicher Weise in jihadistischen Foren findet.

Arid U. soll auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen, direkt vor dem Attentat, das Nasheed “Mutter bleibe Standhaft” gehört haben (siehe hier). Dieses Nasheed ist einem gleichnamigen IMU Video entnommen. Der Autor des oben angegeben FR Artikels macht sich zwar fast lächerlich über den Titel und die Vortragsweise des Nasheeds. allerdings wird meiner Meinung durch solch ein Verhalten, welches leider allzu häufig in den Medien anzutreffen ist, eine Diskussion über die Gefahr jihadistischer Internetpropaganda im Keim erstickt. Wobei ich finde, dass genau darüber diskutiert werden sollte.

Nun wende ich mich aber dem neuen Video der IMU zu. Wie bereits oben erwähnt, trägt es den Titel “Böses Vaterland” und ist eine Art Abrechnung von Abu Adam al-Almani mit Deutschland. Aufgenommen wurde es wohl am 13. Dezember 2011 in Waziristan. Nach anfänglichen Auschnitten aus einer ZDF Doku hält Abu Adam einen Vortrag. Er sitzt in einem Sessel in einer Art Rosengarten und während des gesamten Videos kann man im Hintergrund Kindergeschrei hören. Im Gegensatz zu den meisten vorangegangenen Videos wirkt die Szenerie recht idyllisch – vielleicht sogar etwas gestellt.

Am Anfang des Videos werden aus der ZDF Doku Bilder von diversen jihadistischen Anschlägen gezeigt, so zum Beispiel die von Madrid und London. im Anschlusss daran werden aus derselben Doku Interviews mit deutschen Politikern eingespielt, in denen sie Position zum so genannten “War on Terror” beziehen.

Als Abu Adam vor ca. fünf Jahren noch in Deutschland gelebt habe, hätte kaum einer gewusst welche Rolle Deutschland in eben diesem Krieg gespielt hätte. Selbst einige islamische Gelehrte seien damals der Meinung gewesen, dass man Deutschland nicht als Feindesland und legitimes Angiffsziel betrachten dürfte. Der Fehler dieser Aussauge sei ihm, Abu Adam, mittlerweile allerdings klar geworden und nun wüsste er sehr genau wen er zu den Feinden zählen müsste.

Ein immer wiederkehrendes Motiv im Vortrag von Abu Adam, ist dass des Holocaust. Denn dieser würde seiner Meinung nach noch immer das Denken und die Handlungen der Deutschen bestimmen. So würde auch ein gewisser Teil der Steuern direkt an die Juden fließen, erklärt er.  An einer späteren Stelle behauptet er, die deutsche Politiker und politischen Führungskräfte würden für die Juden arbeit. Für mich sind hier sehr starke Anklänge der von Jihadisten überall gewitterten zionistischen Weltverschwörung alá “die Protokolle der Weisen von Zion”.

Die immer wieder auftauchende Doku des ZDF wird von ihm als ein Beitrag des deutschen Verfassungsschutzes zur Manipulierung der Bevölkerung betrachtet.  Er behauptet zu dem, dass die Deutschen sich als Amerikaner verkleidet an illegalen Verhören beteiligten. Dies hätten ihm Neuankömmlinge erzählt, die auf ihrem Weg nach Waziristan von den pakistanischen Behörden verhaftet wurden und bei deren Verhören Deutsche zugegen gewesen seien.

Das eigentlich Interessante kommt zum Schluss des Videos. Wegen der wirklichen Rolle, die Deutschland im Krieg gegen die islamische Welt eingenommen hätte, die so Abu Adam nichts mit humanitärer Hilfe zu tun hätte, müsste Deutschland mit Anschlägen von Jihadisten rechnen. Zum einen als Rache und als eine Lektion, so sagt er. Er stellt die rhetorische Frage, warum die Muslime in Angst und Schrecken leben sollte, die Deutschen aber nicht.

“Es muss und wird – so Allah will – in Deutschland eine Serie von Anschlägen, auch gegen das Volk geben”

Dieser Satz ist die eigentliche und wirkliche Drohung. Für sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Jihad auch nach Deutschland kommen wird. Selbst der geplante Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan könnte daran nichts mehr ändern und sei kein Grund den Kampf zu beenden.

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IMU – “Auf zum Erfolg” – Abu Adam al-Almani

Heute Morgen ist in jihadistischen Internetforen eine 15 minütige Audiobotschaft von Abu Adam al-Almani, anlässlich des muslimischen Opferfestes (‘Id al-‘Adha), veröffentlicht worden.

Wie bereits in anderen Videobotschaften und Statements seitens der IMU spricht Abu Adam am Anfang besonders die deutschen Muslime an. In den letzten Wochen und Monaten würde etwas besonders passieren, denn durch die Luft würde ein spezieller Wind wehen, die Begeisterung für den Islam, die Liebe zum Gottesdienst – in jihadistischen Kreisen wird die Kampfhandlung als ein integraler Bestandteil des Gottesdienstes angesehen – sowie die Liebe zur Tugend. Dies würde vor allem bei den Jugendlichen ihren Höhepunkt, seit dem Sturz des osmanischen Kalifats erreichen. Hierdurch wären Millionen von Menschen zum Glauben geführt worden, weshalb es eine frohe Botschaft und die Gnade Gottes sei.

