Tag Archives: Abu Talha al-Almani

Einige Leseempfehlungen zum Wochenende

In diesem kurzen Post möchte ich einige Artikel empfehlen, die ich zum Verständnis der aktuellen politischen Entwicklungen im Nahen Osten recht hilfreich fand. Bei den anderen werde ich es hoffentlich am Wochenende schaffen sie zu lesen.

Beginnen möchte ich mit einer vor kurzem von der SWP herausgegebenen Studie “Jihadismus und Internet: Eine deutsche Perspektive“. Nach einiger Zeit, die wohl eine Institution wie die SWP, braucht um auf aktuelle Ereignisse zu reagieren, bin ich hoch interessiert die Studie am Wochenende zu lesen, schließlich wurde in den Medien über dieses Thema seit den Ausschreitungen in Bonn und Solingen doch recht ausführlich berichtet.

Zum Thema Syrien kann ich nur eine Report der International Crisis Group empfehlen. “TENTATIVE JIHAD: SYRIA’S FUNDAMENTALIST OPPOSITION“. Er ist zwar recht trocken geschrieben aber dafür sehr informativ und mit das beste was ich über den aktuellen Syrien Konflikt gelesen habe. Für tagesaktuelle Information kann ich den Blog Syria Survey empfehlen.

Bei den andauernden Diskussionen über die Notwendigkeit oder die Möglichkeit einer militärischen Intervention in Syrien ist eine Studie des MIT , vom Juli 2012, sehr interessant: “Safe Havens in Syria: Missions and Requirements for an Air Campaign“.

Durch alle möglichen Medien kreisen immer wieder Meldungen über nicht-syrische Kämpfer unter den syrischen Rebellen und deren mögliche Gefahr für uns im Westen wenn der Konflikt vorbei sein sollte. Dabei weiß meistens keiner wie man die so genannten ‘Foreign Fighter’ definieren soll. Dies hat Thomas Hegghammer vor gut zwei Jahren in einem Artikel versucht, der absolut lesenswert ist: “The Rise of Muslim Foreign Fighters. Islam and the Globalization of Jihad

Zum Schluss möchte ich noch ein Paper des ICSR empfehlen, das erst vor einigen Tagen veröffentlicht wurde: “Al-Qaeda at the Crossroads: How the terror group is responding to the loss of its leaders & the Arab Spring

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“Abrechnung mit Deutschland” – Abu Assad al-Almani

Am 21. September erschien im Internet erneut ein von Jihadisten verfasstes Schreiben, in dem Deutschland mit Anschlägen gedroht wird. Diese seien die Reaktion auf die Verunglimpfung des Propheten Muhammads. Angeführt werden die Demos von Pro-NRW, bei denen die Muhammad-Karikaturen gezeigt wurden, sowie der vor kurzem auf YouTube veröffentlichte ‘Schmähfilm’. Zu dem wird vom Autor des Schreibens – Abu Assad al-Almani –  behauptet, der Muhammad Schauspieler sei Deutscher gewesen. Diese Behauptung soll allerdings falsch sein (siehe hier)

“Derjenige, der unseren edlen Gesandten (Allahs Frieden und Segen auf ihn)spielte war ein Deutscher… Ein Deutscher, einer aus dem Land in dem ihr euch zu Hause fühlt”

Betitelt ist das Schreiben mit “Abrechnung mit Deutschland”. Wobei mir beim Lesen aufgefallen ist, dass Abu Assad al-Almani sich zwar auch gegen Deutschland wendet und sogar mit Anschlägen droht. Vielmehr raum gibt er aber seinem Unmut über die hier lebenden Muslime. Denn sie würden die Beleidigung des Propheten Muhammads hinnehmen.

“So wacht endlich auf aus dem vernichtenden Rausch dieser wertlosen Dunya und hört den Rufe des Jihad dessen Frucht das ewige Paradies und das Wohlgefallen deines Herren ist. Es reicht! So viel Demütigung  so viel Erniedrigung und so viel Leid!”

Wie mittlerweile fast üblich hat auch dieses recht kurze Schreiben, es umfasst nur acht Seiten, ein Titelbild. Im Vordergrund steht ein vermummter Jihadist vor der Silhouette Berlins. Im Hintergrund sind in die Deutsche Flagge eingewickelte Särge aufgereiht, auf denen jeweils ein Stahlhelm liegt. Somit soll es vermutlich an die in Afghanistan verstorbenen Bundeswehrsoldaten erinnern, denn auch darauf geht wird im Schreiben eingegangen.

Das Schreiben beginnt mit einigen religiösen Floskeln, die in diesem Falle allerdings nicht der traditionellen Norm entsprechen. Gleich zu Beginn erwähnt er, dass die Mujahideen hörten welche Katastrophe sich in Deutschland vor den Augen der Muslime abgespielt hätte.

“Mit dreckigen Füßen von Affen und Schweinen beschmutzt und betrampelt wurde der Islam derjenigen, die von sich selbst behaupten eine Einheit, ein Mauerwerk, eine Familie zu sein. Jene, die mit dem Herzen und der Zunge für sich selbst bekräftigen das Gute zu gebieten und das Üble zu verbieten.”

Dieser Teil richtet u.a. wie oben bereits erwähnt an deutsche Muslime. In dem er die Begriffe Affen und Schweine für die westliche Welt verwendet, spielt er auf drei Stellen im Koran an,  in denen Juden und Christen (Leute des Buches) so bezeichnet werden –  2:63-66, 5:59-60 und 7:166.

Das Motive, dass die westlichen Muslime der Dunya, also der materialistischen Welt verfallen seien ist durch aus oft in jihadisticher Literatur anzutreffen.

“eure zufriedene und sorgenlose Lebensweise zeigt uns in welch einem Schlaf, in welch eine Betäubung und in welch einer Hypnose ihr euch doch befindet”

Abu Assad beteuert, dass er lieber sein eigenes Blut vergossen sehen würde, bevor er es zulassen würde, dass der Prophet Muhammad in den Dreck gezogen würde.

