Tag Archives: Abu Malik

Einige Leseempfehlungen zum Wochenende

In diesem kurzen Post möchte ich einige Artikel empfehlen, die ich zum Verständnis der aktuellen politischen Entwicklungen im Nahen Osten recht hilfreich fand. Bei den anderen werde ich es hoffentlich am Wochenende schaffen sie zu lesen.

Beginnen möchte ich mit einer vor kurzem von der SWP herausgegebenen Studie “Jihadismus und Internet: Eine deutsche Perspektive“. Nach einiger Zeit, die wohl eine Institution wie die SWP, braucht um auf aktuelle Ereignisse zu reagieren, bin ich hoch interessiert die Studie am Wochenende zu lesen, schließlich wurde in den Medien über dieses Thema seit den Ausschreitungen in Bonn und Solingen doch recht ausführlich berichtet.

Zum Thema Syrien kann ich nur eine Report der International Crisis Group empfehlen. “TENTATIVE JIHAD: SYRIA’S FUNDAMENTALIST OPPOSITION“. Er ist zwar recht trocken geschrieben aber dafür sehr informativ und mit das beste was ich über den aktuellen Syrien Konflikt gelesen habe. Für tagesaktuelle Information kann ich den Blog Syria Survey empfehlen.

Bei den andauernden Diskussionen über die Notwendigkeit oder die Möglichkeit einer militärischen Intervention in Syrien ist eine Studie des MIT , vom Juli 2012, sehr interessant: “Safe Havens in Syria: Missions and Requirements for an Air Campaign“.

Durch alle möglichen Medien kreisen immer wieder Meldungen über nicht-syrische Kämpfer unter den syrischen Rebellen und deren mögliche Gefahr für uns im Westen wenn der Konflikt vorbei sein sollte. Dabei weiß meistens keiner wie man die so genannten ‘Foreign Fighter’ definieren soll. Dies hat Thomas Hegghammer vor gut zwei Jahren in einem Artikel versucht, der absolut lesenswert ist: “The Rise of Muslim Foreign Fighters. Islam and the Globalization of Jihad

Zum Schluss möchte ich noch ein Paper des ICSR empfehlen, das erst vor einigen Tagen veröffentlicht wurde: “Al-Qaeda at the Crossroads: How the terror group is responding to the loss of its leaders & the Arab Spring

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Abu Talha al-Almani – “Ghurabah (die Fremden)” – Nasheed

Letze Woche ist auf den diversen YouTube Kanälen, die mit den Gruppierung Salafimedia und Millatu Ibrahim assoziiert sind, ein neues Nasheed von Abu Talha al-Almani (ehemals Deso Dogg bzw. Abou Maleeq) veröffenlicht worden. Es ist eine deutsche Umdichtung des in jihadistischen Kreisen sehr beliebten Nasheeds “Ghurabah” (die Fremden), dieses auf arabisch verfasste Nasheed kann durch aus als eine Art Evergreen betrachtet werden.

In diesem mittlerweile bereits traditionellem Nasheed weren die Muslime als eine Avantgarde dargestellt. Gerade im Kontext der im Westen Lebenden radikalen Muslime, die mit den Inhalten solcher Texte sympathisieren, verdeutlicht der Text, dass sie nicht ein Teil unserer Gesellschaft werden sollten, sondern stolz sein könnten sich in unserer westlichen Gesellschaft eben fremd zu fühlen. Das Gefühl der Fremdheit wird somit im Gedankengut der radikalen Muslime zur Gewissheit sich auf dem “Richtigen Weg” zu befinden.

Bevor ich mich der Umdichtung von Abu Talha al-Almani widme, möchte zum Vergleich die Übersetzung einiger Passagen der arabischen original Nasheeds anführen.