Den Sturz einiger arabischer Regime im Zuge des “Arabischen Frühlings” sowie das Martyrium von Usama b. Laden und Anwar al-Awlaqi sieht er als Grund dafür, dass immer mehr Muslime, in seinen Worten, aufwachen würden, denn sie verstünden nun, dass die Angelegenheit der muslimischen Ummah Eine ist und das sie islamisch gelöst werden müsse. Als die daraus resultierende Gnade, sieht Abu Adam, dass die Ummah ihre Feinde erkannt hätte. Die westliche Welt, die immer weitere militärische Aktionen gegen die muslimische Gemeinschaft planen würde, benennt er als den Feind.

Als Beleg für die Überlegenheit der Muslime führt Abu Adam eine Geschichte an: Ein jemenitischer Beduine solle nach dem Angriff einer amerikanischen Drohen (er nennt sie Spionageflugzeug) zu den Mujahideen gekommen sein und sie gefragt haben, ob die Drohen über oder unter dem Thron Gottes fliegen würden. Sie hätten ihm geantwortet natürlich darunter. Worauf er erwidert haben soll, “wovor sollen wir dann Angst haben”.

Das Erwachen der Ummah hätten sie Gott und den Märtyrern zu verdanken, deren Schahada dem Gebetsruf  “Auf zum Erfolg” gleiche. Denn sie sollten sich erheben wofür die anderen bereits gestorben seien. Durch den Tod von Usama b. Laden hätten viele erkannt, dass der Weg den er eingeschlagen hätte, “der Weg der Wahrheit” sei. An dem Abend, an dem sie vom Tod Anwar al-Awlaqis erfuhren, hätte eine usbekischer Mujahid aus ihren Reihen seinen Neugeborenen Anwar al-Awlaqi genannt. Die muslimische Gemeinschaft würde zur Zeit durch die Ereignisse auf die Probe gestellt.

Im zweiten Teil der Audiobotschaft bekennt sich die IMU zu dem schweren Selbstmordattentat vom 29. Oktober in Kabul, bei dem 17 Menschen gestorben sind.

Am 28. Oktober hätten sie 25 Mitglieder begraben müssen, die durch zwei Drohnenangriffe umgekommen seien. Dies hätte nicht ihre Stimmung gedrückt, sondern sie würden mit noch größerer Vorfreude das Paradies erwarten.

“Der Hass gegenüber den Feinden wird von Tag zu Tag mehr und die Liebe zu Allah und der muslimischen Nation steigt”

Den Anschlag beschreibt er wie folgt:

“[…] nutze einer unserer Istischhadis die gesegneten Tage dieses Monats und machte sich auf den Weg seinen Herrn zu treffen. Er opferte sein Leben um die Ummah zu beleben. Mitten in der Hauptstadt Kabul gelang es ihm, mit Allahs Hilfe und Beistand, 25 Soldaten der Besatzungsmächte, die niemand eingeladen hat, ein Ende zu setzen. Ein Muslim opfert sein Leben, aber die Früchte waren nicht nur, dass die Feinde 25 ihrer Leute verloren haben, nein, die Nachricht ging durch die ganze Welt und erreichte unachtsame Herzen und weckte sie […].

Liebe Geschwister, die Kufar heute bezeichnen diesen Krieg, als den dritten Weltkrieg. Wir sagen dazu: Der Jihad wird bleiben bis zum Jüngsten Tag. Für uns gibt es keinen ersten, keinen zweiten, dritten oder vierten Weltkrieg. Wir, unsere Kinder und die Generationen, die nach uns kommen werden, werden – so Allah will, am Koran der uns leitet und am Schwert das uns ehrt festhalten und wir werden sie nicht nur bekämpfen bis wir sie besiegen und bis sie erniedrigt auf dem Erdboden umherziehen, nein, wir werden darüber hinaus für jede Ungerechtigkeit, die sie an uns begangen haben rächen, wir haben nichts vergessen […]. Stellt euch auf einen langen Krieg ein. Und meine Geschwister möchte ich bezüglich dieses Kampfes, auf Grund des globalen Aspektes, an folgendes erinnern: Der Jihad bleibt fard al-‘Ayn [allgemeine Pflicht]. Er bleibt fard al-‘Ayn bis jedes Stück Erde, was einmal muslimisch war, wieder muslimisch wird. Dies ist so verpflichtend wie das Beten und Fasten.

Zu den Ländern, die befreit werden müssen, zählt er nicht nur die verloren gegangenen Gebiete wie al-Andalus sondern aller Länder, in denen Muslime leben. Denn die reine Anwesenheit von Muslimen würde nicht ausreichen um ein Land muslimisch nennen zu können. Sondern seiner Meinung nach müsse das Oberhaupt ein Muslim sein und die Gesetze der Scharia’ müssten durchgesetzt werden.

Bei dem Kampf sollten sie Barmherzig zu den anderen Muslimen sein aber hart gegen über allen Ungläubigen. Bei den Ungläubigen spielt für ihn keine Rolle ob es Amerikaner oder Araber sind, für ihn ist nur ihre Absicht wichtig.

“Unsere Zeit verlangt heute von jedem Muslim, dass er ein Mujahid ist. Das er ein Kämpfer ist. Das er für die Religion kämpft.”

