Tag Archives: al-Qaeda

Einige Leseempfehlungen zum Wochenende

In diesem kurzen Post möchte ich einige Artikel empfehlen, die ich zum Verständnis der aktuellen politischen Entwicklungen im Nahen Osten recht hilfreich fand. Bei den anderen werde ich es hoffentlich am Wochenende schaffen sie zu lesen.

Beginnen möchte ich mit einer vor kurzem von der SWP herausgegebenen Studie “Jihadismus und Internet: Eine deutsche Perspektive“. Nach einiger Zeit, die wohl eine Institution wie die SWP, braucht um auf aktuelle Ereignisse zu reagieren, bin ich hoch interessiert die Studie am Wochenende zu lesen, schließlich wurde in den Medien über dieses Thema seit den Ausschreitungen in Bonn und Solingen doch recht ausführlich berichtet.

Zum Thema Syrien kann ich nur eine Report der International Crisis Group empfehlen. “TENTATIVE JIHAD: SYRIA’S FUNDAMENTALIST OPPOSITION“. Er ist zwar recht trocken geschrieben aber dafür sehr informativ und mit das beste was ich über den aktuellen Syrien Konflikt gelesen habe. Für tagesaktuelle Information kann ich den Blog Syria Survey empfehlen.

Bei den andauernden Diskussionen über die Notwendigkeit oder die Möglichkeit einer militärischen Intervention in Syrien ist eine Studie des MIT , vom Juli 2012, sehr interessant: “Safe Havens in Syria: Missions and Requirements for an Air Campaign“.

Durch alle möglichen Medien kreisen immer wieder Meldungen über nicht-syrische Kämpfer unter den syrischen Rebellen und deren mögliche Gefahr für uns im Westen wenn der Konflikt vorbei sein sollte. Dabei weiß meistens keiner wie man die so genannten ‘Foreign Fighter’ definieren soll. Dies hat Thomas Hegghammer vor gut zwei Jahren in einem Artikel versucht, der absolut lesenswert ist: “The Rise of Muslim Foreign Fighters. Islam and the Globalization of Jihad

Zum Schluss möchte ich noch ein Paper des ICSR empfehlen, das erst vor einigen Tagen veröffentlicht wurde: “Al-Qaeda at the Crossroads: How the terror group is responding to the loss of its leaders & the Arab Spring

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Die Strömungen des Salafismus

In den letzten Monaten wabert immer wieder ein Begriff durch die deutschen Medien, der meist missverstanden und oft falsch gebraucht bzw. unzureichend erklärt wird. Die Verwendung des Begriffs “Salafismus”, hat sich im Sprachgebrauch, vor allem der Medien, so weit eingebürgert, dass meines Erachtens nach alles konservativ islamische mit diesem Begriff tituliert wird, ohne die Nötige Differenzierung. Dabei er gibt sich jedoch ein Problem. Puristische, apolitische Salafisten, werden mit dem selben Label versehen wie terroristische Organisationen, die ihre Ideologie an den Salafismus anlehnen – zum Beipiel al-Qaeda.

Als ein Beispiel für die mehr als unglückliche Verwendung und Erklärung möchte ich ein Zitat aus der Süddeutschen Zeitung vom 20 Juni 2011 anführen.

“[Der] Salafismus ist eine Spielart des Wahhabismus, der übersteigerten puritanischen saudischen Staatsreligion.”

Diebe der Revolution” in Süddeutsche Zeitung S. 3 vom 20. Juni 2011

In diesem Artikel werde ich die verschiedenen Entwicklungen des Salafismus aufzeigen, von den historischen Vorbildern, den so genannten as-salaf as-salih (die rechtschaffenen Altvorderen; die Gefährten des Propheten Muhammads, bis in die dritte Generation) über den “reformistischen Salafismus” alà ‘Abduh und Rida, über “politischen Salafismus” der Muslimbrüderschaft. Abschließend wende ich mich dem “jihadistischen Salafismus” zu, als deren Hauptvertreter al-Qaeda allen bekannt ist.