“Ghuraba (die Fremden) 4x

Ghuraba (die Fremden) 4x

Die Fremden beugen ihre Stirn niemandem außerGott (Allah)

Die Fremden haben dies zum Lebensmotto gewäht

Wenn du uns fragst, so kümmern wir uns nicht um die Tyrannen

Wir sind die regulären Soldaten Gottes (Allahs), unser Weg ist ein reservierter Weg

[…] Wir werden uns nie um die Ketten kümmern, sondern immer weiter machen

Wir werden uns nie um die Ketten kümmern, sondern immer weiter machen

Also lasst uns den Jihad machen(نجاهد), die Schlacht schlagen(نناضل) und von neuem kämpfen (نقاتل من جديد)

Die Fremden, so sind sie frei in der unterworfenen (wört. versklavten دنيا العبيد) Welt

[…] Wie oft erinnern wir uns an eine Zeit, in der wir frohen Gemutes waren

Das Buch Gottes (Koran)  rezitierten wir morgens und abends

Der Prophet sagte: Der Islam begann als etwas Fremdes und wird als etwas Fremdes zurückkehren, so wie er begann. Reue (Taubah) für die Fremden.”

Die angebliche Aussage des Propheten Muhammad, die am Ende des Nasheeds angeführt wird, soll vermutlich auf die Anfangszeit des Islams hinweisen, zu der Muhammad noch in seiner Heimatstadt Mekka lebte und durch sein öffentliches predigen der neuen Religion vielen Anfeindungen ausgesetzt war. Somit wird durch dieses Nasheed versucht, die Situation, die ein radikaler Muslim bzw. Jihadist in unserer heutigen Gesellschaft erlebt, mit der Lebenserfahrung Muhammads zu vergleichen. Am Ende jedoch konnte Muhammad, nachdem er nach Medina ausgewandert war, triumphierend nach Mekka zurückkehren und die meisten Mekkane nahmen den neuen Glauben, den Islam, an.

Abu Talha al-Almani hat das oben beschriebene Nasheed auf den deutschen Kontext umgedichtet. So geht er zum Beispiel auf in Deutschland in Haft sitzende Gefangene eine, die wegen der Finanzierung terroristischer Vereinigungen oder der Durchführung eines Anschlags verurteilt wurden.

Im folgenden werde ich Passagen des Textes wiedergeben und mit einigen Kommentaren versehen. Zu Beginn weißt Abu Talha darauf hin, dass seiner Meinung nach die islamische Gemeinschaft in Not sei und er geht auf das Thema muslimischer Gefangener ein, die wegen Terrorismus verdacht in Haft sind. Dieses Thema beschäftigt ihn schon länger und er ist der Meinung, dass sie dafür nicht verurteilt werden können, da sie nur ihre Religion praktizieren würden.

“Ghuraba, wir sind die Fremden, ob lebendig oder tot

Ghuraba, wir sind die Fremden , unsere Ummah ist in Not

In den Zellen sind Gefangene, überall auf dieser Welt

es Sind Jundullahs Söhne und sie werden dort gequält”

Als erstes Beispiel für eine Gefangene, nennt er Aafia Saddiqui. Sie ist eine pakistanische Neurowissenschaftlerin, die im Februar 2010 wegen vermutlichen Mordes an einem US Solaten verurteilt wurde. In jihadistischen Kreisen ist sie sehr bekannt, so existiert ein Video Ayman al-Zawahiris über sie. Zu dem stellt er die rhetorische Frage, was sie machen sollten für die Gefangenen.

“Ghuraba, Aafia Siddiqiui, wir schließen dich in unsere Duwa

Ghuraba, allen Naseer bleibe Standhaft für Allah

In den Zellen sind Gefangene, überall auf dieser Welt

es Sind Jundullahs Gefangne und sie werden dort gequält

Was sollen wir machen? Sollen wir schweigen oder stehen wir für sie auf?

Ghuraba, wir sind die Fremden und wir geben niemals auf”

Im nächsten Abschnitt geht er auf zwei in Deutschland in Haft sitzende Musliminnen ein. Über beide sind auf Abu Talhas Hompage bereits Texte veröffentlicht worden. Aber besonders über Umm Sayfillah al-Ansaraiyyah gibt es dort reichlich Material. Sie ist die Frau eines der so genannten Sauerland Attentäter und sitzt wegen der Finanzierung einer terroristischen Vereinigung in Haft. Auf der Hompage Ansar ul-Aseer und auf YouTube werden in regelmäßigen Abständen Briefe und Statements von ihr veröffentlicht. Nach dem diese vorgelesen wurden nimmt zum Beispiel noch Abu Usama al-Gharib dazu Stellung. Es tauchten in letzter Zeit auch häufiger Gedichte auf YouTube auf, die angeblich von Umm Sayfillah stammen sollen.

