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IMU – “Tod der Pro-NRW” – Abu Ibraheem al-Almani – Teil I

Eigentlich wollte ich auf meinem Blog nichts über die Auseinandersetzung, in Solingen und Bonn, zwischen Salafisten und den Anhängern von Pro-NRW, schreiben. Da seit gestern Abend allerdings über das am Samstag erschienene Video von Yassin Chouka in fast allen Medien berichtet wird und auch über sehr viele Suchanfragen in diesem Zusammenhang, auf meinen Blog zugegriffen wurde, habe ich mich entschieden nun doch etwas zu der Thematik zu schreiben.

Zunächst werde ich mich mit dem Video (es ist vielmehr eine Audiobotschaft mit einem Hintergrundbild) beschäftigen und genauer auf ihren Inhalt eingehen. Das in der Botschaft zum Mord, als Reaktion auf das Zeigen der Muhammad Karikaturen, aufgerufen wird ist nicht verwunderlich, wenn man die letzten Video- bzw Audiobotschaften der Chouka Brüder kennt. Denn in diesen haben sie bereits offen zu Anschlägen in Deutschland aufgerufen. Somit rufen sie nun “nur” zu Anschlägen gegen eine bestimmte Gruppe auf. Da ich in letzter Zeit einige negative Reaktionen bekommen habe, möchte ich betonen, dass ich die jihadistische Propaganda ablehne und über meinen Blog demjenigen, der an der Materie interessiert ist und sich kritisch mit ihr auseinandersetzen will, die Möglichkeit geben Informationen über die primär Texte zubekommen. Ich verzichte dabei bewusst auf die Links zu den jihadistischen Foren.  Wer sich dennoch die Quellen direkt anschauen will ohne auf eine jihadistische Seite zugelangen kann auf die sehr gute Homepage von Aaron Zelin gehen. Er betreibt den Blog “Jihadology“.

In einem zweiten Blogpost werde ich mich deutschen Salafisten und deren Reaktionen auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen, widmen. Insbesondere auf YouTube sind einige Videos aufgetaucht, die ich sehr erschreckend fand. So wird unter anderem die Gewalt der Salafisten als vollkommen legitim eingestuft, da die Polizei es nicht verhindert hätte, dass der Prophet Muhammad durch das Zeigen der Karikaturen beleidigt wird. So wird ebenfalls darauf hingewiesen, welche Reaktionen die Beleidigung des Propheten in der Vergangenheit bereits hervorgerufen hätten. Dabei wird u.a. der Mord an dem niederländischen Regisseur Theo van Gogh, der Mord an zwei US-Soldaten am Frankfurter Flughafen durch Arid U. und die Mordserie von Mohammed Merah in Tolouse genannt (über Mohammed Mera haben die Chouka Brüder auch ein Video gemacht: “Der Ritter von Tolouse”). Diese Verbindungen finde ich erschreckend, zumal sie von in Deutschland lebenden Salafisten kommt, die sich durch die neue Botschaft der Chouka Brüder angesprochen fühlen könnten, da sich das extreme Gedankengut beider sehr nahe zu stehen scheint.

Abu Ibraheem beginnt seine Audiobotschaft, wie es mittlerweile üblich geworden ist, in dem er “seine Geschwister” grüßt.

“meine Speziellen Grüße, hier aus dem Khorassan, gelten heute meinen Geschwistern, den eifersüchtigen Dienern Allahs, aus Solingen und Bonn […]”

Er geht kurz auf die Verteilung der Koranexemplare ein. Dies sei eine Gnade für das deutsche Volk gewesen. Muslime hätten ihre Zeit geopfert um die Barmherzigkeit des Islams zu zeigen.

“Diese Verteilung war Zeichen der Barmherzigkeit, mit der der Islam entsandt wurde und Zeichen der Sorge des Muslims, eine Sorge, die er für seine Mitmenschen trägt, weil es ihn schmerzt, dass die Schätze des Glaubens, die Schätze des Islams, den Menschen verborgen sind.”

Diese Art der Argumentation ist aus vielen Videos oder Texten bekannt, denn für Salafisten kommen alle nicht-Muslime in die Hölle und so würden sie nur aus reiner Nächstenliebe wollen, dass alle zum Islam konvertieren, damit sie davor geschützt sind.

“Zusammengefasst: Unsere Geschwister wollten mit dieser Tat und mit Allahs Hilfe, die Menschen aus der Dunkelheit zum Licht führen […]”

Doch hätten wir Deutsche diesen Aufruf mit Groll auf genommen und ihn sogar als radikal und aggressiv bezeichnet. So hätte die Partei Pro-NRW ihrem Hass auch Taten folgen lassen.

“Sie haben das Maß weit überschritten und ihre Provozierungen brachen das Maß der Geduld und dürfen tatenlos nicht hingenommen werden.

Erneut wurden Karikaturen unseres geliebten Propheten, der uns lieber ist als unsere Eltern, unsere Kinder und lieber als unsere eigenen Seelen […] und es geschah im vollen Bewusstsein, dass es sich um eine Beleidigung handelt”

Abu Ibraheem sei stolz gewesen, als er die Bilder sah, wie die “Feinde Allahs” von seinen “eifersüchtigen Geschwistern” angegriffen wurden. All dies habe er den Mujahideen in Khorassan erzählt.

“Und sie sagten zu mir, ich soll euch von ihnen grüßen und euch sagen, ich soll euch sagen, dass ihr alle töten sollt.”

Im Anschluss gibt er einige Tipps. So hält er es für ratsam wenn die Muslime nicht mehr zu den Veranstaltungen von Pro-NRW gehen würden, denn dort könnten sie von der Polizei verhaftete werden. Denn die Polizei stehe ihnen ebenfalls feindlich gegenüber. Sie müssten ja schließlich auch nicht mehr nachschauen, ob sie die Karikaturen zeigen würden. Denn das haben sie bereits getan und für Abu Ibraheem gibt es laut der “islamischen Scharia'” nur eine Strafe dafür.

Als zweiten ‘Übeltäter’ hat er die Medien ausgemacht, denn die hätten “unter dem Deckmantel der freien Berichterstattung” ebenfalls die Karikaturen gezeigt.

“Der Spiegel, der von den Juden gelenkt wird und andere bekannte deutsche Medienabteilungen, haben unseren Propheten dadurch auch beleidigt. Und auch in diesem Fall sage ich zu euch, lasst eure Eifersucht in einen systematischen Kampf fließen […]”

Die angebliche jüdische Weltverschwörung findet sich immer wieder als Motiv in jihadistischer Propaganda. Deswegen möchte ich kurz auf ein Buch von Carmen Matussek hinweisen: “Der Glaube an eine “jüdische Weltverschwörung”: Die Rezeption der “Protokolle der Weisen von Zion” in der arabischen Welt.”

“Abschließend möchte ich sagen, auch wir, die Mujahadeen in Khorassan, die sich ohnehin schon mit der BRD in einem Kriegsverhältnis befinden, erklären speziell der Pro-NRW den Krieg und haben sie in unsere Kriegsplanung mit aufgenommen. Und so Allah will, werden wir uns an ihnen rächen.”

Dieser Punkt wurde, so wie ich ihn gehört habe, in den Medien teilweise falsch wiedergegeben. Denn dort hörte es sich in dramatischer Weise so an, als ob alle Muslime der BRD den Krieg erklärt haben, bzw erklären sollen. Zu dem ist diese Art der Rhetorik nicht neu, denn man findet sie in einigen der letzten Botschaften der Chouka Brüder.

Den medialen Hype, den diese Audiobotschaft erhalten hat, ist vermutlich dem Umstand der letzten Ereignisse in Bonn und Solingen geschuldet, denn es ist nicht wirklich radikaler oder extremer als die anderen Propagandavideos der beiden Chouka Brüder oder anderer deutscher Jihadisten und diese wurden nur von einigen Zeitungen mit Artikeln bedacht. Dieses neue Video wurde jedoch heute sogar in den Radionachrichten erwähnt.

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IMU – “Auf zum Erfolg” – Abu Adam al-Almani

Heute Morgen ist in jihadistischen Internetforen eine 15 minütige Audiobotschaft von Abu Adam al-Almani, anlässlich des muslimischen Opferfestes (‘Id al-‘Adha), veröffentlicht worden.