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IMU – Frohe Botschaft aus Pakistan – Teil 2

Die Islamische Bewegung Usbekistan hat am Freitag insgesamt drei neue Videos in den einschlägigen Foren und auf ihrer Homepage online gestellt. Mit einem davon werde ich mich näher auseinandersetzten. Der zweite Teil von “Frohe Botschaft aus Pakistan” sollte laut einem Schreiben der Isamischen Bewegung Usbekistans bereits Ende Juli online gestellt werden, nachdem sich angeblich die Produktion verzögerte, da sie Computer Probleme hatten – siehe ihr Statement “Fiese Harddisk”.

Allerdings wurde es nun so wie die beiden anderen auch erst am Freitag publiziert, kurz nach dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan. Einige Teile von dem hier zu besprechenden Video und “Ghazwa ul-Hind” ähneln sich stark. Es wurden zumindest die Bilder von ein und dem selben Überfall der Islamischen Bewegung Usbekistans auf einen Konvoi der pakistanischen Armee verwendet. In beiden Videos wird das Hauptaugenmerk auf ein Hadith des Propheten Muhammad gelegt. Nach dem Hadith sei der Kampf um das Gebiet, dass man damals mit al-Hind bezeichnete, ein größerer Verdienst, als der Kampf um andere Gebiete. Al-Hind umfasse das heutige Pakistan, Kashmir, Indien, Nepal, Buthan, Bangladesch, Sri Lanka und die Maledieven. Somit lässt sich damit gut um neue Rekruten für den Jihad in Pakistan werben.

Der zweite Teil von “Frohe Botschaft aus Pakistan” beginnt mit Bildern verschiedener Aktionen gegen die pakistanische Armee. Über diese Bilder werden Interviewschnipsel gelegt. So sagt am Anfang Hakeemullah Mehsud Anführer der TTP (Pakistanische Taliban), dass die demokratische Regierung Pakistans nach unislamischen Prinzipien regieren würde. Kommandeur Jihad Jarr bekräftigt seine Freude über die Gebiets gewinne der Mujahideen und ärgert sich, dass die Medien nicht darüber berichten bzw. die Erfolge vertuschen. Diese wären nur durch die Einheit der Muhajireen und den Ansar möglich gewesen. Die beiden Begriffe gehen auf die Zeit des Propheten Muhammad zurück. Mit den Muhajireen wurden diejenigen bezeichnet, die gemeinsam mit Muhammad nach Medina auswanderten (Hijra). Dort wurden sie von einem Teil der lokalen Bevölkerung Unterstützt, den sogenannten Helfern (arab. Ansar). Im jihadistischen Kontext werden die als Muhajireen bezeichnet, die aus ihren Heimatländern “auswandern” um aktiv am Jihad teilzunehmen und die Bevölkerung der jeweiligen Länder, die den Jihadisten helfen als Ansar.

Desweiteren lässt man am Anfang noch Quari Hussain zu Wort kommen, er ist ein Mitbegründer der TTP. Er beschwört die Mujahidden sich nicht von Medien einreden zu lassen, dass sie kurz vor einer Niederlage stehen würden. Denn zur Zeit würden sie nur Racheaktionen gegen die Pakistaner durchführen, aber in naher Zukunft würde der Jihad erst richtig anfangen und man werde ihn ins pakistanische Kernland tragen. Hier finden sich auch wieder Anspielungen auf al-Hind. Er zitiert einen Ausspruch Muhammads, nach dem ein Heer aus Khorasan kommen werde und al-Hind erobern würde.

Nach diesem Anfang beginnt der eigentliche Film “Frohe Botschaft aus Pakistan”. In Abschnitte eingeteilt wird dem Zuschauer erklärt warum der Jihad gegen Pakistan ebenso eine allgemeine Pflicht für jeden Muslim sei wie der in Afghanistan oder dem Irak. Zum einen werden Interviews geführt “mit einigen der Größen des Jihads in Pakistan” so wie sie es nennen und sie zeigen ihre Sicht der Geschichte der Ereignisse von 2002 bis zur Eskalation durch die Operation Kaloosha 2004 und wie dadurch ihrer Meinung nach der Jihad gegen Pakistan unabdingbar geworden wäre.

Der erste Geschichtsteil fängt an in dem sie kurz zusammenfassen,über welche geschichtlichen Zusammenhänge sie die Zuschauer im 1 Teil der Serie informiert hätten. Zum Beispiel wie die Mujahideen der IMU auf ihrer Flucht aus Afghanistan nach Süd-Waziristan (Wana) gelangt seien. Die Ereigniss und der Kampf gegen die US-Truppen, die schließlich zur Flucht der IMU nach Pakistan führten, werden von ihrem ehemaligen Amir Muhammad Taher Farooq geschildert. Hakeemullah Mehsud lobt die IMU und deren Amir, dafür dass sie die letzte Schalcht gegen die Amerikaner in Afghanistan in Shaykot geschlagen hätten. Vor dieser hätten sie ihre Familien nach Wana geschickt um sie in Sicherheit zu wissen. Dort hätten die Familien versteckt leben müssen. Bei der Schlacht um Shykot wäre ca. 70 Anhänger der IMU gestorben. Wegen der großen Verluste wären der Rest der IMU dazu gezwungen gewesen sich ebenfalls nach Pakistan zurückzuziehen. Anfangs hätten sie nicht im Sinn gehabt gegen die pakistanische Armee zu kämpfen. Denn durch ihren Rückzug nach Wana wollten sie ihre Verletzten pflegen können und neue Kräfte sammeln um sich erneut ihrem Hauptfeind entgegenstellen zu können. Zu der damaligen Zeit seien das noch “die Amerikaner und Kreuzzügler in Afghanistan” gewesen. Sie hätten jedoch erkannt, dass es ihre Pflicht sei die einheimische Bevölkerung zum “wahren Islam” aufzurufen. Dieser beinhaltet nach dem Verständnis der IMU selbstverständlich auch den Jihad. Ihre Ideen wären bei den Ansar auf fruchtbaren Boden gefallen sagt Mounir Chouka (Abu Adam). In der Zeit von 2002, nachdem sie sich in Wana angesiedelt hatten bis 2004, nach ihrer erneuten Flucht, dieses mal von Wana nach Nord-Waziristan, hätten sie laut Aussagen von Abbas Mansour, einem Kommandeur der IMU, 40 große Operationen in Afghanistan durchgeführt.