Nachdem er auf den angeblich deutschen Schauspieler zu sprechen kommt, beschreibt er Deutschland, in einigen Stichpunkten, als ein Land in dem Muslime nicht leben könnten.

” – Dem Land, in dem Muslime als Menschen zweiter Klasse abgestempelt sind.

   – Dem Land, in dem diejenigen angefeindet werden, welche die Wahrheit sprechen und dazu Aufrufen 

   – Dem Land, indem unsere Geschwister unschuldig in Gefängnissen geworfen, wo sie tag-täglich gefoltert werden. 

   – Und dem Land, indem die Regierung offiziell den Muslimen und den Islam den Krieg erklärt hat.”

Das Deutschland dem Islam in seiner Gesamtheit den Krieg erklärt hätte, findet isch auch in einigen Videobotschaften der IMU (Siehe hier). Den Muslimen in Deutschland wirft er noch vor, sie hätten ihre ehre und ihren Stolz für einen geringen Preis verkauft. Er stellt die rhetorische Frage, was denn noch alles passieren müsste bevor die deutschen Muslime zur Waffe greifen würden.

“Sondern übt Rache für den Gesandten (Allahs Frieden und Segen auf ihn).”

In einem Vergleich mit den Prophetengefährten, stellt er fest,  dass sie die Ehre des Propheten verteidigt hätten. Auf Grund dessen hätte zur damaligen Zeit sich niemand getraut, an der Ehre des Islams zu kratzen.

“So sei auch du einer der seine Taten mit seinem Blut schreibt, denn noch hast du die Chance, es ist noch nicht zu spät.”

Im folgenden ruft er zu Anschlägen auf und nennt als Ziele den angeblichen deutschen Schauspieler, die Pro-NRW, Politiker die das Zeigen der Karikaturen erlaubt hätten, sowie alle Bürger die sie darin unterstützt hätten. Solche Operationen würden denen gleichen, welche die Mujahideen auf dem Boden des Jihads auch durchführen würden.

“Und wir sind der Ansicht, dass wenn Allah euch diese Feinde in eure Hände fallen lässt, ihr ihnen die Köpfe von ihren Körpern trennt, dies filmt, und der Öffentlichkeit zugänglich macht, so dass ganz Deutschland, ja sogar ganz Europa weiß, dass ihre verbrecherischen Spielchen durch die Schwerter des Islams durchkreuzt werden.”

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Abu Talha al-Almani – “Ghurabah (die Fremden)” – Nasheed

Letze Woche ist auf den diversen YouTube Kanälen, die mit den Gruppierung Salafimedia und Millatu Ibrahim assoziiert sind, ein neues Nasheed von Abu Talha al-Almani (ehemals Deso Dogg bzw. Abou Maleeq) veröffenlicht worden. Es ist eine deutsche Umdichtung des in jihadistischen Kreisen sehr beliebten Nasheeds “Ghurabah” (die Fremden), dieses auf arabisch verfasste Nasheed kann durch aus als eine Art Evergreen betrachtet werden.

In diesem mittlerweile bereits traditionellem Nasheed weren die Muslime als eine Avantgarde dargestellt. Gerade im Kontext der im Westen Lebenden radikalen Muslime, die mit den Inhalten solcher Texte sympathisieren, verdeutlicht der Text, dass sie nicht ein Teil unserer Gesellschaft werden sollten, sondern stolz sein könnten sich in unserer westlichen Gesellschaft eben fremd zu fühlen. Das Gefühl der Fremdheit wird somit im Gedankengut der radikalen Muslime zur Gewissheit sich auf dem “Richtigen Weg” zu befinden.

Bevor ich mich der Umdichtung von Abu Talha al-Almani widme, möchte zum Vergleich die Übersetzung einiger Passagen der arabischen original Nasheeds anführen.

“Ghuraba (die Fremden) 4x

Ghuraba (die Fremden) 4x

Die Fremden beugen ihre Stirn niemandem außerGott (Allah)

Die Fremden haben dies zum Lebensmotto gewäht

Wenn du uns fragst, so kümmern wir uns nicht um die Tyrannen

Wir sind die regulären Soldaten Gottes (Allahs), unser Weg ist ein reservierter Weg

[…] Wir werden uns nie um die Ketten kümmern, sondern immer weiter machen

Wir werden uns nie um die Ketten kümmern, sondern immer weiter machen

Also lasst uns den Jihad machen(نجاهد), die Schlacht schlagen(نناضل) und von neuem kämpfen (نقاتل من جديد)

Die Fremden, so sind sie frei in der unterworfenen (wört. versklavten دنيا العبيد) Welt

[…] Wie oft erinnern wir uns an eine Zeit, in der wir frohen Gemutes waren

Das Buch Gottes (Koran)  rezitierten wir morgens und abends

Der Prophet sagte: Der Islam begann als etwas Fremdes und wird als etwas Fremdes zurückkehren, so wie er begann. Reue (Taubah) für die Fremden.”

Die angebliche Aussage des Propheten Muhammad, die am Ende des Nasheeds angeführt wird, soll vermutlich auf die Anfangszeit des Islams hinweisen, zu der Muhammad noch in seiner Heimatstadt Mekka lebte und durch sein öffentliches predigen der neuen Religion vielen Anfeindungen ausgesetzt war. Somit wird durch dieses Nasheed versucht, die Situation, die ein radikaler Muslim bzw. Jihadist in unserer heutigen Gesellschaft erlebt, mit der Lebenserfahrung Muhammads zu vergleichen. Am Ende jedoch konnte Muhammad, nachdem er nach Medina ausgewandert war, triumphierend nach Mekka zurückkehren und die meisten Mekkane nahmen den neuen Glauben, den Islam, an.

Abu Talha al-Almani hat das oben beschriebene Nasheed auf den deutschen Kontext umgedichtet. So geht er zum Beispiel auf in Deutschland in Haft sitzende Gefangene eine, die wegen der Finanzierung terroristischer Vereinigungen oder der Durchführung eines Anschlags verurteilt wurden.