“Ghuraba, ya Umm Ubayda bleibe stark, hör’ auf zu weinen

Ghuraba Um Syfillah auch für dich sind wir am weinen

In den Zellen sind Gefangene überall auf dieser Welt

Es Sind Jundullahs Schwestern und sie werden dort gequält

Könnt ihr hören wie sie dort schreien, oder sind die Herzen tot

Heute sind es die Geschwister, morgen seit ihr schon in Not”

Er geht auch wie schon in seinem letzten Nasheed, dass über die oben genannte Umm Sayfillah handelte (siehe hier: Schwester bleibe Standhaft) auch dieses mal wieder Ari U. ein, der das Attentat am Franfurter Flughafen, bei dem zwei US Solaten starben, im März 2011 verübte. Als letztes geht er auf die “Geschwister”, die die “Zeichnen leugnen” würden. Damit ist die Mehrheit der deutschen Muslime gemeint, die dem jihadistischen Gedankengut nichts anfangen können. Aus Sicht u.a. von Abu Talha sie sie allerdings nur nicht in der Lage den Koran bzw. die religiösen Quellen richtig zu deuten.

“Und versucht es nicht zu verleugnen, denn die Verse sie sind klar

Denn die Gläubigen sind Geschwister, so sagt es doch Allah

Ghuraba 4x

Ghuraba, ya Arid Uka, ya Mujahid mach Duwa

Für uns hier draußen und für unsere Shuhada

Unsere Geschwister leugnen die Wahrheit, doch die Zeichen sie sind klar

Allah verschleierte ihre Augen, darum nennen sie uns die Ghurabah”

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Abu Talha al-Almani (Abu Malik) – “Schwester (Umm Sayfillah al-Ansariyyah) bleibe Standhaft”

Am Freitag ist ein neues Nasheed von Abu Talha al-Almani, den meisten vielleicht noch unter Abu Malik bekannt, auf YouTube veröffentlicht worden. Es trägt den Titel “Schwester bleibe Standhaft”. Wie der Titel bereits vemuten lässt ist es von der Melodie her gleich mit dem Nasheed “Mutter bleibe Standhaft” der Islamischen Bewegung Usbekistans. Der Text wurde zwar von Abu Talha al-Almani an die in Haft sitzende Um Sayfillah al-Ansariyya (Filiz G.) und an andere Muslimische Gefangene angepasst jedoch ist die Grundstruktur des original Textes durchaus noch erkennbar.

Das Thema muslimischer Gefangener Beschäftigt Abu Talha bereits länger. Für ihn sitzen sie zu unrecht im Gefängnis, da sie seiner Meinung nach nur die Pflichten ihrer Religion vollführen würden. So hat er unter anderem letzes Jahr die Hompage “Ansar ul-Aseer” (Helfer der Gefangenen) gegründet. Auf dieser und auf diversen andern Internetseiten war die Haft von Um Sayfillah bereits mehrere Male Thema.

An diesem Nasheed kann man sehr gut sehen, wie die Veröffentlichungen von jihadistischen Gruppen, wie zum Beispiel der IMU, hier in Deutschland von radikalen Salafisten rezipiert werden. Diese Videos, Schriften usw. haben in der Szene auch so einen Bekanntheitsgrad, dass es für die deutschen Gruppierungen wiederum lohnend erscheint sich des bereites existierenden Materials zu bedienen. Man muss bei der Terminologie hier allerdings immer beachten, dass die Begriffe Salafismus und Jihadismus nicht als Synonyme gebraucht werden können. So ist es falsch, wenn der Verfassungschutz Berlin letztes Jahr in einem Bericht über jihadistische Anasheeds schreibt, dass Jugendliche durch diese mit der salafistischen Ideologie indoktriniert würden. Sie werden viel mehr durch Anasheeds, wie die von Abu Talha, mit jihadistischem Gedankengut vertraut gemacht und gewinnen vielleicht auch durch die moderene Aufmachung gewisse Sympathien dafür. In den nächsten Wochen werde ich mich in einem separaten Post mit Anasheeds und der jihadistischen Radikalisierung  beschäftigen.