Die Islamische Bewegung Usbekistans hätte in Pakistan aber nicht nur die Ansar vorgefunden, deren Hilfsbereitschaft wichtig für sie gewesen war, sondern auch einen Feind. Denn die pakistanische Regierung und die Armee wären ihnen feindlich gesinnt gewesen. Allerdings sei es der Glauben der Mujahideen, das sowohl Pakistan als auch die Stammesgebiete nur Gott gehören und somit sei es rechtens, dass sich die IMU mit ihren Familien dort niederließ um den Islam und die Sharia’ nach ihrem Verständnis auszuleben. Die pakistanische Regierung konnte und wollte solch ein Verhalten auf ihrem Territorium nicht dulden. So wollte sie, wie es das Video darstellt, die Mujahideen mit allen Mitteln vom Weg des Jihad abbringen. Die Armee führte angeblich 70 Razzien durch. Vor diesen hätten sich die Anhänger der IMU aus den Dörfern zurückgezogen, um einer Konfrontation mit der pakistanischen Armee zu entgehen. Diese Ereignisse schilder Mufti Abu Zarr Pakistani – der Sharia’ Beauftragte der IMU – in recht dramatischer Weise.

Der Wende im Verhalten der IMU gegenüber dem pakistanischem Staat sei nach einer Militär Aktion gewesen. Bei dieser hätte die pakistanische Armee eine Sitzung gestürmt und dabei unter anderem zwei bekannte Mujahideen getötet, Abu Muhammad al Turkistani und Abu Abdalrahman al-Kanadi. Zudem hätte die Regierung vermehrt Mujahideen festgenommen und sie an die USA ausgeliefert. Durch diesen stetig wachsenden Druck wäre die IMU zu einer Aktion gezwungen gewesen. So hätte die IMU zusammen mit den pakistanischen Ansar durch eine Shura beschlossen, dem pakistanischen Staat den Jihad zu erklären. Der Amir der IMU Muhammad Taher Tarooq hätte die Entscheidung auch öffentlich erklärt.

Der IMU fällt es nicht sonderlich schwer Argumente zu finden, die den Jihad gegen Pakistan legitimieren. So würde die pakistanische Bevölkerung darin gehindert den wahren islamischen Glauben zu lernen. Wenn überhaupt würden sie ihn nur aus Büchern kennen. Zu dem wäre die pakistanische Regierung sofort an die Seite der USA gesprungen, nachdem diese den Krieg in Afghanistan begonnen hätte. Abu Adam schildert einige militärische Aktionen Seitens der Pakistaner gegen die Mujahideen, bei denen sie, nach dessen Angaben, mehrere Märkte bombadiert hätten. Im Anschluß werden sehr drastische Bilder der angeblichen Opfer gezeigt. Er führt weiter aus, dass die Gewalt Pakistans gegen die Mujahideen nicht erst vor kurzem begonnen hätte, sondern bereits seit dem Jihad gegen die Soviets in vollem Gange sei. So hätte Pakistan angeblich bei der Ermordung Abdallah Azzams und bei der Verhaftung Abu Musab al-Suris geholfen und letzteren an die USA ausgeliefert. Darauf werden einige kurze Videos eingeblendet in denen man vermutlich pakistansiche Gefangene sieht wie sie misshandelt werden. Als einen weiteren Beweis für Pakistans Brutalität führen sie die Ereignisse der Stürmung der Lal Masjid  in Islamabad 2007 an.

Für die IMU steht ebenfalls fest, dass die pakistanische Regierung hinter der Ermordung von Nizamuddin Shamzai steht. Er hatte die Angriffe Pakistans auf die Muhajireen und die Ansar für unrechtmäßig gefunden und in einem Rechtsgutachten erlassen, dass für die pakistanischen Soldaten, die bei diesen Angriffen sterben, nicht das islamische Totengebet gesprochen werden dürfte. Als “letztes Verbrechen” Pakistans nennen sie einen Vorfall vom 19. Mai 2011, das sie höchst dramatisiert schildern.

Auf Grund all dessen hätten sich die Muhajireen und die Ansar dazu entschieden, gemeinsam den Jihad gegen Pakistan zu erklären. Dies hätte am 19. März 2003 stattgefunden und einige der Ansar schworen dem Amri der IMU die Treue. Ein Treuschwur aus dem Video lautet wie folgt:

“Uthman Adil: Wir leisten dir den Treueid, für das Erhöhen des Wortes Allahs und für den Tod auf Allahs Weg.”