Im folgenden werde ich Passagen des Textes wiedergeben und mit einigen Kommentaren versehen. Zu Beginn weißt Abu Talha darauf hin, dass seiner Meinung nach die islamische Gemeinschaft in Not sei und er geht auf das Thema muslimischer Gefangener ein, die wegen Terrorismus verdacht in Haft sind. Dieses Thema beschäftigt ihn schon länger und er ist der Meinung, dass sie dafür nicht verurteilt werden können, da sie nur ihre Religion praktizieren würden.

“Ghuraba, wir sind die Fremden, ob lebendig oder tot

Ghuraba, wir sind die Fremden , unsere Ummah ist in Not

In den Zellen sind Gefangene, überall auf dieser Welt

es Sind Jundullahs Söhne und sie werden dort gequält”

Als erstes Beispiel für eine Gefangene, nennt er Aafia Saddiqui. Sie ist eine pakistanische Neurowissenschaftlerin, die im Februar 2010 wegen vermutlichen Mordes an einem US Solaten verurteilt wurde. In jihadistischen Kreisen ist sie sehr bekannt, so existiert ein Video Ayman al-Zawahiris über sie. Zu dem stellt er die rhetorische Frage, was sie machen sollten für die Gefangenen.

“Ghuraba, Aafia Siddiqiui, wir schließen dich in unsere Duwa

Ghuraba, allen Naseer bleibe Standhaft für Allah

In den Zellen sind Gefangene, überall auf dieser Welt

es Sind Jundullahs Gefangne und sie werden dort gequält

Was sollen wir machen? Sollen wir schweigen oder stehen wir für sie auf?

Ghuraba, wir sind die Fremden und wir geben niemals auf”

Im nächsten Abschnitt geht er auf zwei in Deutschland in Haft sitzende Musliminnen ein. Über beide sind auf Abu Talhas Hompage bereits Texte veröffentlicht worden. Aber besonders über Umm Sayfillah al-Ansaraiyyah gibt es dort reichlich Material. Sie ist die Frau eines der so genannten Sauerland Attentäter und sitzt wegen der Finanzierung einer terroristischen Vereinigung in Haft. Auf der Hompage Ansar ul-Aseer und auf YouTube werden in regelmäßigen Abständen Briefe und Statements von ihr veröffentlicht. Nach dem diese vorgelesen wurden nimmt zum Beispiel noch Abu Usama al-Gharib dazu Stellung. Es tauchten in letzter Zeit auch häufiger Gedichte auf YouTube auf, die angeblich von Umm Sayfillah stammen sollen.

“Ghuraba, ya Umm Ubayda bleibe stark, hör’ auf zu weinen

Ghuraba Um Syfillah auch für dich sind wir am weinen

In den Zellen sind Gefangene überall auf dieser Welt

Es Sind Jundullahs Schwestern und sie werden dort gequält

Könnt ihr hören wie sie dort schreien, oder sind die Herzen tot

Heute sind es die Geschwister, morgen seit ihr schon in Not”

Er geht auch wie schon in seinem letzten Nasheed, dass über die oben genannte Umm Sayfillah handelte (siehe hier: Schwester bleibe Standhaft) auch dieses mal wieder Ari U. ein, der das Attentat am Franfurter Flughafen, bei dem zwei US Solaten starben, im März 2011 verübte. Als letztes geht er auf die “Geschwister”, die die “Zeichnen leugnen” würden. Damit ist die Mehrheit der deutschen Muslime gemeint, die dem jihadistischen Gedankengut nichts anfangen können. Aus Sicht u.a. von Abu Talha sie sie allerdings nur nicht in der Lage den Koran bzw. die religiösen Quellen richtig zu deuten.

“Und versucht es nicht zu verleugnen, denn die Verse sie sind klar

Denn die Gläubigen sind Geschwister, so sagt es doch Allah

Ghuraba 4x

Ghuraba, ya Arid Uka, ya Mujahid mach Duwa

Für uns hier draußen und für unsere Shuhada

Unsere Geschwister leugnen die Wahrheit, doch die Zeichen sie sind klar

Allah verschleierte ihre Augen, darum nennen sie uns die Ghurabah”

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Abu Talha al-Almani (Abu Malik) – “Schwester (Umm Sayfillah al-Ansariyyah) bleibe Standhaft”

Am Freitag ist ein neues Nasheed von Abu Talha al-Almani, den meisten vielleicht noch unter Abu Malik bekannt, auf YouTube veröffentlicht worden. Es trägt den Titel “Schwester bleibe Standhaft”. Wie der Titel bereits vemuten lässt ist es von der Melodie her gleich mit dem Nasheed “Mutter bleibe Standhaft” der Islamischen Bewegung Usbekistans. Der Text wurde zwar von Abu Talha al-Almani an die in Haft sitzende Um Sayfillah al-Ansariyya (Filiz G.) und an andere Muslimische Gefangene angepasst jedoch ist die Grundstruktur des original Textes durchaus noch erkennbar.

Das Thema muslimischer Gefangener Beschäftigt Abu Talha bereits länger. Für ihn sitzen sie zu unrecht im Gefängnis, da sie seiner Meinung nach nur die Pflichten ihrer Religion vollführen würden. So hat er unter anderem letzes Jahr die Hompage “Ansar ul-Aseer” (Helfer der Gefangenen) gegründet. Auf dieser und auf diversen andern Internetseiten war die Haft von Um Sayfillah bereits mehrere Male Thema.