Wie bereits in anderen Videobotschaften und Statements seitens der IMU spricht Abu Adam am Anfang besonders die deutschen Muslime an. In den letzten Wochen und Monaten würde etwas besonders passieren, denn durch die Luft würde ein spezieller Wind wehen, die Begeisterung für den Islam, die Liebe zum Gottesdienst – in jihadistischen Kreisen wird die Kampfhandlung als ein integraler Bestandteil des Gottesdienstes angesehen – sowie die Liebe zur Tugend. Dies würde vor allem bei den Jugendlichen ihren Höhepunkt, seit dem Sturz des osmanischen Kalifats erreichen. Hierdurch wären Millionen von Menschen zum Glauben geführt worden, weshalb es eine frohe Botschaft und die Gnade Gottes sei.

Den Sturz einiger arabischer Regime im Zuge des “Arabischen Frühlings” sowie das Martyrium von Usama b. Laden und Anwar al-Awlaqi sieht er als Grund dafür, dass immer mehr Muslime, in seinen Worten, aufwachen würden, denn sie verstünden nun, dass die Angelegenheit der muslimischen Ummah Eine ist und das sie islamisch gelöst werden müsse. Als die daraus resultierende Gnade, sieht Abu Adam, dass die Ummah ihre Feinde erkannt hätte. Die westliche Welt, die immer weitere militärische Aktionen gegen die muslimische Gemeinschaft planen würde, benennt er als den Feind.

Als Beleg für die Überlegenheit der Muslime führt Abu Adam eine Geschichte an: Ein jemenitischer Beduine solle nach dem Angriff einer amerikanischen Drohen (er nennt sie Spionageflugzeug) zu den Mujahideen gekommen sein und sie gefragt haben, ob die Drohen über oder unter dem Thron Gottes fliegen würden. Sie hätten ihm geantwortet natürlich darunter. Worauf er erwidert haben soll, “wovor sollen wir dann Angst haben”.

Das Erwachen der Ummah hätten sie Gott und den Märtyrern zu verdanken, deren Schahada dem Gebetsruf  “Auf zum Erfolg” gleiche. Denn sie sollten sich erheben wofür die anderen bereits gestorben seien. Durch den Tod von Usama b. Laden hätten viele erkannt, dass der Weg den er eingeschlagen hätte, “der Weg der Wahrheit” sei. An dem Abend, an dem sie vom Tod Anwar al-Awlaqis erfuhren, hätte eine usbekischer Mujahid aus ihren Reihen seinen Neugeborenen Anwar al-Awlaqi genannt. Die muslimische Gemeinschaft würde zur Zeit durch die Ereignisse auf die Probe gestellt.

Im zweiten Teil der Audiobotschaft bekennt sich die IMU zu dem schweren Selbstmordattentat vom 29. Oktober in Kabul, bei dem 17 Menschen gestorben sind.

Am 28. Oktober hätten sie 25 Mitglieder begraben müssen, die durch zwei Drohnenangriffe umgekommen seien. Dies hätte nicht ihre Stimmung gedrückt, sondern sie würden mit noch größerer Vorfreude das Paradies erwarten.

“Der Hass gegenüber den Feinden wird von Tag zu Tag mehr und die Liebe zu Allah und der muslimischen Nation steigt”

Den Anschlag beschreibt er wie folgt:

“[…] nutze einer unserer Istischhadis die gesegneten Tage dieses Monats und machte sich auf den Weg seinen Herrn zu treffen. Er opferte sein Leben um die Ummah zu beleben. Mitten in der Hauptstadt Kabul gelang es ihm, mit Allahs Hilfe und Beistand, 25 Soldaten der Besatzungsmächte, die niemand eingeladen hat, ein Ende zu setzen. Ein Muslim opfert sein Leben, aber die Früchte waren nicht nur, dass die Feinde 25 ihrer Leute verloren haben, nein, die Nachricht ging durch die ganze Welt und erreichte unachtsame Herzen und weckte sie […].

Liebe Geschwister, die Kufar heute bezeichnen diesen Krieg, als den dritten Weltkrieg. Wir sagen dazu: Der Jihad wird bleiben bis zum Jüngsten Tag. Für uns gibt es keinen ersten, keinen zweiten, dritten oder vierten Weltkrieg. Wir, unsere Kinder und die Generationen, die nach uns kommen werden, werden – so Allah will, am Koran der uns leitet und am Schwert das uns ehrt festhalten und wir werden sie nicht nur bekämpfen bis wir sie besiegen und bis sie erniedrigt auf dem Erdboden umherziehen, nein, wir werden darüber hinaus für jede Ungerechtigkeit, die sie an uns begangen haben rächen, wir haben nichts vergessen […]. Stellt euch auf einen langen Krieg ein. Und meine Geschwister möchte ich bezüglich dieses Kampfes, auf Grund des globalen Aspektes, an folgendes erinnern: Der Jihad bleibt fard al-‘Ayn [allgemeine Pflicht]. Er bleibt fard al-‘Ayn bis jedes Stück Erde, was einmal muslimisch war, wieder muslimisch wird. Dies ist so verpflichtend wie das Beten und Fasten.

Zu den Ländern, die befreit werden müssen, zählt er nicht nur die verloren gegangenen Gebiete wie al-Andalus sondern aller Länder, in denen Muslime leben. Denn die reine Anwesenheit von Muslimen würde nicht ausreichen um ein Land muslimisch nennen zu können. Sondern seiner Meinung nach müsse das Oberhaupt ein Muslim sein und die Gesetze der Scharia’ müssten durchgesetzt werden.

Bei dem Kampf sollten sie Barmherzig zu den anderen Muslimen sein aber hart gegen über allen Ungläubigen. Bei den Ungläubigen spielt für ihn keine Rolle ob es Amerikaner oder Araber sind, für ihn ist nur ihre Absicht wichtig.

“Unsere Zeit verlangt heute von jedem Muslim, dass er ein Mujahid ist. Das er ein Kämpfer ist. Das er für die Religion kämpft.”

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IMU – Frohe Botschaft aus Pakistan – Teil 2

Die Islamische Bewegung Usbekistan hat am Freitag insgesamt drei neue Videos in den einschlägigen Foren und auf ihrer Homepage online gestellt. Mit einem davon werde ich mich näher auseinandersetzten. Der zweite Teil von “Frohe Botschaft aus Pakistan” sollte laut einem Schreiben der Isamischen Bewegung Usbekistans bereits Ende Juli online gestellt werden, nachdem sich angeblich die Produktion verzögerte, da sie Computer Probleme hatten – siehe ihr Statement “Fiese Harddisk”.

Allerdings wurde es nun so wie die beiden anderen auch erst am Freitag publiziert, kurz nach dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan. Einige Teile von dem hier zu besprechenden Video und “Ghazwa ul-Hind” ähneln sich stark. Es wurden zumindest die Bilder von ein und dem selben Überfall der Islamischen Bewegung Usbekistans auf einen Konvoi der pakistanischen Armee verwendet. In beiden Videos wird das Hauptaugenmerk auf ein Hadith des Propheten Muhammad gelegt. Nach dem Hadith sei der Kampf um das Gebiet, dass man damals mit al-Hind bezeichnete, ein größerer Verdienst, als der Kampf um andere Gebiete. Al-Hind umfasse das heutige Pakistan, Kashmir, Indien, Nepal, Buthan, Bangladesch, Sri Lanka und die Maledieven. Somit lässt sich damit gut um neue Rekruten für den Jihad in Pakistan werben.

Der zweite Teil von “Frohe Botschaft aus Pakistan” beginnt mit Bildern verschiedener Aktionen gegen die pakistanische Armee. Über diese Bilder werden Interviewschnipsel gelegt. So sagt am Anfang Hakeemullah Mehsud Anführer der TTP (Pakistanische Taliban), dass die demokratische Regierung Pakistans nach unislamischen Prinzipien regieren würde. Kommandeur Jihad Jarr bekräftigt seine Freude über die Gebiets gewinne der Mujahideen und ärgert sich, dass die Medien nicht darüber berichten bzw. die Erfolge vertuschen. Diese wären nur durch die Einheit der Muhajireen und den Ansar möglich gewesen. Die beiden Begriffe gehen auf die Zeit des Propheten Muhammad zurück. Mit den Muhajireen wurden diejenigen bezeichnet, die gemeinsam mit Muhammad nach Medina auswanderten (Hijra). Dort wurden sie von einem Teil der lokalen Bevölkerung Unterstützt, den sogenannten Helfern (arab. Ansar). Im jihadistischen Kontext werden die als Muhajireen bezeichnet, die aus ihren Heimatländern “auswandern” um aktiv am Jihad teilzunehmen und die Bevölkerung der jeweiligen Länder, die den Jihadisten helfen als Ansar.