Im Anschluss an die Bilder dieser Nacht, lässt man wieder den Anführer der TTP zu Wort kommen, der bestätigt, dass es der Verdienst der IMU gewesen sei den Jihad auch nach Pakistan zu bringen.

Damit endet der geschichtliche Teil, der vor allem dadurch interessant ist, dass die IMU die Ereignisse aus ihrer Sicht erzählt. Im weiteren Verlauf des Videos beschreiben sie die Lebenslauf von Abbas Mansour und Quari Hussain sowie deren Aufgaben in ihren jeweiligen Jihad Gruppen.

Im Anschluss daran kommt wieder Hakeemullah Mehsud zu Wort. Dessen Aussage finde ich ist eine der wohl interessantesten im ganzen Video. Insbesondere für uns westliche Beobachter. Denn er erklärt, dass die verschiedenen Organisationen nicht voneinander zu unterscheiden seien.

“Wie bereits gesagt, haben die TTP und die IMU eine starke Beziehung. Wenn ein fremder hier ankommt, kann er kaum einen Unterschied zwischen uns beiden Bewegungen erkennen. Er schafft es nicht zu unterscheiden wer zur TTP gehört und wer zur IMU. Und diese Namen die ihr kennt wie TTP und IMU, dass sind nur Namen zur Erkennung. Aber unsere Jama’a (Gemeinschaft) ist eine. […]”

Dann würd nochmal der angebliche Vorzug des Jihads von Pakistans mit dem bereits oben erwähnten Argument bekräftigt.

Das Video endet mit Bildern einer Operation der IMU gegen die pakistanische Armee. Diese sei im April 2011 “hochmütig durch das Gebiet Watcho Chora stolziert“. Bei dieser Aktion seien sie sehr erfolgreich gewesen.

Abu Adam führt noch aus, dass es für die Mujahideen nicht nur ein Kampf um ein Stück Land sei, sondern um einen Platz im Paradies gehe. Er bezeichnet den Tod eines Jihadisten als “die Krönung einer jeden Seele”.

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IMU – Der Fall “Schokocafe” – Abu Adam al-Almani – Filiz Gelowicz

Nun will ich mich mit dem zweiten Schreiben beschäftigen, das in den letzten Tagen von der IMU veröffentlicht wurde. Auch bei diesem Schreiben wird Abu Adam als Verfasser genannt und es ist auf April 2011 datiert. Das Schreiben beschäftigt sich größten Teils mit dem Verfahren gegen Filiz Gelowicz (siehe hier). Abu Adam beschreibt auch welche Lehren die deutschen Muslime aus dem Vorgehen der Deutschen Behörden gegen Filiz Gelowicz ziehen müssen und welche Schritte auf dem Weg zum Jihad sie machen sollen.

Abu Adam empfindet das Urteil gegen Filiz Gelowicz natürlich aus seiner Sicht für völlig ungerechtfertigt und ungerecht. Denn dem Urteil würden menschengemachte Gesetze zugrunde liegen. Aber nur die Gesetze Gottes müssten befolgt werden.

“Laut der Gesetzgebung Allahs, dem Herrn der Welten, hat unsere Schwester sich nichts zu Schulde kommen lassen- im  Gegenteil, sie hat gute und tugendhafte Taten begangen, die Ehre und Anerkennung verdienen und dem Islam und den Muslimen weiterhelfen.”

“Die Mujaheda Filiz ist eine Muslima, die zum wahren Islam aufruft, ein wahrer Islam mit al-Wala wal- Bara (Loyalität und Lossagung) und einem Jihad fisabililläh.”

Des Weiteren behauptet Abu Adam, dass die deutsche Meinungsfreiheit dort enden würde, wo der wirkliche Islam erst anfange. Den die Propagandavideos, die Filiz Gelowicz produzierte und veröffentlichte, würden sich in keiner Weise von den Nachrichten unterscheide, die die deutsche Regierung und alle westlichen Regierungen veröffentlichen würden. Den Betrag von 3.200 den sie für eine Terrororganisation spendete setzt er in Beziehung zu den Ausgaben die Deutschland für den Einsatz in Afghanistan hat.

“Das Urteil zeigt also ganz deutlich eine Feindschaft gegenüber dem Islam und den Muslimen.”

Selbst wenn Deutschland sich sofort vom Afghanistan Einsatz distanzieren würde und auch sonst alle Handlungen gegen den Islam unterlassen würde, so würde doch diese eine Gerichtsverhandlung ausreichen, um den Jihad (hier als Krieg zu verstehen) gegen Deutschland als vollkommen gerechtfertigt und dies würde laut Abu Adam auch mit den Lehren des klassischen Islams übereinstimmen. So sei dies nicht nur ein Verbrechen von Seiten der deutschen Regierung, sondern erst recht eine Prüfung für alle Muslime.

Als Lehre aus dem Gerichtsurteil zieht Abu Adam den Schluß, dass Muslime nicht mehr in einem Land leben sollten, dass nach menschengemachten Gesetzen regiert wird. Sie sollten vielmehr in ein Land auswandern, in dem die Shariah herrscht. Um diesen Standpunkt zu untermauern, zitiert er Abdallah Azzam.