An diesem Nasheed kann man sehr gut sehen, wie die Veröffentlichungen von jihadistischen Gruppen, wie zum Beispiel der IMU, hier in Deutschland von radikalen Salafisten rezipiert werden. Diese Videos, Schriften usw. haben in der Szene auch so einen Bekanntheitsgrad, dass es für die deutschen Gruppierungen wiederum lohnend erscheint sich des bereites existierenden Materials zu bedienen. Man muss bei der Terminologie hier allerdings immer beachten, dass die Begriffe Salafismus und Jihadismus nicht als Synonyme gebraucht werden können. So ist es falsch, wenn der Verfassungschutz Berlin letztes Jahr in einem Bericht über jihadistische Anasheeds schreibt, dass Jugendliche durch diese mit der salafistischen Ideologie indoktriniert würden. Sie werden viel mehr durch Anasheeds, wie die von Abu Talha, mit jihadistischem Gedankengut vertraut gemacht und gewinnen vielleicht auch durch die moderene Aufmachung gewisse Sympathien dafür. In den nächsten Wochen werde ich mich in einem separaten Post mit Anasheeds und der jihadistischen Radikalisierung  beschäftigen.

Noch am selben Abend, an dem das Nasheed bei YouTube eingestellt wurde, erschien eine Version mit englischen Untertiteln. Mittlerweile gibt es auch eine mit Untertiteln auf Urdu. Das passt zu den immer internationaler werdenden Bestrebungen der Gruppe um Abu Talha al-Almani und Abu Usama al-Gharib. So haben sie angekündigt einen YouTube Kanal ihrer Homepage Millat ul-Ibrahim auf Urdu ins Leben zu rufen. Der Trailer für diesen Kanal erschien ebenfalls am Freitag.

In der ersten Strophe des Nasheeds erklärt Abu Talha, dass sie die Lage von Filiz G. zur Kenntnis genommen hätten. Er erkärt unumwunden, dass sie sich im Jahd befinden würden. Gegen wen dieser gerichtet ist, wenn ein Nasheed, von einem in Deutschland lebenden auf deutsch an eine ebenfalls hier im Gefängnis sitzende gerichtet ist, dürfte auf der Hand liegen.

“Schwester bleibe Standhaft, Wir sind im Jihad / Trauer bitte nicht mehr, Denn wir haben dich gehört

Die Umma ist am Schweigen, Doch wir haben dich gehört / Schwester bleibe Standhaft, Denn wir sind im Jihad

Die Umma ist am Schweigen, Doch wir haben dich gehört / Schwester bleibe Standhaft, Denn wir sind im Jihad”

Die nächste Strophe hat in ungefähr den gleichen Tenor. In der dritten Strophe sagt Abu Talha, dass er sich auf den Weg gemacht hätte. Dieses auf den Weg machen, kann, wenn man es etwas plump übertragen will, mit in den Jihad ziehen gleichgestetzt werden –  was auch immer das genau bedeuten mag.

“Mich auf meinen Herrn verlassend, Machte ich mich auf den Weg / Fi-Sabilillah, egal wohin es geht

egal in welche Städte, Der Bundesrepublik / Schwester bleibe Standhaft, Allah verspricht den Sieg

egal in welche Städte, Der Bundesrepublik / Schwester bleibe Standhaft, Allah verspricht den Sieg”

Es folgt eine Beschwerde von Abu Talha, dass von Seite des Deutschen Staates seine Anasheeds und damit einhergehende seine jihadistische Weltanschauung bekämpft wird, wie er es formuliert. Wichtiger ist allerdings, dass er die Bemühung für die Freilassung muslimsicher Gefangener, wie Filiz G. als eine Pflicht darstellt. Über die Erfüllung oder Vernachlässigung dieser Pflicht würden sie am Jüngsten Tag befragt.

“Schwester hörst du nicht, Sie bekämpfen mein Nasheed / Schwester hör die Schreie von Usama al-Gharib

geehrte Schwestern sind gefangen, darüber werden wir befragt / Schwester bleibe Standhaft, Denn wir sind im Jihad

geehrte Schwestern sind gefangen, darüber werden wir befragt / Schwester bleibe Standhaft, Denn wir sind im Jihad”

In der übernächsten Strophe geht er darauf ein, dass ihre Gefangennahme nichts an ihren Zielen und Absichten ändern würde.

“Schwester wenn die uns gefangen nehmen, Dann glaub nicht wir geben Ruh / vielmehr werden wir mehr tun bis zum letzten Atemzug

Wir vertrauen auf Allah, Mit ihm haben wir nie versagt / Auch wenn wir gefangen sind, geht er weiter der Jihad

Wir vertrauen auf Allah, Mit ihm haben wir nie versagt / Auch wenn wir gefangen sind, geht er weiter der Jihad”

In den letzten beiden Strophen geht er auf die avantgardistische Rolle ein, die seiner Meinung nach, seine Gruppe ein nimmt. Denn nur sie würden etwas für die Freilassung von Um Sayfillah al-Ansariyyah tun. Ebenso ist er davon überzeugt, dass die Tawaghit (Götzenanbeter hier wohl der Deutsche Staat) zerstört werden wird. Für Abu Talha ist dies Gott gewollt.

“Schwester sei nicht traurig, Denn wir haben dich gehört / Trauer nicht mehr länger, die Tawaghit werden zerstört

Ob sie wollen oder nicht, Allah versprach uns diesen Sieg / Umm Sayfillah al-Ansariyy, Ja dies ist dein Nasheed

Ob sie wollen oder nicht, Allah versprach uns diesen Sieg / Umm Sayfillah al-Ansariyy, Ja dies ist dein Nasheed

 

Die Umma ist geblendet, Doch wir wurden geehrt / Schwester bleibe Standhaft, kein Ende des Jihads

Die Umma ist geblendet, Doch wir wurden geehrt / Schwester bleibe Standhaft, kein Ende des Jihads”

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf einen Kommentar eingehen, den ich auf einme Blog gefunden habe, auf dem dieses Nasheed gepostet wurde.

” Möge Allah subhenehu ue teale uns ermöglichen die Schwerter bzw. Kalasch[n]ikows auch hier in Europa hoch zu halten. Wir bitten Ihn uns siegreich zu machen und die Flagge des Islam wehen zu lassen.”

Das Zitat drückt glaube ich recht gut die Wirkung solcher Lieder aus, die von den Machern, in diesem Fall Abu Talha al-Almani, gewünscht ist.