Desweiteren lässt man am Anfang noch Quari Hussain zu Wort kommen, er ist ein Mitbegründer der TTP. Er beschwört die Mujahidden sich nicht von Medien einreden zu lassen, dass sie kurz vor einer Niederlage stehen würden. Denn zur Zeit würden sie nur Racheaktionen gegen die Pakistaner durchführen, aber in naher Zukunft würde der Jihad erst richtig anfangen und man werde ihn ins pakistanische Kernland tragen. Hier finden sich auch wieder Anspielungen auf al-Hind. Er zitiert einen Ausspruch Muhammads, nach dem ein Heer aus Khorasan kommen werde und al-Hind erobern würde.

Nach diesem Anfang beginnt der eigentliche Film “Frohe Botschaft aus Pakistan”. In Abschnitte eingeteilt wird dem Zuschauer erklärt warum der Jihad gegen Pakistan ebenso eine allgemeine Pflicht für jeden Muslim sei wie der in Afghanistan oder dem Irak. Zum einen werden Interviews geführt “mit einigen der Größen des Jihads in Pakistan” so wie sie es nennen und sie zeigen ihre Sicht der Geschichte der Ereignisse von 2002 bis zur Eskalation durch die Operation Kaloosha 2004 und wie dadurch ihrer Meinung nach der Jihad gegen Pakistan unabdingbar geworden wäre.

Der erste Geschichtsteil fängt an in dem sie kurz zusammenfassen,über welche geschichtlichen Zusammenhänge sie die Zuschauer im 1 Teil der Serie informiert hätten. Zum Beispiel wie die Mujahideen der IMU auf ihrer Flucht aus Afghanistan nach Süd-Waziristan (Wana) gelangt seien. Die Ereigniss und der Kampf gegen die US-Truppen, die schließlich zur Flucht der IMU nach Pakistan führten, werden von ihrem ehemaligen Amir Muhammad Taher Farooq geschildert. Hakeemullah Mehsud lobt die IMU und deren Amir, dafür dass sie die letzte Schalcht gegen die Amerikaner in Afghanistan in Shaykot geschlagen hätten. Vor dieser hätten sie ihre Familien nach Wana geschickt um sie in Sicherheit zu wissen. Dort hätten die Familien versteckt leben müssen. Bei der Schlacht um Shykot wäre ca. 70 Anhänger der IMU gestorben. Wegen der großen Verluste wären der Rest der IMU dazu gezwungen gewesen sich ebenfalls nach Pakistan zurückzuziehen. Anfangs hätten sie nicht im Sinn gehabt gegen die pakistanische Armee zu kämpfen. Denn durch ihren Rückzug nach Wana wollten sie ihre Verletzten pflegen können und neue Kräfte sammeln um sich erneut ihrem Hauptfeind entgegenstellen zu können. Zu der damaligen Zeit seien das noch “die Amerikaner und Kreuzzügler in Afghanistan” gewesen. Sie hätten jedoch erkannt, dass es ihre Pflicht sei die einheimische Bevölkerung zum “wahren Islam” aufzurufen. Dieser beinhaltet nach dem Verständnis der IMU selbstverständlich auch den Jihad. Ihre Ideen wären bei den Ansar auf fruchtbaren Boden gefallen sagt Mounir Chouka (Abu Adam). In der Zeit von 2002, nachdem sie sich in Wana angesiedelt hatten bis 2004, nach ihrer erneuten Flucht, dieses mal von Wana nach Nord-Waziristan, hätten sie laut Aussagen von Abbas Mansour, einem Kommandeur der IMU, 40 große Operationen in Afghanistan durchgeführt.

Die Islamische Bewegung Usbekistans hätte in Pakistan aber nicht nur die Ansar vorgefunden, deren Hilfsbereitschaft wichtig für sie gewesen war, sondern auch einen Feind. Denn die pakistanische Regierung und die Armee wären ihnen feindlich gesinnt gewesen. Allerdings sei es der Glauben der Mujahideen, das sowohl Pakistan als auch die Stammesgebiete nur Gott gehören und somit sei es rechtens, dass sich die IMU mit ihren Familien dort niederließ um den Islam und die Sharia’ nach ihrem Verständnis auszuleben. Die pakistanische Regierung konnte und wollte solch ein Verhalten auf ihrem Territorium nicht dulden. So wollte sie, wie es das Video darstellt, die Mujahideen mit allen Mitteln vom Weg des Jihad abbringen. Die Armee führte angeblich 70 Razzien durch. Vor diesen hätten sich die Anhänger der IMU aus den Dörfern zurückgezogen, um einer Konfrontation mit der pakistanischen Armee zu entgehen. Diese Ereignisse schilder Mufti Abu Zarr Pakistani – der Sharia’ Beauftragte der IMU – in recht dramatischer Weise.

Der Wende im Verhalten der IMU gegenüber dem pakistanischem Staat sei nach einer Militär Aktion gewesen. Bei dieser hätte die pakistanische Armee eine Sitzung gestürmt und dabei unter anderem zwei bekannte Mujahideen getötet, Abu Muhammad al Turkistani und Abu Abdalrahman al-Kanadi. Zudem hätte die Regierung vermehrt Mujahideen festgenommen und sie an die USA ausgeliefert. Durch diesen stetig wachsenden Druck wäre die IMU zu einer Aktion gezwungen gewesen. So hätte die IMU zusammen mit den pakistanischen Ansar durch eine Shura beschlossen, dem pakistanischen Staat den Jihad zu erklären. Der Amir der IMU Muhammad Taher Tarooq hätte die Entscheidung auch öffentlich erklärt.

Der IMU fällt es nicht sonderlich schwer Argumente zu finden, die den Jihad gegen Pakistan legitimieren. So würde die pakistanische Bevölkerung darin gehindert den wahren islamischen Glauben zu lernen. Wenn überhaupt würden sie ihn nur aus Büchern kennen. Zu dem wäre die pakistanische Regierung sofort an die Seite der USA gesprungen, nachdem diese den Krieg in Afghanistan begonnen hätte. Abu Adam schildert einige militärische Aktionen Seitens der Pakistaner gegen die Mujahideen, bei denen sie, nach dessen Angaben, mehrere Märkte bombadiert hätten. Im Anschluß werden sehr drastische Bilder der angeblichen Opfer gezeigt. Er führt weiter aus, dass die Gewalt Pakistans gegen die Mujahideen nicht erst vor kurzem begonnen hätte, sondern bereits seit dem Jihad gegen die Soviets in vollem Gange sei. So hätte Pakistan angeblich bei der Ermordung Abdallah Azzams und bei der Verhaftung Abu Musab al-Suris geholfen und letzteren an die USA ausgeliefert. Darauf werden einige kurze Videos eingeblendet in denen man vermutlich pakistansiche Gefangene sieht wie sie misshandelt werden. Als einen weiteren Beweis für Pakistans Brutalität führen sie die Ereignisse der Stürmung der Lal Masjid  in Islamabad 2007 an.

Für die IMU steht ebenfalls fest, dass die pakistanische Regierung hinter der Ermordung von Nizamuddin Shamzai steht. Er hatte die Angriffe Pakistans auf die Muhajireen und die Ansar für unrechtmäßig gefunden und in einem Rechtsgutachten erlassen, dass für die pakistanischen Soldaten, die bei diesen Angriffen sterben, nicht das islamische Totengebet gesprochen werden dürfte. Als “letztes Verbrechen” Pakistans nennen sie einen Vorfall vom 19. Mai 2011, das sie höchst dramatisiert schildern.

Auf Grund all dessen hätten sich die Muhajireen und die Ansar dazu entschieden, gemeinsam den Jihad gegen Pakistan zu erklären. Dies hätte am 19. März 2003 stattgefunden und einige der Ansar schworen dem Amri der IMU die Treue. Ein Treuschwur aus dem Video lautet wie folgt:

“Uthman Adil: Wir leisten dir den Treueid, für das Erhöhen des Wortes Allahs und für den Tod auf Allahs Weg.”