Noch am selben Abend, an dem das Nasheed bei YouTube eingestellt wurde, erschien eine Version mit englischen Untertiteln. Mittlerweile gibt es auch eine mit Untertiteln auf Urdu. Das passt zu den immer internationaler werdenden Bestrebungen der Gruppe um Abu Talha al-Almani und Abu Usama al-Gharib. So haben sie angekündigt einen YouTube Kanal ihrer Homepage Millat ul-Ibrahim auf Urdu ins Leben zu rufen. Der Trailer für diesen Kanal erschien ebenfalls am Freitag.

In der ersten Strophe des Nasheeds erklärt Abu Talha, dass sie die Lage von Filiz G. zur Kenntnis genommen hätten. Er erkärt unumwunden, dass sie sich im Jahd befinden würden. Gegen wen dieser gerichtet ist, wenn ein Nasheed, von einem in Deutschland lebenden auf deutsch an eine ebenfalls hier im Gefängnis sitzende gerichtet ist, dürfte auf der Hand liegen.

“Schwester bleibe Standhaft, Wir sind im Jihad / Trauer bitte nicht mehr, Denn wir haben dich gehört

Die Umma ist am Schweigen, Doch wir haben dich gehört / Schwester bleibe Standhaft, Denn wir sind im Jihad

Die Umma ist am Schweigen, Doch wir haben dich gehört / Schwester bleibe Standhaft, Denn wir sind im Jihad”

Die nächste Strophe hat in ungefähr den gleichen Tenor. In der dritten Strophe sagt Abu Talha, dass er sich auf den Weg gemacht hätte. Dieses auf den Weg machen, kann, wenn man es etwas plump übertragen will, mit in den Jihad ziehen gleichgestetzt werden –  was auch immer das genau bedeuten mag.

“Mich auf meinen Herrn verlassend, Machte ich mich auf den Weg / Fi-Sabilillah, egal wohin es geht

egal in welche Städte, Der Bundesrepublik / Schwester bleibe Standhaft, Allah verspricht den Sieg

egal in welche Städte, Der Bundesrepublik / Schwester bleibe Standhaft, Allah verspricht den Sieg”

Es folgt eine Beschwerde von Abu Talha, dass von Seite des Deutschen Staates seine Anasheeds und damit einhergehende seine jihadistische Weltanschauung bekämpft wird, wie er es formuliert. Wichtiger ist allerdings, dass er die Bemühung für die Freilassung muslimsicher Gefangener, wie Filiz G. als eine Pflicht darstellt. Über die Erfüllung oder Vernachlässigung dieser Pflicht würden sie am Jüngsten Tag befragt.

“Schwester hörst du nicht, Sie bekämpfen mein Nasheed / Schwester hör die Schreie von Usama al-Gharib

geehrte Schwestern sind gefangen, darüber werden wir befragt / Schwester bleibe Standhaft, Denn wir sind im Jihad

geehrte Schwestern sind gefangen, darüber werden wir befragt / Schwester bleibe Standhaft, Denn wir sind im Jihad”

In der übernächsten Strophe geht er darauf ein, dass ihre Gefangennahme nichts an ihren Zielen und Absichten ändern würde.

“Schwester wenn die uns gefangen nehmen, Dann glaub nicht wir geben Ruh / vielmehr werden wir mehr tun bis zum letzten Atemzug

Wir vertrauen auf Allah, Mit ihm haben wir nie versagt / Auch wenn wir gefangen sind, geht er weiter der Jihad

Wir vertrauen auf Allah, Mit ihm haben wir nie versagt / Auch wenn wir gefangen sind, geht er weiter der Jihad”

In den letzten beiden Strophen geht er auf die avantgardistische Rolle ein, die seiner Meinung nach, seine Gruppe ein nimmt. Denn nur sie würden etwas für die Freilassung von Um Sayfillah al-Ansariyyah tun. Ebenso ist er davon überzeugt, dass die Tawaghit (Götzenanbeter hier wohl der Deutsche Staat) zerstört werden wird. Für Abu Talha ist dies Gott gewollt.