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IMU – Frohe Botschaft aus Pakistan – Teil 2

Die Islamische Bewegung Usbekistan hat am Freitag insgesamt drei neue Videos in den einschlägigen Foren und auf ihrer Homepage online gestellt. Mit einem davon werde ich mich näher auseinandersetzten. Der zweite Teil von “Frohe Botschaft aus Pakistan” sollte laut einem Schreiben der Isamischen Bewegung Usbekistans bereits Ende Juli online gestellt werden, nachdem sich angeblich die Produktion verzögerte, da sie Computer Probleme hatten – siehe ihr Statement “Fiese Harddisk”.

Allerdings wurde es nun so wie die beiden anderen auch erst am Freitag publiziert, kurz nach dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan. Einige Teile von dem hier zu besprechenden Video und “Ghazwa ul-Hind” ähneln sich stark. Es wurden zumindest die Bilder von ein und dem selben Überfall der Islamischen Bewegung Usbekistans auf einen Konvoi der pakistanischen Armee verwendet. In beiden Videos wird das Hauptaugenmerk auf ein Hadith des Propheten Muhammad gelegt. Nach dem Hadith sei der Kampf um das Gebiet, dass man damals mit al-Hind bezeichnete, ein größerer Verdienst, als der Kampf um andere Gebiete. Al-Hind umfasse das heutige Pakistan, Kashmir, Indien, Nepal, Buthan, Bangladesch, Sri Lanka und die Maledieven. Somit lässt sich damit gut um neue Rekruten für den Jihad in Pakistan werben.

Der zweite Teil von “Frohe Botschaft aus Pakistan” beginnt mit Bildern verschiedener Aktionen gegen die pakistanische Armee. Über diese Bilder werden Interviewschnipsel gelegt. So sagt am Anfang Hakeemullah Mehsud Anführer der TTP (Pakistanische Taliban), dass die demokratische Regierung Pakistans nach unislamischen Prinzipien regieren würde. Kommandeur Jihad Jarr bekräftigt seine Freude über die Gebiets gewinne der Mujahideen und ärgert sich, dass die Medien nicht darüber berichten bzw. die Erfolge vertuschen. Diese wären nur durch die Einheit der Muhajireen und den Ansar möglich gewesen. Die beiden Begriffe gehen auf die Zeit des Propheten Muhammad zurück. Mit den Muhajireen wurden diejenigen bezeichnet, die gemeinsam mit Muhammad nach Medina auswanderten (Hijra). Dort wurden sie von einem Teil der lokalen Bevölkerung Unterstützt, den sogenannten Helfern (arab. Ansar). Im jihadistischen Kontext werden die als Muhajireen bezeichnet, die aus ihren Heimatländern “auswandern” um aktiv am Jihad teilzunehmen und die Bevölkerung der jeweiligen Länder, die den Jihadisten helfen als Ansar.

Desweiteren lässt man am Anfang noch Quari Hussain zu Wort kommen, er ist ein Mitbegründer der TTP. Er beschwört die Mujahidden sich nicht von Medien einreden zu lassen, dass sie kurz vor einer Niederlage stehen würden. Denn zur Zeit würden sie nur Racheaktionen gegen die Pakistaner durchführen, aber in naher Zukunft würde der Jihad erst richtig anfangen und man werde ihn ins pakistanische Kernland tragen. Hier finden sich auch wieder Anspielungen auf al-Hind. Er zitiert einen Ausspruch Muhammads, nach dem ein Heer aus Khorasan kommen werde und al-Hind erobern würde.

Nach diesem Anfang beginnt der eigentliche Film “Frohe Botschaft aus Pakistan”. In Abschnitte eingeteilt wird dem Zuschauer erklärt warum der Jihad gegen Pakistan ebenso eine allgemeine Pflicht für jeden Muslim sei wie der in Afghanistan oder dem Irak. Zum einen werden Interviews geführt “mit einigen der Größen des Jihads in Pakistan” so wie sie es nennen und sie zeigen ihre Sicht der Geschichte der Ereignisse von 2002 bis zur Eskalation durch die Operation Kaloosha 2004 und wie dadurch ihrer Meinung nach der Jihad gegen Pakistan unabdingbar geworden wäre.

Der erste Geschichtsteil fängt an in dem sie kurz zusammenfassen,über welche geschichtlichen Zusammenhänge sie die Zuschauer im 1 Teil der Serie informiert hätten. Zum Beispiel wie die Mujahideen der IMU auf ihrer Flucht aus Afghanistan nach Süd-Waziristan (Wana) gelangt seien. Die Ereigniss und der Kampf gegen die US-Truppen, die schließlich zur Flucht der IMU nach Pakistan führten, werden von ihrem ehemaligen Amir Muhammad Taher Farooq geschildert. Hakeemullah Mehsud lobt die IMU und deren Amir, dafür dass sie die letzte Schalcht gegen die Amerikaner in Afghanistan in Shaykot geschlagen hätten. Vor dieser hätten sie ihre Familien nach Wana geschickt um sie in Sicherheit zu wissen. Dort hätten die Familien versteckt leben müssen. Bei der Schlacht um Shykot wäre ca. 70 Anhänger der IMU gestorben. Wegen der großen Verluste wären der Rest der IMU dazu gezwungen gewesen sich ebenfalls nach Pakistan zurückzuziehen. Anfangs hätten sie nicht im Sinn gehabt gegen die pakistanische Armee zu kämpfen. Denn durch ihren Rückzug nach Wana wollten sie ihre Verletzten pflegen können und neue Kräfte sammeln um sich erneut ihrem Hauptfeind entgegenstellen zu können. Zu der damaligen Zeit seien das noch “die Amerikaner und Kreuzzügler in Afghanistan” gewesen. Sie hätten jedoch erkannt, dass es ihre Pflicht sei die einheimische Bevölkerung zum “wahren Islam” aufzurufen. Dieser beinhaltet nach dem Verständnis der IMU selbstverständlich auch den Jihad. Ihre Ideen wären bei den Ansar auf fruchtbaren Boden gefallen sagt Mounir Chouka (Abu Adam). In der Zeit von 2002, nachdem sie sich in Wana angesiedelt hatten bis 2004, nach ihrer erneuten Flucht, dieses mal von Wana nach Nord-Waziristan, hätten sie laut Aussagen von Abbas Mansour, einem Kommandeur der IMU, 40 große Operationen in Afghanistan durchgeführt.