Im Anschluss an die Bilder dieser Nacht, lässt man wieder den Anführer der TTP zu Wort kommen, der bestätigt, dass es der Verdienst der IMU gewesen sei den Jihad auch nach Pakistan zu bringen.

Damit endet der geschichtliche Teil, der vor allem dadurch interessant ist, dass die IMU die Ereignisse aus ihrer Sicht erzählt. Im weiteren Verlauf des Videos beschreiben sie die Lebenslauf von Abbas Mansour und Quari Hussain sowie deren Aufgaben in ihren jeweiligen Jihad Gruppen.

Im Anschluss daran kommt wieder Hakeemullah Mehsud zu Wort. Dessen Aussage finde ich ist eine der wohl interessantesten im ganzen Video. Insbesondere für uns westliche Beobachter. Denn er erklärt, dass die verschiedenen Organisationen nicht voneinander zu unterscheiden seien.

“Wie bereits gesagt, haben die TTP und die IMU eine starke Beziehung. Wenn ein fremder hier ankommt, kann er kaum einen Unterschied zwischen uns beiden Bewegungen erkennen. Er schafft es nicht zu unterscheiden wer zur TTP gehört und wer zur IMU. Und diese Namen die ihr kennt wie TTP und IMU, dass sind nur Namen zur Erkennung. Aber unsere Jama’a (Gemeinschaft) ist eine. […]”

Dann würd nochmal der angebliche Vorzug des Jihads von Pakistans mit dem bereits oben erwähnten Argument bekräftigt.

Das Video endet mit Bildern einer Operation der IMU gegen die pakistanische Armee. Diese sei im April 2011 “hochmütig durch das Gebiet Watcho Chora stolziert“. Bei dieser Aktion seien sie sehr erfolgreich gewesen.

Abu Adam führt noch aus, dass es für die Mujahideen nicht nur ein Kampf um ein Stück Land sei, sondern um einen Platz im Paradies gehe. Er bezeichnet den Tod eines Jihadisten als “die Krönung einer jeden Seele”.

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Die Strömungen des Salafismus

In den letzten Monaten wabert immer wieder ein Begriff durch die deutschen Medien, der meist missverstanden und oft falsch gebraucht bzw. unzureichend erklärt wird. Die Verwendung des Begriffs “Salafismus”, hat sich im Sprachgebrauch, vor allem der Medien, so weit eingebürgert, dass meines Erachtens nach alles konservativ islamische mit diesem Begriff tituliert wird, ohne die Nötige Differenzierung. Dabei er gibt sich jedoch ein Problem. Puristische, apolitische Salafisten, werden mit dem selben Label versehen wie terroristische Organisationen, die ihre Ideologie an den Salafismus anlehnen – zum Beipiel al-Qaeda.

Als ein Beispiel für die mehr als unglückliche Verwendung und Erklärung möchte ich ein Zitat aus der Süddeutschen Zeitung vom 20 Juni 2011 anführen.

“[Der] Salafismus ist eine Spielart des Wahhabismus, der übersteigerten puritanischen saudischen Staatsreligion.”

Diebe der Revolution” in Süddeutsche Zeitung S. 3 vom 20. Juni 2011

In diesem Artikel werde ich die verschiedenen Entwicklungen des Salafismus aufzeigen, von den historischen Vorbildern, den so genannten as-salaf as-salih (die rechtschaffenen Altvorderen; die Gefährten des Propheten Muhammads, bis in die dritte Generation) über den “reformistischen Salafismus” alà ‘Abduh und Rida, über “politischen Salafismus” der Muslimbrüderschaft. Abschließend wende ich mich dem “jihadistischen Salafismus” zu, als deren Hauptvertreter al-Qaeda allen bekannt ist.

Dabei halte ich mich an das von Wiktorowicz ausgearbeitet Model, der den Salafisms, in drei Strömungen einteilte, die puristische, die politische und die jihadistische. Quintan Wiktorowicz ist insbesondere durch seine Verbindung der Social Movement Theory mit islamistischen Bewegungen bekannt.

Als die historischen Vorbilder, im wahrsten Sinne des Wortes, dienen der Prophet Muhammad, dessen Gefährten und all jene die Muhammad oder dessen Gefährten noch persönlich kennen konnten. Deswegen hat man die Grenze bei der dritten Generation nach Muhammad gesetzt. Die frühe Gemeinde, die sich um den Propheten sammelte, wird als die ideale Form von Gemeinschaft angesehen, weswegen sie heute noch als Vorbild dient. Einige Salafisten kleiden sich deswegen dem Beispiel Muhammads entsprechend.

Besondere Beliebtheit, erlangte der Begriff “Salafismus”, Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts. Zu verdanken, hatte er dies, vor allem der Reformbewegung, deren beiden Köpfe ‘Abduh und Rida’ waren. Sie wirkte hauptsächlich von Ägypten aus und ihre Ideen ging auf Afghani zurück. Die Anhänger des “reformistischen Salafismus”, waren um einiges liberaler, als die heutigen Salafisten. Sie wollten den Islam an die Moderne anpassen durch Reformen des Bildungs-, Wirtschafts- und Herrschaftssystem. Die gegenwärtigen Salafisten beziehen sich in aller Regel nicht auf die genannten “reformistischen Salafisten”. Sie halten diese, zum Teil, sogar als vom Glauben abgefallen.

Die wirklichen Vordenker der heutigen Salafisten, sind insbesondere Ahmad b. Hanbal, Begründer der hanbalitischen Rechtsschule, sowie Taqi ad-Din b. Taymiyya und Muhammad b. Abd al-Wahhab. Sie beeinflussten alle drei Richtungen des gegenwärtigen Salafismus (puristisch, politisch und jihadistisch), auf die ich im folgenden näher eingehen werde.

Als erste Gruppe der Salafisten, sind die puristischen zu nennen. Diese sind in ihrer Haltung apolitisch und vor allem auf das Beibehalten ihrer puritanischen Lebensweise bedacht. Ein gutes Beispiel für diese wären zum Beispiel die saudische Variante des Salafismus sowie die Tablighi Jama’at, eine missionariche Gruppe, die in den 1920er in Indien gegründet wurde. Das Hauptziel des “puristischen Salafismus” ist zum einen der Aufruf bzw. die Missionierung zum Islam (Da’wa), ebenso wie der Kampf gegen Praktiken, die sie als nicht islamisch betrachten. So zum Beispiel die Verehrung von Heiligen durch Sufis. Sie lehnen jegliche politische Partizipation ab, da dies ihrer Meinung nach zum moralischen Verfall führt. Dementsprechend lehnen sie unter anderem auch die Beteiligung an Wahlen ab, denn ihre Auslegung des Tawheed (Monotheismus) ist sehr streng. Gott ist für sie auch im politischen Bereich die einzige legitime Souveränität und durch Wahlen würde der Mensch an dessen Stelle treten. “Puristische Salafisten” sehen sich allerdings nicht als eine politische Bewegung, sondern vielmehr als Avantgarde zum Schutz des “wahren Islams”. Dieses avantgardistische Gedankengut ist meiner Meinung nach allen salafistischen Strömungen zu eigen. Da sie sich für die einzigen Vertreter des “wahren Islams” halten, haben sie viele Ressentiments gegen andere salafistischen Gruppen. Ihnen werfen sie vor, sie würden dem von Muhammad vorgezeichneten Weg verlassen und mit rationalen Gedanken versuchen die politische Veränderung zu erreichen. Dadurch würden sie auch die Prinzipien des Islams vernachlässigen. Solche Vorwürfe erheben zum Beispiel regelmäßig “salafistisch jihadistische” Gruppierungen in Gaza gegen das dortige Hamas Regime.