“Ein Muslim, der unter den Staaten des Unglaubens lebt, ist nicht von der Pflicht der Hijrah und des Jihades befreit, auch wenn er den Muhajereen und den Mujahedeen regelmäßig hohe Geldsummen spendet. Das Spenden der Geldsummen befreit ihn erst von diesen Pflichten, wenn er auswandert an einen Ort, an dem die Muslime die Oberhand haben, er einen Treueeid leistet und sein Amir ihn mit dieser Arbeit im Außendienst beauftragt.”

So beschreibt Abu Adam einen Weg, den jeder Muslim seiner Meinung nach beschreiten sollte, wenn er noch “unter den Ungläubigen leben” würde. Als erstes müsste der Muslim an einen Ort auswandern, an dem die Shariah herrsche und der Jihad praktiziert wird. Während der Vorbereitung sollte er sich ausrüsten und auf die kommenden Aufgaben vorbereiten.

Zu diesen Punkten würden noch einige hinzukommen, da es sich bei Deutschland um ein Feindesland handeln würde. Die Muslime müssten Beutezüge machen – hierbei bezieht er sich auf eine Fatwa von Anwar al-Awlaqi. Außerdem sollen sie der Wirtschaft schaden und er ruft zum Mord an Deutschen auf, da deutsche Soldaten auch Frauen und Kinder umbringen würden.

Nachdem er ausgewandert sei müsse er sich nur noch einer Gemeinschaft anschließen, die sich im Jihad befindet und einen Treueeid auf den jeweiligen Amir leisten.


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IMU – “Der Shaheed aus dem Bundeswehrlager” – Abu Adam al-Almani

In den letzten Tagen sind zwei neue Schreiben der IMU in diversen deutschsprachigen jihadistischen Internetforen aufgetaucht. Als deren Autor wird jeweils Abu Adam al-Almani genannt. Das Schreiben, auf das ich jetzt eingehen werde, ist auf den März 2011 datiert und beschreibt die Geschichte eines jungen Afghanen – Harun al-Afghani -, der in einem Bundeswehrcamp als Übersetzer tätig war, nach zweieinhalb Jahren allerdings einen Gesinnungswandel hatte und sich einer jihadistischen Gruppierung anschloß, dann im selben Camp wie die Chouka Brüder, in Waziristan, war, dort ausgebildet wurde, für den Kampf gegen die Isaf Truppen in Afghansitan und angeblich bei einem Gefecht im Nordosten Afghansitans zu Tode kam.

Abu Adam beginnt den Text mit einer rhetorischen Frage, ob sich der Leser noch an seine Anfangszeit im Islam erinnern könne. Als man noch dachte, der Islam würde Märtyreroperationen verbieten und das der Jihad ein Phänomen der Vergangenheit gewesen sei. Zum einen Tut er dies um zu erklären, wie Harun al-Afghani bei der Bundeswehr als Übersetzer anfangen konnte und bestimmt versucht er darüber auch einigen Lesern, seine militante Leseart des Islams näherzubringen. So betont Abu Adam, dass die Geschichte von Harun al-Afghani eine besondere sei, weil er sich erst spät den Mujahideen anschloss.

“So höre der folgenden Geschhichte gut zu, denn sie wird dir keineswegs fremd erscheinen. Es ist die Geschichte des Shaheed aus dem Bundeswehrlager, Harun al-Afghani, ein junger Mann, der den Berg des Islams hinaufstieg und an der Bergspitze mit der Shahada gekrön wurde. Meine lieben Geschwister, Haruns Geschichte ist eine sehr interessante, denn Harun kam erst sehr spät in die Reihen der Mujahedeen und Harun verstand erst sehr spät die wahre Bedeutung des Islams und wer die wahren Gläubigen sind. Obwohl er seit seiner Geburt in Afghanistan lebte und viele seiner Verwandten im afghanischen Krieg von Ungläubigen getötet wurden, verstand er anfangs nicht die islamischen Hintergründe der Mujahideen. […] dachte er viele Jahre, dass die Mujahideen der Taliban und der Muhajereen [Auswanderer – Jihadisten aus anderen Ländern] eine falsche, hinterlistige Absicht haben und die Macht an sich reißen wollen, um die Menschen zu unterdrücken.”

Vor ca. dreieinhalb Jahren habe sich Harun al-Afghani bei der Bundeswehr als Übersetzer beworben und sei dort auch wegen seiner guten Englischkentnisse genommen worden. Er arbeitete als Ortskraft im Bundeswehrcamp in Kunduz und soll sogar wegen der guten Bezahlung sein Studium abgebrochen haben, leider wird nicht erwähnt was er studierte. Nachdem er einige Zeit dort arbeitete, soll er befördert worden sein und somit die Erlaubnis bekommen haben, sich frei im Bundeswehrlager zu bewegen. Er soll auch zum Teil seine Freizeit im Bundeswehrcamp verbracht haben, u.a. in der Kasernenkneipe. So soll er langsam bemerkt haben, dass diese Lebensweise nicht mit dem Islam (der Mujahideen) vereinbar sei. Ein weiteres prägendes Ereignis sei das Bombardement der zwei Tanklaster am 4 September 2009 gewesen.

“Harun sah Bilder der deutschen Spionageflugzeuge von Nahaufnahmen der Innenhöfe, in denen sich seine muslimischen Schwestern befanden. Er musste mit ansehen, wie die Bundeswehr in seiner Heimat gemischte Schulen für Jungen und Mädchen errichtete und die Bürger zum westlichen System aufruft. […] So erkannte er langsam die wahren Hintergründe des Einsatzes der Bundeswehr.”