Die Islamische Bewegung Usbekistans hätte in Pakistan aber nicht nur die Ansar vorgefunden, deren Hilfsbereitschaft wichtig für sie gewesen war, sondern auch einen Feind. Denn die pakistanische Regierung und die Armee wären ihnen feindlich gesinnt gewesen. Allerdings sei es der Glauben der Mujahideen, das sowohl Pakistan als auch die Stammesgebiete nur Gott gehören und somit sei es rechtens, dass sich die IMU mit ihren Familien dort niederließ um den Islam und die Sharia’ nach ihrem Verständnis auszuleben. Die pakistanische Regierung konnte und wollte solch ein Verhalten auf ihrem Territorium nicht dulden. So wollte sie, wie es das Video darstellt, die Mujahideen mit allen Mitteln vom Weg des Jihad abbringen. Die Armee führte angeblich 70 Razzien durch. Vor diesen hätten sich die Anhänger der IMU aus den Dörfern zurückgezogen, um einer Konfrontation mit der pakistanischen Armee zu entgehen. Diese Ereignisse schilder Mufti Abu Zarr Pakistani – der Sharia’ Beauftragte der IMU – in recht dramatischer Weise.

Der Wende im Verhalten der IMU gegenüber dem pakistanischem Staat sei nach einer Militär Aktion gewesen. Bei dieser hätte die pakistanische Armee eine Sitzung gestürmt und dabei unter anderem zwei bekannte Mujahideen getötet, Abu Muhammad al Turkistani und Abu Abdalrahman al-Kanadi. Zudem hätte die Regierung vermehrt Mujahideen festgenommen und sie an die USA ausgeliefert. Durch diesen stetig wachsenden Druck wäre die IMU zu einer Aktion gezwungen gewesen. So hätte die IMU zusammen mit den pakistanischen Ansar durch eine Shura beschlossen, dem pakistanischen Staat den Jihad zu erklären. Der Amir der IMU Muhammad Taher Tarooq hätte die Entscheidung auch öffentlich erklärt.

Der IMU fällt es nicht sonderlich schwer Argumente zu finden, die den Jihad gegen Pakistan legitimieren. So würde die pakistanische Bevölkerung darin gehindert den wahren islamischen Glauben zu lernen. Wenn überhaupt würden sie ihn nur aus Büchern kennen. Zu dem wäre die pakistanische Regierung sofort an die Seite der USA gesprungen, nachdem diese den Krieg in Afghanistan begonnen hätte. Abu Adam schildert einige militärische Aktionen Seitens der Pakistaner gegen die Mujahideen, bei denen sie, nach dessen Angaben, mehrere Märkte bombadiert hätten. Im Anschluß werden sehr drastische Bilder der angeblichen Opfer gezeigt. Er führt weiter aus, dass die Gewalt Pakistans gegen die Mujahideen nicht erst vor kurzem begonnen hätte, sondern bereits seit dem Jihad gegen die Soviets in vollem Gange sei. So hätte Pakistan angeblich bei der Ermordung Abdallah Azzams und bei der Verhaftung Abu Musab al-Suris geholfen und letzteren an die USA ausgeliefert. Darauf werden einige kurze Videos eingeblendet in denen man vermutlich pakistansiche Gefangene sieht wie sie misshandelt werden. Als einen weiteren Beweis für Pakistans Brutalität führen sie die Ereignisse der Stürmung der Lal Masjid  in Islamabad 2007 an.

Für die IMU steht ebenfalls fest, dass die pakistanische Regierung hinter der Ermordung von Nizamuddin Shamzai steht. Er hatte die Angriffe Pakistans auf die Muhajireen und die Ansar für unrechtmäßig gefunden und in einem Rechtsgutachten erlassen, dass für die pakistanischen Soldaten, die bei diesen Angriffen sterben, nicht das islamische Totengebet gesprochen werden dürfte. Als “letztes Verbrechen” Pakistans nennen sie einen Vorfall vom 19. Mai 2011, das sie höchst dramatisiert schildern.

Auf Grund all dessen hätten sich die Muhajireen und die Ansar dazu entschieden, gemeinsam den Jihad gegen Pakistan zu erklären. Dies hätte am 19. März 2003 stattgefunden und einige der Ansar schworen dem Amri der IMU die Treue. Ein Treuschwur aus dem Video lautet wie folgt:

“Uthman Adil: Wir leisten dir den Treueid, für das Erhöhen des Wortes Allahs und für den Tod auf Allahs Weg.”

Im Anschluss an die Bilder dieser Nacht, lässt man wieder den Anführer der TTP zu Wort kommen, der bestätigt, dass es der Verdienst der IMU gewesen sei den Jihad auch nach Pakistan zu bringen.

Damit endet der geschichtliche Teil, der vor allem dadurch interessant ist, dass die IMU die Ereignisse aus ihrer Sicht erzählt. Im weiteren Verlauf des Videos beschreiben sie die Lebenslauf von Abbas Mansour und Quari Hussain sowie deren Aufgaben in ihren jeweiligen Jihad Gruppen.

Im Anschluss daran kommt wieder Hakeemullah Mehsud zu Wort. Dessen Aussage finde ich ist eine der wohl interessantesten im ganzen Video. Insbesondere für uns westliche Beobachter. Denn er erklärt, dass die verschiedenen Organisationen nicht voneinander zu unterscheiden seien.