Die zweite Gruppe sind die “politischen Salafisten“. Sie gehen historisch auf die, 1928 von dem ägyptischen Lehrer Hassan al-Banna gegründete, Muslimbrüderschaft zurück. Diese wollte eine Volksbewegung ins Leben rufen. Denn ihrer Meinung nach würde einer Reform des Islams unweigerlich eine soziale Revolution nachfolgen. Für die Muslimbrüderschaft, deckt der Islam alle Bereiche des Lebens ab. In den 1930er und 40er begannen die Ideen der Muslimbrüderschaft den islamischen Diskurs zu dominieren und gewann die Oberhand gegenüber nationalistischen Ideen und Weltanschauungen. Mit dem Beginn der 1950er und dem Machtantritt Nasers veränderte sich vieles für die Muslimvrüderschaft. Es kam vermehrt zu Zusammenstößen zwischen ihnen und den arabischen Regimen in Ägypten, Jordanien und Syrien. Der wohl wichtigste Ideologe aus dieser Zeit war Sayyid Qutb. Vor allem durch durch die Ideen Qutbs verlor der “politische Salafismus” der Muslimbrüder, die letzten Reste der reformistischen Ideen, die noch in ihrer Ideologie vorhanden waren. Hassan al-Banna war in seinem Denken sehr von ‘Abduh und Rida insperiert worden.

Nach dem brutalen Vorgehen Nasers gegen die Muslimbrüder, gingen jene, die nicht verhaftet wurden, nach Saudi Arabien ins Exil. Dort ist der so genannte “Wahhabismus” die vorherrschende Variante des Islams. Der “Wahhabismus” gehört zur puristischen Strömung des Salafismus und entstand auf der Arabischen Halbinsel des 18. Jahrhunderts. Der Name dieser Richtung geht auf den Begründer und Reformer Muhammad b. ‘Abd al-Wahhab zurück. Er predigte einen sehr fundamentalen Islam und lehnte jegliche Form von Aberglauben ab.

Die nach Saudi Arabien geflohenen Muslimbrüder schafften es schnell in ihrer neuen Heimat Fuß zu fassen, insbesondere in den Universitäten. Von diesn aus war sie sehr erfolgreich darin, ihre Ideologie zu verbreiten, obwohl sie im Kontrast zum “puristischen Salafismus” Saudi Arabiens stand. So gingen aus dem saudischen Bildungssystem immer mehr politisch sensibilisierte Menschen hervor, die in ihre Heimatländer, in der gesamten Arabischen Welt, zurückkehrten oder zum Beispiel nach Afghanistan um dort gegen die Soviets zu kämpfen. Unter diesen Studenten waren zum Beispiel Abdallah Azzam und Abu Muhammad al-Maqdisi. Aus den saudischen Studenten, die in ihrem Heimatland blieben und nun politisch hoch sensibilisiert waren, ging unter anderem die al-Sahwa Bewegung hervor. Sie übte heftige Kritik am Klerikalen Establishment Saudi Arabiens, weil es die Präsenz amerikanischer Truppen auf der Arabischen Halbinsel in einer Fatwa (Rechtsgutachten) erlaubt hatten. Der Hauptkritikpunkt war, dass sich die “puristischen Salafisten” so sehr auf ihr religiöses Seelenheil konzentrieren würden und sich dadurch vollkommen von der politischen Welt isoliert hätten, weshalb sie nicht genügen über diese wüßten um auf aktuelle Situationen angemessene Rechtsgutachten zu erlassen.

Die dritte Gruppe innerhalb des Salafismus, ist die jihadistische (Salafiyya Jihadiyya). Diese ist die in den Medien wohl präsenteste. Die salafistisch-jihadistische Ideologie entstand während des Afghanistan Kriegs, gegen die Sowjet Union. Sie basiert auf den beiden oberen Versionen des Salafismus. Zu beachten ist, dass die “Salafiyya Jihadiyya” keine homogene Untergruppe des Salafismus ist. Wie auch bei den anderen, differenzieren sich die Anhänger in diversen Spektren aus. Die jihadistischen Salafiten, sehen sich wie die anderen Salafiten auch, als die einzig wahren Muslime. Sie verbinden die, für den Salafismus, typische wortgetreue Auslegung des Korans mit einer tiefen Überzeugung für die Notwendigkeit des Jihads, der für sie in erster Linie eine gewaltsame Auseinandersetzung ist. Auf Grund dessen steht der Jihad, für sie, auf der selben Stufe wie die “fünf Säulen des Islam”. Somit wird er als eine der Grundlagen des Islams dargestellt.

Sie lehnen die im Islam übliche Meinung ab, das der Jihad, nur als ein defensiver Verteidigungskrieg geführt werden darf. Vielmehr sind Jihadisten davon überzeugt, dass es die Pflicht eines jeden Muslims sei, den Jihad aktiv und vor allem aggressiv zu führen. Der Jihad wird so in ihrer Ideologie, von einem defensiven, zu einem aggressiven Angriffskrieg. Dazu fällt allerdings in ihrer Rhetorik auf, dass sie versuchen, den Westen, oder die Arabischen Regime, als den Aggressor darzustellen und so doch versuchen, ihre Ansichten in der Mainstream- Meinung zu verpacken. Die Ansicht, dass der Jihad aggressiv zu führen sei, geht in erster Linie auf Sayyid Qutb zurück.

“Qutb advocated jihad to establish an Islamic state. In doing so, he argued angainst well-established Islamic legal opinions that jihad was primarly a strugel against the soul (jihad al-nafs) or a defensive war to protect the Muslim community. In kind of Islamic liberation theology, he argued that force was necessary to remove the chains of oppression so that Islamic truth could predominate.”

Wiktorowicz: A Genealogy of Radical Islam. 2005. S. 79

Quintan Wiktorowicz, macht in seinem Artikel “A Genealogy of Radical Islam” vier große Unterschiede zwischen den “normalen Salafisten” und den “jihadisten Salafisten” aus.

  1. Der Gebrauch des takfir (jemanden als Apostaten erklären) und ob dies auch für Herrscher gilt und der Jihad dann gegen sie geführt werden darf bzw. geführt werden muss
  2. Unterschiedliche Ansichte über den Jihad (defensiv – aggresiv)
  3. Zulässigkeit Zivilisten anzugreifen
  4. Die Legitimität von Selbstmordanschlägen

Die Mehrheit der Muslime lehnt die Praktik des takfir nicht grundlegend ab. Viele Salafisten sind der Meinung, dass ein Herrscher ein Kafir (Ungläubiger) werden kann, wenn er wissentlich Gesetze erlässt, die im Widerspruch mit der Scharia’ stehen. Allerdings gibt es auch hier wieder unter den “jihadistischen Salafiten” diverse Meinungen.  Al-Qaeda und ihr nahestehende Gruppen, titulieren regelmäßig arabsiche bzw. muslimische Herrscher als Ungläubige. Da es nun erlaubt sei, aus ihrer sicht, die Herrscher, die keine Muslime mehr seien, anzugreiffen und zu töten.

Für Wiktorowicz, ist die Bereitschaft, auch Zivilisten als legitime Ziele zu betrachten, ein Phänomen, das erst seit dem Algerischen Bürgerkrieg für “jihadistische Salafisten“, hoffähig wurde.

In seinem wirklich guten Buch “The Globalization of Martyrdom“, stellt Assaf Moghadam einen Kriterienkatalog auf, wann eine Bewegung zur Gruppe der “jihadistischen Salafisten” gehört. Dafür muss sie dem sunnitischen Islam angehören und eines der weiteren vier Kriterien erfüllen:

  1. Sie ist Mitglied oder affiliiert mit al-Qaeda – dies zeigt sich im Namen
  2. Sie hat al-Qaedas Weltanschauung übernommen und praktiziert den globalen Jiahd
  3. Sie übt Gewalt aus, um ein islamisches Regime zu stürzen und an Stelle dessen ein Kalifat zu errichten
  4. Sie betreibt die Praktik des takfir

Moghadam: The lobalization of Martyrdom. 2008 S. 50

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass bei der Benutzung des Wortes “Salafismus” und anderer religiöser Begriffe, in diesem Zusammenhang, Vorsicht geboten ist. Zudem sollte man sich des Unterschiedes bewusst sein, der zwischen den Gruppierungen besteht, die gerne mit “radikal islamisch” beschrieben werden. Denn so konservativ und radikal zum Beispiel die Hamas auch sein mag, wird sie dennoch von salafistischen Gruppierungen regelmäßig kritisiert und angegriffen.