“Schwester sei nicht traurig, Denn wir haben dich gehört / Trauer nicht mehr länger, die Tawaghit werden zerstört

Ob sie wollen oder nicht, Allah versprach uns diesen Sieg / Umm Sayfillah al-Ansariyy, Ja dies ist dein Nasheed

Ob sie wollen oder nicht, Allah versprach uns diesen Sieg / Umm Sayfillah al-Ansariyy, Ja dies ist dein Nasheed

 

Die Umma ist geblendet, Doch wir wurden geehrt / Schwester bleibe Standhaft, kein Ende des Jihads

Die Umma ist geblendet, Doch wir wurden geehrt / Schwester bleibe Standhaft, kein Ende des Jihads”

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf einen Kommentar eingehen, den ich auf einme Blog gefunden habe, auf dem dieses Nasheed gepostet wurde.

” Möge Allah subhenehu ue teale uns ermöglichen die Schwerter bzw. Kalasch[n]ikows auch hier in Europa hoch zu halten. Wir bitten Ihn uns siegreich zu machen und die Flagge des Islam wehen zu lassen.”

Das Zitat drückt glaube ich recht gut die Wirkung solcher Lieder aus, die von den Machern, in diesem Fall Abu Talha al-Almani, gewünscht ist.

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Anasheed für den Jihad?

Wie unter anderem die New York Times gestern in einem Artikel berichtete beschuldigen deutsche Behörden den ehemaligen Rapper Denis Mamadou Cuspert (Abou Maleeq) aktiv für den Jihad zu werben. So zitiert die New York Time deutsche Beamte, dass Abou Maleeq den Frankfurter Attentäter Arid U. inspiriert hätte – bei dessen Anschlag im März diesen Jahres starben 2 U.S. Soldaten. Der Artikel fährt fort, dass Abou Maleeq zwar jegliche direkte Beteiligung an dem Anschlg zurückweist aber zugleich nichts verwerfliches an der Tat findet, denn Arid U. hätte ja Soldaten, die auf dem Weg gewesen wären um Muslime zu tötetn und keine Zivilisten getötet. Diese Art der Legitimierung des Anschlags fand man in den meisten jihadistischen Statements dazu (siehe hier).

Seitdem Rapper Denis Mamadou Cuspert seine Musik Karriere beendete tritt er hauptsächlich als islamsicher Prediger und als Sänger von Anasheeds auf, die meiner Meinung nach als jihadistisch bezeichnet werden können. Im folgenden führe ich einige Textstellen von ihm an, die dass gut verdeutlichen.

Wofür wir stehen

Allah segne unseren Weg, egal wohin er geht

für Gerechtigkeit ya Allah, unser Blut für Shuhada

Unsere Brüder schreien und fallen, Heiliger Boden wo Bomben fallen

Mein Herz schlägt für Jihad und das bis zum Jüngsten Tag

[…]Auf der Suche nach dem Tod, unsere Geschwister sind in Not

Sheikh Usama

“Generationen hast du geprägt, und die Umma neu geprägt

Fi-Sabilillah Jihad, fühlt wie die Erde bebt

mit unserem Blut bezahlen wir den Preis, und meinet nicht wir wären Tod

[…] Unser Weg kennt nur ein Ziel, die Zufriedenheit Allahs

die höchste Stufe im Firdaus (Paradies), nur zu erreichen mit Ikhlas (Aufrichtigkeit)

[…]Sheikh Usama bin Laden, dein Name fließt in unserem Blut”

Seit längerem betreibt Denis Mamadou Cuspert eine Hompage, durch die er Spenden sammeln will, um muslimischen Gefangenen zu helfen, zum Beispiel in dem er die Kaution für sie durch diese Spenden bereitstellt. So hat er seine Seite  passender Weise Ansar al-Aseer (Helfer der Gefangenen) genannte. Die dazugehörige Facebook Gruppe hat ca. 850 Anhänger. Auf Ansar al-Aseer veröffentlicht er in unregelmäßigen abständen Texte. Mit einem von diesen will ich mich heute noch kurz auseinandersetzten. Der Text ist ein Kommentar und eine Zusammenfassung des Statements von Abu Usma al-Gharib (einem der Mitbegründer der GIMF, der in Österreich im Gefängnis sitzt). In seinem Statement, das im August diesen Jahres auf Arabisch veröffentlicht wurde, wirft er Deutschland vor weibliche muslimische Gefangene, namentlich Filiz G., zu foltern und ihnen zu verbieten den Hijab zu tragen. Als Reaktion darauf fordert er Anschläge sowohl innerhalb Deutschlands, als auch auf deutsche Ziele im Ausland. Filiz G. distanzierte sich allerdings von dem Statement.