“Wie bereits gesagt, haben die TTP und die IMU eine starke Beziehung. Wenn ein fremder hier ankommt, kann er kaum einen Unterschied zwischen uns beiden Bewegungen erkennen. Er schafft es nicht zu unterscheiden wer zur TTP gehört und wer zur IMU. Und diese Namen die ihr kennt wie TTP und IMU, dass sind nur Namen zur Erkennung. Aber unsere Jama’a (Gemeinschaft) ist eine. […]”

Dann würd nochmal der angebliche Vorzug des Jihads von Pakistans mit dem bereits oben erwähnten Argument bekräftigt.

Das Video endet mit Bildern einer Operation der IMU gegen die pakistanische Armee. Diese sei im April 2011 “hochmütig durch das Gebiet Watcho Chora stolziert“. Bei dieser Aktion seien sie sehr erfolgreich gewesen.

Abu Adam führt noch aus, dass es für die Mujahideen nicht nur ein Kampf um ein Stück Land sei, sondern um einen Platz im Paradies gehe. Er bezeichnet den Tod eines Jihadisten als “die Krönung einer jeden Seele”.

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IMU – Neujahr in Waziristan – Abu Adam al-Almani

Gestern Abend ist auf mehreren einschlägigen Foren und Blogs – unter anderem im AMEF und auf dem Blog der Islambruderschaft – ein Schreiben mit dem Titel “Neujahr in Waziristan” veröffentlicht worden. Als dessen Autor wird Abu Adam al-Almani genannt, der Mitglied der Islamischen Bewegung Usbekistans (IMU) ist.

Das Schreiben beginnt zunächst mit den üblichen religiösen Floskeln um danach den angeblich großen Zustrom neuer Mujahideen zu loben, die trotz der verstärkten Sicherheitsbemühungen der deutschen Behörden nach Pakistan reisen konnten.

Daraus lässt sich schließen, dass die Wege zum Jihad weiterhin offen sind und die deutsche Regierung sich einer wahrhaftigen Niya und der Waffe des Bittgebetes nicht in den Weg stellen kann. Doch nicht nur die Wege zum Jihad sind weiterhin offen, sondern auch die Tore zur Shahada, die sich in letzter Zeit vielen Geschwistern, darunter mehreren deutschen Mujahedeen öffneten.”

Da immer mehr Mujahideen sterben, kann Abu Adam dieses Thema natürlich nicht auslassen, wobei man im Text einen sehr starken prädestinatorischen Glauben ausmachen kann, dies ist allerdings nicht weiter ungewöhnlich. In diesem Zusammenhang fand ich einen weiteren Punkt interessant, nämlich den, dass er die Mujahideen und hier insbesondere die deutschen, mit den Sahaba (Genossen des Propheten) vergleicht, den auch diese wären im Kampf für den Islam, in Ländern, weit von ihren Heimtländern entfrent, gefallen. Als Beispiel hiefür führt er den Hamburger Mujahideen Abu Askar an.

Und nun liegt er da, ein Hamburger Mujahed begraben in Waziristan. Es erinnert irgendwie an unsere tugendhaften Vorfahren die Sahaba, die zum größten Teil an anderen Teilen der Welt begraben wurden und dies eines der Zeichen ihrer Wahrhaftigkeit war.

Als nächsten Getöteten Mijahideen nennt er Abu Talha al-Almani, der den meisten wahrscheinlich als Bekkay Harrach bekannt ist, da er mit diesem Namen auch in den deutschen Nachrichten erschien, vor allem nach seinem Drohvideo vor der Bundestagswahl. Laut dem Schreiben soll Bekkay Harrach bei einem gemeinsamen Angriff von al-Qaeda, IMU und den pakistanischen Taliban (TTP), den er befehligt, auf den Luftwaffenstützpunkt Bagram ums Leben gekommen sein (hier). Bagram bezeichnet Abu Adam als den 53. Staat der Vereinigten Staaten. Es sollen wohl auch demnächsten Videos von diesem Angriff im Internet erscheinen.

Da die IMU angeblich sehr viele E_Mails erhalten hätte, in denen nach den “wirklichen” Umständen des Jihads in Stammesgebieten gefragt wurde, geht Abu Adam nun auf diese Frage ein aber nicht ohne vorher alle westlichen Medien der Lüge zu bezichtigen. Diese Lüge, meint zunächst nur die Ereignisse in Afghanistan und Pakistan, allerdings, sagt Abu Adam danach, dürfe man sich nicht wundern, dass die westlichen Medien Lügen darüber verbreiten würden, schließlich würden sie ja auch über ihren Schöpfer lügen.

“Also zusammengefasst: Die Muslime entnehmen ihre Informationen vom Feind. Und dies ist islamisch gesehen nicht erlaubt. Während ein Kampf zwischen Wahrheit und Lüge herrscht, entnehmen die meisten Muslime ihre Informationen von der Partei der Lüge. […] Denn sie machten noch zuvor etwas viel schlimmeres; etwas was noch gewaltiger ist als dies. Und zwar lügen sie über ihren Schöpfer. Sie lügen über Allah. […] Liebe Geschwister erwartet also von den Medien der Ungläubigen nicht, dass ihr über sie an die Wahrheit gelangt. Sie sind die Stimmen der Satane, die zu den Toren der Hölle rufen. Sie rufen zu Schirk und Unheil. Sie geben sich als neutral aus, doch würden sie niemals die Wahrheit über die Gefährten der Tugend berichten, noch die Verbrechen der Übertreter aufdecken.

Im Anschluss an die Medienhetze schildert er die schwierig Lage in den pakistanischen Stammesgebieten. Er beschreibt, wie die Mujahideen gegen die pakistanische Armee kämpft und wie diese zurückschlägt. Ebenso geht er auf die stetig steigenden Drohenenangriffe ein.