Während dieses Prozesses soll er in einer Moschee in Kunduz Hadschi Omar, einen radikalen Prediger, kennengelernt haben. Nach dessen Predigten habe Harun al-Afghani den persönlichen Kontakt zu ihm gesucht, um mit ihm einige seiner Fragen zu erörtern. Hadschi Omar, habe Harun al-Afghani überzeugen können, dass er für eine Besetzungsmacht arbeite und er sich den Mujahideen anschließen müsse, da diese eben für die Befreiung des Langes kämpfen würden.

Er soll sich eine Waffe und ein Motorrad gekauft haben und sich auf den Weg zu den Mujahideen gemacht haben, um sich ausbilden zu lassen. Nach kurzer Zeit soll er nach Waziristan geschickt worden sein, für ein “Spezialtraining”.  Dabei habe er die beiden Chouka Brüder kennengelernt.

” Er war ein ganz besonderer Mensch. Irgendwie glich er einem Paradiesbewohner, der sich noch unter uns befand, wa la uzakki 3ala Allahi ahad. Ein sanftes Lächeln, eine ruhige Art zu reden und langsame und bescheidende Bewegungen, die auf eine innere Ruhe hindeuten. Viele Gebete und lange Koranrezitationen füllten seine Tage und Nächte.”

Nachdem er sein Training absolviert hatte, kehrte er in den Norden Afghanistans zurück und soll sich dort einer Märtyrergruppe angeschlossen haben. Sie planten eine Operation aber nachdem Isaf Truppen, in der Nähe ihres Quartiers ein Dorf “angriffen” und durchsuchten, entschlossen sie sich dorthin zu eilen um gegen die amerikanischen Truppen zu kämpfen. Bei diesem Gefecht starb Harun al-Afghani.

” Die Shahada (Märtyrertod) fisabililläh ist das Glaubensbekenntnis, das mit dem eigenen Blut ausgedrückt wird. Der Shaheed beweist Allah, dass nicht nur seine Zunge, sondern jedes einzelne seiner Körperglieder und sogar das Blut, das durch seine Adern fließt, bezeugt, dass niemand das Recht hat angebetet zu werden außer Allah.”

Über das zweite Schreiben, das sich mit dem Prozess gegen Filiz Gelowicz beschäftigt, werde ich in den nächsten Tagen etwas schreiben.

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IMU – Unser Weg zur IMU – Abu Ibraheem al-Almani

Gestern ist mal wieder ein Schreiben der Islamischen Bewegung Usbekistans (IMU) im Internet, mit dem Titel – Unser Weg zur IMU – erschienen. Als Verfasser wird Abu Ibraheem al-Almani (Yassin Chouka) genannt. Abu Ibraheem ist vor vier Jahren, zusammen mit seinem Bruder Abu Adam (Mounir Chouka) zuerst in den Jemen und dann nach Afghanistan/Pakistan “ausgewandert” um dort gegen die Besatzung Afghanistans, durch die ISAF Truppen, zu kämpfen.

In diesem Schreiben erzählt Abu Ibraheem wie sie nach Pakistan kamen und warum genau sie sich der IMU anschlossen und nicht einer anderen Gruppierung.

Die beiden Brüder sind seit dem sie in Pakistan sind, sehr stark in der Porpagandaarbeit aktiv. Wobei Abu Adam dabei meistens immer etwas mehr im Licht der Öffentlichkeit steht und auch er meistens nur in den deutschen Medien Erwähnung findet. Allerdings hat auch Abu Ibraheem schon einige Videos und Schreiben veröffentlicht, die aber leider gerade von Wissenschaftlern nicht sonderlich beachtet werden.

Das Schreiben beginnt mit den üblichen Zitaten aus dem Koran und aus den Ahadith. Angeblich, so Abu Ibraheem, hätten sie über ihre Internetseite viele Fragen erreicht. Dasselbe sagte schon sein Bruder Abu Adam vor einem Monat (hier). Die meisten dieser Fragen hätten den Inhalt, warum sie sich der IMU angeschlossen haben. Doch bevor er darauf eingeht, betont er, dass es nur einen Gemeinschaft innerhalb des Islams gibt, die die Wahre ist. Dies ist natürlich die, der er sich angeschlossen hat, nämlich Ahlu-Sunnah wal Jamma3a außerdem ist es seiner Meinung Pflicht für jeden Muslim, auszuwandern und sich dem Jihad anzuschließen:

“nur diejenigen sich so nennen dürfen, die nach Quran und Sunnah handeln und somit auch den in diesen beiden Quellen erwähnten Jihad unseres geliebten Propheten (a.s.s.) praktizieren. Al-hamdulilläh leben wir in einer goldenen Zeit, in der man auf jedem Kontinent die Ahlu-Sunnah wal Jama3a vorfinden kann. Und abgesehen von den Ländern in denen der Jihad geführt wird, findet man heutzutage al-hamdulilläh sogar in jedem Land und in jeder Stadt auf der Welt Gleichgesinnte, die diesen richtigen Manhadsch verstanden und verinnerlicht haben, ihn mit Wort und Tat unterstützen und einen Weg zu den Mujahedeen suchen.”