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IMU – Hindernisse im Jihad – Abdul Fatah Ahmadi

Anfang Mai wurde die deutsche Übersetzung eines Schreibens des Vize-Amirs der Islamischen Bewegung Usbekistans im Internet veröffentlicht. Wie der Titel schon vermuten lässt, werden die möglichen Hindernisse behandelt, welchen einem Jihadist begegnen können, wenn er in den Jihad zieht. Alles in allem, macht er zehn mögliche Hindernisse aus. Am Ende des Schreibens schildert Abdul Fatah Ahmadi die Geschichte des eines tajikischen Jihadisten – Abdul Qayyoum at-Tadjeki – dieser sei “kürzlich […] Anfang 2009 zu ihnen gestoßen”. Er habe Anfang des Jahres eine Märtyreroperation unternommen und sei dabei gestorben.

Ein paar Tage später ist von der IMU, ebenfalls ein Märtyrervideo für Usama b. Laden veröffentlicht worden. Es ist hauptsächlich aus alten Bildern und Videos zusammengeschnitten und nur von mittelmäßiger bis schlechter Qualtität.

Das Schreiben beginnt mit zwei Koranversen (47,31 und 3,146), in denen der Gläubige dazu aufgerufen wird standhaft zu bleiben. Die Standhaftigkeit und die Geduld, seien wichtige Fähigkeiten, die jeder Mujahid haben sollte.

“Viele Geschwister, die es schaffen hier auf Ardul-Jihad [wörtl. Erde des Jihads; Gebiete, in denen der bewaffnete Jihad geführt wird] anzukommen, denken, dass die Prüfungen des Lebens aufhören, wenn sie im Jihad sind, dass sie am jüngsten Tag bereits von den Geretteten sind und dass die einzigen Hindernisse im Jihad, der Feind, eventueller Hunger und die geringen Mittel sind.  […] Die wahren Prüfungen fangen erst hier im Jihad an. Der Erste, mit dem das Höllenfeuer angezündet wird, ist ein Mujahed und nach Erfahrung sind die kleinsten Hindernisse im Jihad, der Feind, der Hunger und die geringen Mittel.”

Abdul Fatah Ahmadi legt allen möglichen Jihadisten die Lektüre, der Werke von Abdullah Azzam ans Herz, denn dieser hätte die Themen Hijrah und Jihad theologisch sehr gut behandelt und außerdem hätte er selber sieben Jahre aktiv am Jihad teilgenommen, weshalb er auch über die Hindernisse, die man auf dessen Weg überwinden müsse, geschrieben habe. Dies könnte zwar abschreckend auf viele Muslime wirken, aber als er im Kampfgebiet ankam, empfand er die Lektüre von Abdullah Azzam, “als optimales Reisegepäck für den Jihad.”

Da Abdul Fatah Ahmadi nun selber bereits seit 13 Jahren aktiv am Jihad teilnehme, wolle er seine Erfahrungen und Ratschläge weitergeben und speziell von seinen Erfahrungen vom Jihad in Pakistan berichten.

Das erste Hindernis, dass er ausmacht, sind unsere Geheimdienste (“Die Geheimdienste der Kuffar”). Obwohl die pakistanische Regierung, “gezwungen durch die Amerikaner” enormen Druck auf die Mujahideen in den pakistanischen Stammesgebieten ausgeübt hätte, müssten sie nicht mehr in Verstecken leben, sondern es sei zu einem “offiziellen Ort der Hijrah geworden”. Die Pakistaner, würden Aktionen gegen die Mujahideen nur vortäuschen und spielen, um die Videos, den Amerikanern als Beweis zu zeigen. Da es dem pakistanischen Geheimdienst nicht gelingen würde, brauchbare Informationen aus den Stammesgebieten zu bekommen, würden sie mittlerweile versuchen die Stammesführer mit Geld zu bestechen und sie so als Spione zu gewinnen.

“Da die IBU und die TTP (Tahreek Taliban Pakistan) den Jihad gegen Pakistan begannen und bifadlilläh bis zum heutigen Tage die größten Stärken in ihm darstellen, sind sie der größte Dorn im Auge der pakistanischen Regierung und dessen Geheimdienst, dem ISI.”

Die pakistanische Regierung hätte die Kämpfe zwischen ihren Truppen und der IMU sowie die daraus resultierende Unsicherheit vieler jihadistischer Gruppierungen ausgenutzt, um das Gerücht zu streuen, dass die IMU im Auftrag Indiens kämpfen würde.

“Der Jihad von Pakistan ist jedoch nicht nur eine Angelegenheit zwischen den Mujahedeen und der pakistanischen Regierung, sondern zwischen den Mujahedeen und der halben Welt. Denn alle sich vom Jihad bedrohend fühlenden  Staaten haben ihre Geheimdienste eingeschaltet und es herrscht ein Stau beim Abhören der Telefongespräche und Abfangen der Emails und ein bissiger Kampf beim Austausch der Informationen zwischen den verschiedenen Geheimdiensten.”

Das zweite Hindernis seien die Spione, die sich jederzeit unter die Gläubigen mischen würden. Dieses Phänomen hätte es bereits zur Zeit des Propheten Muhammad, nach dessen Auswanderung nach Medina gegeben. Zu dem würden die Drohnen, die 24 Stunden über ihren Köpfen kreisen würden, die Lage noch verschlechtern. Sie hätten noch keine Lösung dafür gefunden, aber dafür wäre es gelungen mehrere Spione festzunehmen. Gegen sie wäre öffentlich ein Urteil gemäß der Scharia’ vollzogen wurden, was wohl heißt, dass sie auf brutalste Weise hingerichtet wurden.

“Die Spionflugzeuge, welche mittlerweile 24 Stunden über unseren Köpfen kreisen, stellen neben dem Jihad in Afghanistan, im Irak und neuerdings auch im Jemen, schon seit ca. vier Jahren hier in Pakistan eine große Bedrohung dar.
In einem unserer Ingenieurzentren gibt es durch Allahs Beistand neue technische Fortschritte und der Tag rückt näher, an  dem wir euch inscha‘Allah die freudige Nachricht verkünden, dass wir den Drohnen ein Ende gesetzt haben. Bis dahin  bleibt uns nur das Bittgebet, die Standhaftigkeit und militärische Antworten auf jede ihrer Drohnen.

Als drittes Hindernis, benennt Abdul Fatah Ahmadi unsere Medien (“Die Medien der Kuffar”). Diese würden Lügen über die Mujahideen verbreiten und deren Erfolge vertuschen – ich muss zum Teil schmunzeln, wenn ich Meldungen der afghanischen Taliban lese, in denen sie verlautbaren lassen, sie hätten wieder 40 ISAF Soladten getötet und 4 gepanzerte Jeeps zerstört.

“So zerfiel beispielsweise die Emara in Afghanistan nicht durch einen militärischen Erfolg der Kreuzzügler, sondern durch einen Medienstreich. Nach einer nur relativ kurzen Zeit, nachdem die Kreuzzügler in Afghanistan einmarschierten, hieß es im Radio, dass Kabul von den Amerikanern eingenommen wurde. Auf Grund dieser Information verlagerten die Mujahedeen im 500 km erntfernten Kandahar ihre Basen und gingen ensprechende Schritte. Die Ereignisse in Afghanistan spitzten sich laut Medienberichten so zu, dass viele Mujahedeen sich in die Berge zurückzogen und somit die Armeen der Ungläubigen es leichter hatten militärisch vorzugehen.”

Außerdem würden sie Zwietracht unter den einzelnen jihadistischen Gemeinschaften sähen, in dem sie falsche Meldungen herausgeben würden, dass der eine den anderen verraten hätte usw.

Das vierte Hindernis sei die Naivität und die Unerfahrenheit von vielen Jugendlichen, die sich ihnen anschließen würden. In den letzten vier Jahren hätte sich viele Menschen aus allen Teilen der Welt dem Jihad angeschlossen, die meisten von diesen seien Jungendliche gewesen und fast wöchentlich würden Neuankömmlinge eintreffen. Sie seien noch alle anfällig für die oben genannten Probleme und würden den westlichen Spionen einen Einblick in die jeweiligen Gruppen bieten, da sie die Sicherheitsvorkehrungen nur halbherzig befolgen würden.