“Vom Beginn des Jahres 2009 bis zum Frühjahr schaffte der Feind es viele unserer Geschwister mit Hilfe der Drohnen zu töten, was für uns Muslime, dessen fester Bestandteil des Glaubens der Glaube an die Bestimmung Allahs ist, nichts weiteres war, als die feste Bestimmung der Shahada dieser Geschwister zu einem unumgänglichen Zeitpunkt. Möge Allah (t.) die Shahada von ihnen allen akzeptieren. Und da mittlerweile viele Muslime weltweit dem Rufe des Jihades gefolgt sind, kamen hier mindestens genauso viele Geschwister an, wie gestorben sind.”

Die Hauptfront des Jihads in Pakistan sieht Abu Adam in Süd-Waziristan, genauer gesagt in Süd-West-Waziristan, Süd-Ost-Waziristan und Urugsay. Dabei übernehmen die Mujahideen immer mehr die Taktik eines Guerillia-Kriegs, wobei sie vornehmlich Sniperattacken durchführen – dies kennen wir schon aus älteren Video der IMU.

Am Ende bezeichnet Abu Adam das letzte Jahr in den pakistanischen Stammesgebieten als ein erfolgreiches für den Jihad. Zum Beweis sind am Ende des Schreibens, Tabellen über die durchgeführten und erfolgreichen Aktionen.

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Falls ihr euch das Schreiben durchlesen wollt, so könnt ihr das auf Aaron Zelins Blog machen

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“Boden der Ehre” – Neues IMU Video

Gestern Abend ist im Ansar al-Mujahideen English Forum ein neues Video veröffentlicht worden, als dessen Macher die Islamic Movement of Uzbekistan (IMU) genannt wird.  Es dauert knappe 40 Minuten. Der größte Teil ist eine gefilmte Unterrichtseinheit mit Abu Adam al-Almani, der bereits mehrmals in Videos der IMU auftrat.

Zu Beginn wird gezeigt, wie ein Scharfschütze angeblich jemanden tötet, wobei die Aufnahmen doch sehr verwackelt sind. Diese Sequenz soll in Badr in Südwaziristan im März 2010 stattgefunden haben. Daran schließt sich so zusagen das Intro an, wonach das Video von Jund’Allah Studio produziert wurde und es nur der erste Teil sein soll, der den Titel “Die Wilkommenserde” hat. Ich nehme an, dass der Titel auf Neuankömmlinge anspielt, die Abu Adam auch mehrmals begrüßt. Die ganze Serie, so sie denn zustande kommt soll “Boden der Ehre” heißen – vielleicht wird das ja eine jihadi Ramadan Soap.

Außer Abu Adam sieht man noch drei weitere Personen zu Beginn seines Vortrages, der im Video zusammengeschnitten ist. An seiner rechten Seite ist eine Kalaschnikow an die Wand gelehnt und vor ihm auf einem kleinen Tisch liegen ein paar Bücher und wahrscheinlich sein Manuskript. Er beginnt seinen Vortrag mit Hinweisen auf den Jüngsten Tag und die verschiedenen Konsequenzen, die er für die wahrhaft Gläubigen und die Ungläubigen hat. Als Beleg dafür bringt er eine Geschichte aus dem Sahih Buchari, in der Gott sagt, dass er nichts anderes verlange als das man ihm diene und nichts beigeselle. Abu Adam interpretiert diese Geschichte, natürlich so, dass mit dienen die Pflicht zum Jihad gemeint sei und das Verbot des Beigesellen beziehe sich auf das ablehnen jeglicher Autorität außer Gott – diese Argumentation erinnert mich sehr an Qutb bzw. in ihrer radikalität eher an Abd al-Salam Faraj.

Abu Adam zitiert einen Koranvers “Und gedenkt Allahs Gnade an euch”, der auch am Anfang des Videos zu lesen ist. Seiner Meinung nach sei es nun Pflicht diesen Vers auch zu praktizieren und das bedeute so Abu Adam im Jihad gegen alle Ungläubigen zu kämpfen.

Es folgt eine Begrüßung einiger Neuankömmlinge, die er auf dem “Boden der Ehre” begrüßt. Dies ist für ihn eine Region, in der die Muslime in der Lage seien ihre Religion frei zu leben, sich sicher fühlen könnten und das islamische Recht herrsche.  Also so etwas wie der utopisch perfekte islamische Staat. Für Abu Adam liegt er wohl zur Zeit in FATA und NWFP. So müsse auch jeder wahre Muslim, dem Vorbild Muhammads folgen und in dieses Gebiet auswandern (Hijra). Bei der zweiten Begrüßung, begrüßt Abu Adam die Neuankömmlinge im “Urlaub der Umma”.

Das, meiner Meinung nach, vom Inhalt wichtigste, ist der Teil, in dem Abu Adam so etwas wie die Legetimation für den Jihad und sein Denken vorträgt. Er sagt, dass der Koran und die Sunna zu drei Sachen aufrufen. Erstens zum Tawhid, wobei er diesen wahrscheinlich auch in einer politischen Dimension versteht, zweitens zur Hijra s.o. und drittens zum Jihad fi Sabil Allah. Nur wenn jemand diese drei Sachen befolgt ist er seiner Meinung nach ein wahrer Muslim und komme ins Paradies. Ich würde dies fast als eine Art Weg bezeichnen und es mit Juhayman al-’Utaybis Auffassung von Bara’ vergleichen, in der es auch drei Stationen gibt.

Im weiteren Verlauf versucht Abu Adam mit Zitaten aus Koran und Sunna die Notwendigkeit des Jihads zu erklären und das jeder der diesen Weg gehe ein Auserwählter Gottes sei und von ihm auf diesen Weg gelenkt wurde und auch auf eine höhere Stufe im Paradies gestellt werde. Hier stellte sich mir das Verhältnis der Salafiyya(-Jihadiyya) zur Prädestination. Der Weg des Jihads habe sie aus einer Gesellschaft des Polytheismus, des Unglaubens und der Sünder herausgeführt auf den “Boden der Ehre”.

Am Ende folgt noch eine Art selbst Glorifizierung der IMU und einige interessante Fakten zum geschichtlichen Selbstverständnis. So sagt eine Bildunterschrift “seit über 18 Jahren auf dem Boden der Ehre”.

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