Ihre “Jihad-Geschichte” beginnt damit, dass sie “rechtgeleitet” wurden. Bereits nach kurzer Zeit soll ihnen bewusst gewesen sein, dass sie auswandern müssen, um sich einer der “wahren” Gemeinschaften anzuschließen. Bereits in Bonn, wo sie aufwuchsen, sei ihnen bekannt gewesen, dass es keinen Unterschied zwischen den Nationen gebe. Aber erst mit ihrer Annahme des “wahren Islams” lernten sie, dass der Islam keinen Unterschied zwischen den Nationen macht, sondern nur in der Art und Weise des Glaubens, die Menschen unterscheidet.

“Bereits in unserer vorislamischen Zeit brachte man uns bei und war es in unseren Kreisen strengstens verpönt,  einen Unterschied zwischen den verschiedenen Nationen zu machen. So lebten wir u.a. mit Deutschen, Bosniern,  Türken, Somaliern, Arabern, Srilankanern, Portugiesen und Polen zusammen und machten keinen  Unterschied zwischen ihnen. Als Allah (t.) uns dann rechtleitete, lehrte uns der Islam dann gänzlich, dass es im Islam keine Grenzen gibt und der Beste unter den Menschen der Gottesfürchtigste ist.”

Sie wollten in ein Land auswandern, in dem der Jihad geführt wird, um am Jüngsten Tag, “ihren Beitrag vorweisen zu können”. Bei der Auswahl ihres Zieles seien sie nicht sonderlich wählerisch gewesen. Sie wollten nur Aktiv am Jihad teilnehemen und ob das in Palästina oder Somalia sei, wäre unwichtig. Nachdem sie Deutschland verlassen hatten, war die erste Station der Reise der Jemen.

Einige Monate, nachdem sie im Jemen ankamen, schlossen sie sich einer Gemeinschaft im Hadramout an, die al-Murabitoon heißt und so Abu Ibraheem, Seite an Seite mit al-Qaeda gegen die jemenitische Regierung kämpft.

“Anschläge auf die amerikanische Botschaft, Anschläge auf den Palast des Präsidenten, Operationen auf  militärische Stützpunkte- und Polizeipräsidien und Ghanima-Überfälle. Der Jihad im Jemen begann und mein  Bruder und ich waren unerwartet mitten drin statt nur dabei.”

Während ihrer Zeit im Jemen hätten sie Kontakt gehabt zu Anwar al-Awlaqi, von dem sie viel profitiert hätten. Er nennt al-Awlaqi “unseren Freund” und sagt, dass er mit dem Geld, das er durch seine Honigfarm verdient, den Jihad in allen möglichen Ländern unterstützt und Leute nach Somalia, Afghanistan und in den Irak schicke. Einer von al-Awlaqis Getreuen, hätten ihnen dann geraten weiter nach Afghanistan zu reisen, da der Jemen zu dieser Zeit nicht sicher genug für die Muhajereen wäre. Zudem hätten sie gute Chancen sicher nach Afghanistan zu kommen, wegen ihrer deutschen Reisepässe.

Alles in allem hätte ihre Reise nach Afghanistan einen Monat gedauert, wobei diese “sehr professionell organisiert” gewesen sei. In den Zwischenstationen wären sie gut betreut worden und hätten immer wieder neue Reisedokumente bekommen. Kurz bevor sie am Ziel ihrer Reise ankamen, erfuhren sie, dass sie auf dem Weg zur IMU waren, die sie bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannten. Ihnen wurden Videos vorgespielt und ihr Reisebegleiter schwärmte von der IMU. Ihre eigentliche Entscheidung für IMU, sei laut abu Ibraheem die logische Konsequenz gewesen. Denn sie hätten Allah immer darum gebeten am Jihad teilzunehmen und zwar egal welche Arbeit sie dabei verrichten würden. So hätten sie Angst gehabt, dass Gott sie auf die Probe stellt und sie wirklich dazu bereit wären.

“Denn schliesslich sind wir nicht herausgegangen, um Usama zu treffen, oder um zu sagen, ich gehöre zu Usamas Al-Qaida. Und wir sind auch nicht herausgegangen, um uns einer arabischen oder deutschen Jama3a  anzuschließen. Der Grund für unser Rausgehen war es, unseren Beitrag zu leisten in der Angelegenheit der Ummah und um zu kämpfen, damit Allahs Wort das Höchste ist. Der Grund für unser Rausgehen war also “La ilaha illa’ALLAH Muhammadan raassoulu Allah“. Und so war es die Angst vor der falschen Absicht, die uns zu der Entscheidung bewegte, unter der IBU zu kämpfen, die ebenfalls im Dienste der Ummah steht und für “La ilaha illa’ALLAH“ kämpft.”

Nach nun drei Jahren, die sie in den Reihen der IMU verbracht hätten, würden sie sich in ihrer Entscheidung bestätigt sehen, sich der IMU anzuschließen. Abu Ibraheem sieht in der IMU einer der stärksten Bewegungen innerhalb des Jihad in Pakistan und mittlerweile seien mehr als 20 Nationen in ihr vertreten. Ihre Ziele seien, nach wie vor:

“Im Dienste der muslimischen Ummah, im Kampf gegen die Unterdrückung einen islamischen Staat zu gründen und die Barmherzigkeit des Islams an die Menschheit zu bringen.”

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