Als fünftes Hindernis macht er die “Undankbarkeit und Ungeduld in den eigenen Reihen” aus. Hier seien ebenfalls wieder die Jugendlichen besonders anfällig. Die Gefahr bestehe, so Abdul Fatah Ahmadi, vor allem darin, dass die “ungeduldigen Heimkehrer” nur schlecht über den Jihad in Afghanistan reden würden bzw. erzählen würden wie anstrengend und nicht durchführbar die Aufgaben seien. Die Abkehr vom Jihad bezeichnet er als “Fahnenflucht”.

Das sechste Hindernis seien “undisziplinierte Geschwistern” oder wie er sie lieber nennen möchte – “Chaoten”. Als Beispiel führt er eine Situation an, als jemand aus der Gruppe, die er im Kampf befehligte, seine Wache nicht richtige verrichtet hätte und er ihn darauf hingewiesen hätte. Dieser aber keinerlei Einsicht gezeigt hätte.

“Ja tatsächlich, er sagte dass wir keine Soldaten seien und dass wir keine strickten Regeln bräuchten wie die dort hinten und  zeigte auf die Soldaten der Kuffar. Einer der Anwesenden war entsetzt und sagte zu ihm, dass wir sehr wohl Soldaten seien und zwar die Soldaten Allahs. Er fügte hinzu, dass die Soldaten der Kuffar auf Grund von Geld kämpfen, wir jedoch für die Wahrheit, was bedeutet, dass wir noch disziplinierter und engagierter sein müssen als sie.”

Mittlerweile würden immer mehr Jihadisten dieses aufmüpfige Verhalten an den Tag legen. Sie würden keine Befehle befolgen und würden ihre Freiheiten völlig ausleben wollen. Zu dem wüssten sie nicht die Stellung eines Amirs richtig einzuordnen.

“Im Islam hat alles seinen Platz und seine Ordnung. Diese Geschwister haben nicht verstanden, dass sie sich einer islamischen Armee angschlossen haben, die Regeln hat. Wenn eine dieser Regeln oder einer der Befehle nicht befolgt werden, schwindet der Segen in unseren Reihen und der Sieg verzögert sich.”

Das achte Hindernis sei, dass einige Neuankömmlinge und einige der “Chaoten” würden neue Gruppen gründen und sich somit außerhalb der von den verschiedenen Gruppierungen geschaffen Ordnung bewegen. Denn sie müssten sich nur einer der bereits existierenden Gruppen anschließen.

“Mit dieser Ordnung vertrieben sie bereits die Russen, lassen die Amerikaner und die NATO derzeit die Hölle auf Erden kosten und begannen auch den Jihad in Pakistan und Tadjekistan. Der neue Mujahed braucht sich nur noch einzuordnen.”

Das neunte Hindernis benennt er “Der Shaytan [Satan] und die Märkte”Abdul Fatah Ahmadi sagt, der Satan sei zwar besiegt, wenn der einzelne in den Jihad ziehe, aber er lasse nicht locker, um jeden Jihadisten von seinem Weg abzubringen. So würde der Satan einzelnen Jihadisten einflüstern, das man viel dringender an anderer Stelle den Jihad weiterführen oder in sein Heimatland zurückkehren solle um Geld zu sammeln. Allein schon durch die Gedankenspiele, würde der Jihadist seine Gruppe im Stich lassen, denn er könne seinen Pflichten so nicht mehr richtig nachkommen.

Da die Lebenssituation der Mujahideen mittlerweile in den pakistanischen Stammesgebieten sehr gut sein soll und sie diese größtenteils kontrollieren würden, eröffneten immer mehr Märkte mit allen möglichen Waren.

“Gerade in den letzten zwei Jahren wurden diese Geschäfte, Märkte und Produkte so ausgebaut, dass man fast sagen kann,  dass dem Lebensstandard eines Mujaheds aus Europa vorgesorgt wurde und es ihm an nichts fehlt. Markenprodukte sind hier keine Seltenheit. Lebensmittel, Kleidung, Möbel, Waffen- und Militärausstattungen sowie elektronische Geräte wie Laptops  und Küchengeräte sind die Produkte vieler Geschäfte auf diesen Märkten.”

Der Besuch von Märkten sei zwar im Islam nicht verboten, aber dennoch rät er davon ab sie zu besuchen, außer es sie seien nicht zu umgehen, wenn man Sachen für den Jihad besorge. Denn die Märkte seien ein Ort der Fitna und würden ein hohes Sicherheitsrisiko für den einzelnen und dessen gesamte Gruppe darstellen.

Als das nächste, das neunte Hindernis, macht er “Die zwei großen Versuchungen: Geld und Ansehen” aus. Diese beiden Punkte seien bereits von Abdullah Azzam besonders hervorgehoben worden. Der Mujahed müsse sich bewusst sein, dass die Bewunderung und Liebe, die ihm vom pakistanischen und afghanischen Volk entgegen gebracht wird, eigentlich nicht seiner Person gelte, sondern der Sache der er diene, also dem Islam. Dies könne ebenfalls wieder zu Fitna führen.

Zwar lasse man, wenn man in den Jihad zieht, alles Diesseitige (dunya) zurück, aber diese komme sehr oft zurück, wenn man sich bei den Mujahideen eingelebt habe und die Trainingslager absolviert hätte. So komme auch er Drang nach Geld zurück. Einige würden sich vom Geld ablenken lassen, denn solange sie sich Ausrüstung kaufen würden, um den Jihad voran zubringen, sei nichts dagegen einzuwenden. Das schlimmste sei aber, wenn sich einige Mujahideen Geld von Verwandten schicken lassen würden, die den Jihad nicht befürworten oder sogar Ungläubigen seien. Denn dies würde “die Ehre der Mujahideen senken”. Durch das auftun eigener Geldquellen, würden sich einige dazu veranlasst sehen, von ihren Gruppierungen zu entfernen und neue Gruppen zu gründen.

“Und leider muss ich auch die schlimmste Gier nach Geld erwähnen. Traurig aber wahr, erlebten wir ehmalige Mujahedeen, die hohe Geldsummen von den Kuffar und Murtaddeen annahmen und als Gegenleistung ihren Jihad nach den Interessen des  Feindes führten und manche verrieten sogar den Jihad und die Mujahedeen und verkauften für vergängliche Summen ihre Religion.”

Ihr verstorbener Amir Muhammad Taher Faruq hätte auch ein solches Angebot, vom pakistanischen Geheimdienst, bekommen, dies aber abgelehnt.

“Wir Muslime lassen unseren Weg nicht von den Ungläubigen lenken!”

”Soll ich euch etwa diejenigen ausliefern, die mir zum Siege verhelfen!”

Als zehntes und letztes Hindernis, sieht er die Rükkehrer an. Denn viele von ihnen würden auf dem Weg in ihre Heimatländer gefangen genommen und würden alles ausplaudern, was sie über die Mujahideen wüssten. Oder sie würden, wie bereits oben erwähnt,

“sie kommen wieder in ihre Heimat zurück und erzählen Lügen und falsche Dinge, die sie auf Grund ihres begrenzten Verständnisses für richtig halten. So rate ich jedem da draußen, niemals die Informationen von einem Rückkehrer zu glauben.”

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IMU – “Es lebe bin Laden” & “Fiese Harddisk” – Medienabteilung “Jundullah”

Heute Morgen hat die Islamische Bewegung Usbekistans zwei neue Statements und ein neues Nascheed veröffentlicht. Auffällig bei den beiden Statements ist, dass als Autor die ‘Medienabteilung “Jundullah”‘ genannt wird. Denn bei allen bisherigen Statements der IMU, konnte man immer einen Autor erkennen.

Das erste Statement geht am Anfang noch mal kurz auf das Problem der Glaubwürdigkeit der Nachrichten über den Tode Usama b. Ladens ein.

“Auf der ganzen Welt und zu jeder Stunde kamen Berichte über ihn im Fernsehen und im Radio, doch wußten die Menschen  und auch die Muslime leider nicht was man von dem ganzen glauben soll und was nicht. Fakt ist, dass unser bester Mann  und der Sheikh aller Mujahedeen nicht mehr unter uns ist.”

So hätten sie es als ihre “persönliche Pflicht empfunden ein Nascheed für ihren Helden zu schreiben.” An Hand einiger Textstellen, kann man sehr gut sehen, in welche Richtung der gesamte Nascheed geht.