Das Schreiben trägt den Titel “Schande über uns den untätigen schlafenden! Unsere Schwester, erniedrigt, entblösst und entehrt im Gefängniss des Taghut”. Zu erst erbost Abou Maleeq sich darüber, dass man die Nachricht über die Folterung einer Muslima von einem Gefangenen erhalten müsse. Diese würden sich in Gefangenschaft befinden, weil sie nur ihren Schöpfer anerkennen würden und ihm folgen würden. Somit ist zu vermuten, dass für ihn unter anderem die Unterstützung einer Terrororganisation in den oben genannten Rahmen passt. Sie wären im Gefängnis

“allein aus dem Grund, weil sie einzig und allein ihren Schöpfer anerkennen, anbeten, folgen und gehorchen, sich keinem untergeben, ob Präsident oder König, seien es ihre Gesetze und Verordnungen – ihre Niderwerfung und Ergebenheit gebührt einzig Ihrem Herrn, dem Höchsten und über alles Erhabenen, dem Schöpfer aller Dinge und nicht der Schöpfung, allein Seiner Gesetzgebung, der Wahrheit und Gerechtigkeit und keiner der menschlichen Gelüsten und Neigungen entsprungenen Gesetzgebungen, fehlerbehaftet und voller Makel, bestimmt durch ihre Interessen – Geld, Macht, Reichtum, Ansehen und all ihre Begiereden im Diesseits.”

Die Mehrheit der Muslime hätte sich bereits so dem Westen angepasst, dass die Gefangenen, die dem wahren Islam folgen würden, ihnen fremd wären und sogar von ihnen getadelt würden.

“Die Gefangenen sind fremd, selbst unter ihren Glaubensbrüdern, in Vergessenheit geraten und finden keine Erwähnungen von jenen, die behaupten die Ummah anzuführen, zu lehren und auf der Mimbar zu stehen, das Rechte zu gebieten und das Schlechte zu verbieten – nein vielmehr bewegt sie, was ihnen nicht schadet und keine Probleme bereitet […] Und wenn die Aseer von einigen dieser Ummah erwähnt werden, werden sie verleugnet und fallen gelassen, es wird sich von ihnen distanziert und die Loyalität ihnen gegenüber, selbst wenn auf ihnen Fehler oder Sünden lasten sollten – jene kehren sich von ihnen ab und darüberhinaus attackieren sie mehr als so manch ein Kafir und Feind Allahs.”

So würde ihn auch nicht die Nachricht von Abu Usama al-Gharib überraschen, dass Filiz G. gefoltert werde. Im weiteren Verlauf beschreibt er die angebliche Folter und Erniedrigung sehr detailiert und fordert seine Glaubensgenossen dazu auf, ihr zur Hilfe zukommen.

“Tief am boden, kriechend, auf der Suche nach mehr Dunya, fern von Problemen für Allahs Sache, in der Masjid, bei der Familie, in Ruhe und Gelassenheit, als würde man im islamischen Staat leben, man diskutiert über jede kleinste Sache, über Sunnan und Pflichten, doch vergisst man die Ehre und Würde unserer Ummah, unsere Schwester, erniedrigt und gefoltert von den Feinden Allahs und wir finden keine Erwähnung über diese Angelegenheit, erwägen nichts zu tun und sei es nur ein Wort der Wahrheit gegen diese Feinde Allahs; sie zu entblößen, ihre Machenschaften und Verbrechen aufzuzeigen und unsere Schwester zu verteidigen – wo sind die sogenannten Salafis – die Folger der rechtschaffenen Vorfahren, wo sind sie, wenn es heisst der höchsten Pflichten nachzukommen, wenn es heisst Opfer zu bringen und Probleme um Allahs Willen auf die Schulter zu lasten, […]

Während unsere Schwester erhaben über uns fliegt, fern von dieser Dunya, im Herzen schon ein grüner Vogel des Paradies, auf der Suche nach der Zufriedenheit ihres Herrn und getrieben nach Sehnsucht zur Widerkehr zum Höchsten, kleben wir wie die Fliegen am Honig, bis wir darin untergehen und bereuen unsere Rüssel zu tief in die Süße dieser Dunya eingetaucht zu haben – da wird uns ein Khameez und eine faustlanger Bart nichts nützen.”

Seiner Meinung nach sei nicht Filiz G. die wahre Gefangene sondern eben alljene Muslime, die sich zu sehr auf alles Diesseitige beschränken würden.

“Möge Allah uns zu jene machen, die emporsteigen und niemals fallen werden und den Tod der Shuhadah und Siddiqin und das Wohlgefallen des Höchsten erlangen werden.”

Das Erlangen des Märtyrertods ist ein immer wiederkehrendes Motiv, sowohl in seinen Anasheeds als auch in seinen anderen Statements. Dies ist führ mich mit einer der deutlichsten Hinweise, dass er so indirekt den Jihad gut heißt und dazu aufruft.

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Abu Malik – Nasheed – Wofür wir stehen

Der Anlass für diesen Blogpost ist ein Nasheed von Abu Malik, das vor zweit Tagen im Internet veröffentlicht wurde. Der Nasheed heißt “Wofür wir stehen”.

Alles in allem ist der Text des Nasheeds nicht wirklich tiefgehend oder bringt uns neue Erkenntnisse über die Motive deutscher Jihadisten/Jihhobyisten. Allerdings finde ich die Geschichte Abu Maliks sehr interessant. Bis vor einigen Monaten wirkte er noch unter seinem Pseudonym Deso Dogg als Rapper (hier), mit einem doch durch aus zweifelhaften Ruf. Ende letzten Jahres ließ er aber verlautbaren, dass er seine Musikkarriere an den Nagel hängen wollte und fortan als islamischer Prediger aktiv sein wolle. Seit dem sucht er die Nähe zu einigen deutschen salafistischen Gruppierungen, wie zum Beispiel “Die Wahre Religion”.

Bevor ich mich noch etwas näher mit dem Text des Nasheeds auseinandersetze, möchte ich kurz auf die Biographie von Abu Malik eingehen. Er wurde 1975 in Berlin mit dem bürgerlichen Namen Denis Mamadou Cuspert geboren und wuchs auch dort auf. Als Jugendlicher geriet er auf die schiefe Bahn und saß mehrmals im Gefängnis. Ab 2006 nach einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik bekam er von seinem damaligen Label eine zweite Chance und war so erfolgreich, dass er sich 2007 von ihm trennte um mehr Freheit zu haben.

Der Nasheed “Wofür wir stehen” wurde, wie bereits oben erwähnt, vor zwei Tagen auf einigen deutschsprachigen Internetseiten veröffentlicht. Der Text verherrlicht die Teilnahme am Jihad. Als Vorbild für das eigene Leben wird, wie bei Salafisten durchaus üblich, das Leben des Propheten Muhammads herangezogen. Dies wird als “unser gerade Weg” bezeichnet, der “ins Paradies führen soll”. Ich will einige Passagen aus dem Text unkommentiert zitieren, da ich glaube, dass sie am besten die Glorifizierung des Jihads und den Willen zum Märtyrertod verdeutlichen.

“[…]Allah segne unseren Weg, egal wohin er geht

für Gerechtigkeit ya Allah, unser Blut für Shuhada

Unsere Brüder schreien und fallen, Heiliger Boden wo Bomben fallen

Mein Herz schlägt für Jihad und das bis zum Jüngsten Tag


Wir Kämpfen für den Sieg, versprochen, dass es ihn gibt

egal wohin wir gehen , wird unsere Flagge wehen.

Das höchste Wort Allahs, bis zum letzten Atemzug

La illaha ila Allah Muhammad Rasul Allah


Die Sunna al-Sira, das ist unser Gerade Weg

Der Weg ins Paradies, …. beste Sieg

Das Schwert das niemals ruht, aus Liebe geben wir unser Blut

und wir fürchten nie den Tod, ein Leben an einem besseren Ort

[…]

Auf der Suche nach dem Tod, unsere Geschwister sind in Not

[…]

In der Kommentarfunktion, wurde dann noch über die Zulässigkeit von Anasheeds diskutiert.

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