“Der Abschied fällt uns schwer und wir vermissen dich.
Eine Seele steigt empor, es ist bin Laden.
Die Engel freuen sich und der Himmel öffnet sich,
welch wunderschöner Duft, es ist bin Laden

Wer brachte uns die Ehre und den Stolz zurück?
Die Antwort ist, Ussama bin Laden!

Egal wo auf der Welt du den Mujahed fragst: “Wer ist dein
Sheikh?“
Die Antwort ist: “Mein Sheikh das ist bin Laden!“

[…]

Wer ist an erster Stelle Amerikas Most Wanted List?
Die Spitze führt Ussama bin Laden!

Wer hat auf einen Schlag die Flagge in New York gehist?
Es war unser Ussama bin Laden!

Du, der in unserer Zeit der Held der Helden bist.
Sheikh ibn Muhammad bin Laden.

Edel ist der Weg, den du gegangen bist.
Wir lieben dich, Ussama bin Laden!
Wir lieben dich, Ussama bin Laden!”

Das Zweite heute Morgen veröffentlichte Statement wurde mit “Fiese Harddisk” betitelt. Dieses ist eigentlich nur eine Information, an “ihre Geschwister”, dass es zu Verzögerungen, bei der Veröffentlichung des zweiten und dritten Teils ihrer Videos zur Serie “Frohe Botschaft aus Pakistan” kommt. Denn die Festplatte, auf der die beiden Videos abgespeichert waren, sei irreperabel beschädigt worden.

“Liebe Geschwister, wir kommen gleich zum Wesentlichen und müssen euch mitteilen, dass es beim Projekt “Frohe Botschaft aus Pakistan Teil 2 & 3“ zu einer kleinen Verspätung kommt. Der zweite Teil war so gut wie fertig für den Upload, doch es  passierte ein kleines Unglück […] Die Harddisk, auf der das Projekt und  sämtliche Daten gespeichert waren, ging auf Grund von Erschütterung oder wegen eines Viruses kaputt. Trotz aller  Bemühungen, wie z.B. dem Engagieren eines Hardwarespezialisten aus dem Inland, konnten die Daten nicht gerettet werden.”

Doch seien alle Daten im “Großarchiv von Studio Jundullah” zur Sicherheit noch ein zweites mal gespeichert, so dass sie bereits damit begonnen hätten, die beiden Teile neu zu produzieren. Durch dieses Malheur wären sie aber jetzt in der Lage noch aktuelle Bilder mit zu verwenden. Der zweite Teil solle in der letzten Juli Woche erscheinen.

Sie nehmen dieses Ereigniss zum Anlass, um am Ende des Schreibens, kurz zu erklären, wie die Medienarbeit der Mujahideen abläuft.

Die Medien-Sudios befinden sich nicht wie viele denken im Inland, sondern mitten in den Bergen, man könnte auch sagen,  mitten auf dem Schlachtfeld. Und dementsprechend sind die Umstände. Ohne Strom und mit Hilfe von Solarsystemen,  Benzin-Generatoren und Autobatterien geben die Mujahedeen hier ihr Bestes, um die Geschwister weltweit anzuspornen und  auf dem Laufenden zu halten. In den Stammesgebieten gibt es zur Zeit drei Hauptfronten, in denen gekämpft wird.”

Mittlerweile würde an allen drei Fronten, keine drei Tage vergehen, ohne das eine Operation (Gefecht) durchgeführt würde. Jede einzelne dieser Operationen würde mit Video-Kameras aufgezeichnet, sodass das “Archiv von Jundullah förmlich am explodieren sei”. Die Mitarbeiter der Medienabteilung würden sich ebenfalls an den Kämpfen beteiligen. Da sie sich aber der großen Bedeutung der Verbreitung ihrer Videos usw. bewusst seien, würden sie die Medienarbeit “keine Sekunde vernachlässigen”.

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IMU – “Der afghanische Blitz” – Abu Ibraheem al-Almani

In der letzten Woche sind vier neue  Videos der Islamischen Bewegung Usbekistans veröffentlicht worden. Zwei sind auf russisch und jeweils eins ist auf usbekisch und deutsch. Mit dem deutschsprachigen Video werde ich mich heute etwas näher beschäftigen.

Das nur etwas mehr als acht Minuten lange Video, ist eine Märtyrerbekundung für einen in Deutschland aufgewachsenen Jihadisten, afghanischer Herkunft. Laut Abu Ibraheem al-Almani ist das Video auf den 16. April dieses Jahres datiert.

Abu Ibraheem beginnt seine Ansprache, in dem er besonders “seine Geschwister in Essen grüßt”. Denn dort ist Miqdaad, um den es in diesem Video geht, aufgewachsen. Diese Art, mit jedem Video, eine bestimmte Gruppe anzusprechen, wird in den letzten Video der IMU immer häufiger praktiziert. So widmete er eines “seinen Geschwistern in Bonn”. Dort wuchsen Abu Ibraheem und sein Bruder auf. Miqdaad sei von Gott aus den Reihen der Muslime in Essen zum Mujahid auserwählt worden. Noch vor kurzem hätten sie zusammen gebetet und er wäre ohne aufzufallen durch Essen spaziert. Nach seinem Märtyrertod würde er nun im Paradies sitzen und “die Karawane der Märtyrer” hätte ein neues Mitglied.

Nun wird eine kurze Videobotschaft von Miqdaad eingeblendet. In ihr grüßt er alle Geschwister und bedankt sich bei Gott, dass er vor kurzem nach Afghanistan und Pakistan gekommen sei, “um gegen die Deutschen und die NATO zu kämpfen”. Dann ruft er noch dazu auf sich den Mujahideen anzuschließen, denn dies sei der Weg des Propheten Muhammad.

Miqdaad sei erst vor kurzem (November 2010) in Waziristan angekommen und habe sofort den Wunsch geäußert, nach Kunduz geschickt zu werden, um gegen die Deutschen zu kämpfen, da er “die Verbrechen der Deutschen” nicht mehr länger tatenlos ertragen könne, nach dem er von Gott auf den Weg des Jihad geführt wurde. Abu Ibraheem erwähnt, dass Miqdaad ursprünglich Afghane sei und dass sich seit Jahrzehnten Besatzungsmächte in seinem Land  befänden.

“An diesem gewaltigen Verbrechen haben die Deutschen eine der Führungspositionen eingenommen.”

Deshalb solle man sich nicht wundern, wenn der Afghane Miqdaad den Wunsch äußerte, “dass er unbedingt Deutsche töten wolle”.

Darauf richtet Abu Ibraheem sich nocheinmal an seine “afghanischen Geschwister, die in Deutschland leben”. Der Kampf würde sich in ihrem Land befinden, aber sie hätten dem Schlachtfeld den Rücken zugekehrt und würden sich nur um das Diesseits sorgen. Der Jihad würde sie nich benötigen. Denn an ihrer Stelle hätte Gott andere nach Afghanistan geschickt, zum Beispiel Marokkaner wie die Chouka Brüder. Als Ausrede würden sie meist die “extrem radikalen Taliban” nennen. Durch solchen Aussagen “würden ihre Zungen den Medien der Kufar ähneln“. Auf Grund seiner eigenen Erfahrungen – er lebe seit über drei Jahren mit den Taliban, beschreibt Abu Ibraheem die Taliban wie folgt:

“extrem liebenden, freundlichen, netten, tugendhaften und mit selbstlosigkeit handelnden Taliban. Das sind die Taliban. Sie streben Allahs Zufriedenheit an und kämpfen gegen die Feinde des Islams, damit Allahs Wort das höchste ist.”

Währenddessen würden die Muslime, die nicht in den Jihad gezogen seien, den Deutschen schmeicheln und die Kleider der Unterdrückung tragen.

Zum Schluss des Videos wird kurz die “Jihad Karriere” von Miqdaad skizziert. Er sei im November 2010 nach Waziristan gekommen und habe mit den Mujahideen das islamische Opferfest verbracht. Im Januar 2011 habe er ein Trainingslager durchlaufen und seine Reise in den Norden Afghanistans angetreten. Am 20. März sei er in der Provinz Baghlan, bei einem Gefecht gegen amerikanische Soldaten gestorben. Da er nur kurz mit den Mujahideen zusammen gelebt hätte, bekam er den Beinamen, “der afghanische Blitz”.

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