Dabei halte ich mich an das von Wiktorowicz ausgearbeitet Model, der den Salafisms, in drei Strömungen einteilte, die puristische, die politische und die jihadistische. Quintan Wiktorowicz ist insbesondere durch seine Verbindung der Social Movement Theory mit islamistischen Bewegungen bekannt.

Als die historischen Vorbilder, im wahrsten Sinne des Wortes, dienen der Prophet Muhammad, dessen Gefährten und all jene die Muhammad oder dessen Gefährten noch persönlich kennen konnten. Deswegen hat man die Grenze bei der dritten Generation nach Muhammad gesetzt. Die frühe Gemeinde, die sich um den Propheten sammelte, wird als die ideale Form von Gemeinschaft angesehen, weswegen sie heute noch als Vorbild dient. Einige Salafisten kleiden sich deswegen dem Beispiel Muhammads entsprechend.

Besondere Beliebtheit, erlangte der Begriff “Salafismus”, Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts. Zu verdanken, hatte er dies, vor allem der Reformbewegung, deren beiden Köpfe ‘Abduh und Rida’ waren. Sie wirkte hauptsächlich von Ägypten aus und ihre Ideen ging auf Afghani zurück. Die Anhänger des “reformistischen Salafismus”, waren um einiges liberaler, als die heutigen Salafisten. Sie wollten den Islam an die Moderne anpassen durch Reformen des Bildungs-, Wirtschafts- und Herrschaftssystem. Die gegenwärtigen Salafisten beziehen sich in aller Regel nicht auf die genannten “reformistischen Salafisten”. Sie halten diese, zum Teil, sogar als vom Glauben abgefallen.

Die wirklichen Vordenker der heutigen Salafisten, sind insbesondere Ahmad b. Hanbal, Begründer der hanbalitischen Rechtsschule, sowie Taqi ad-Din b. Taymiyya und Muhammad b. Abd al-Wahhab. Sie beeinflussten alle drei Richtungen des gegenwärtigen Salafismus (puristisch, politisch und jihadistisch), auf die ich im folgenden näher eingehen werde.

Als erste Gruppe der Salafisten, sind die puristischen zu nennen. Diese sind in ihrer Haltung apolitisch und vor allem auf das Beibehalten ihrer puritanischen Lebensweise bedacht. Ein gutes Beispiel für diese wären zum Beispiel die saudische Variante des Salafismus sowie die Tablighi Jama’at, eine missionariche Gruppe, die in den 1920er in Indien gegründet wurde. Das Hauptziel des “puristischen Salafismus” ist zum einen der Aufruf bzw. die Missionierung zum Islam (Da’wa), ebenso wie der Kampf gegen Praktiken, die sie als nicht islamisch betrachten. So zum Beispiel die Verehrung von Heiligen durch Sufis. Sie lehnen jegliche politische Partizipation ab, da dies ihrer Meinung nach zum moralischen Verfall führt. Dementsprechend lehnen sie unter anderem auch die Beteiligung an Wahlen ab, denn ihre Auslegung des Tawheed (Monotheismus) ist sehr streng. Gott ist für sie auch im politischen Bereich die einzige legitime Souveränität und durch Wahlen würde der Mensch an dessen Stelle treten. “Puristische Salafisten” sehen sich allerdings nicht als eine politische Bewegung, sondern vielmehr als Avantgarde zum Schutz des “wahren Islams”. Dieses avantgardistische Gedankengut ist meiner Meinung nach allen salafistischen Strömungen zu eigen. Da sie sich für die einzigen Vertreter des “wahren Islams” halten, haben sie viele Ressentiments gegen andere salafistischen Gruppen. Ihnen werfen sie vor, sie würden dem von Muhammad vorgezeichneten Weg verlassen und mit rationalen Gedanken versuchen die politische Veränderung zu erreichen. Dadurch würden sie auch die Prinzipien des Islams vernachlässigen. Solche Vorwürfe erheben zum Beispiel regelmäßig “salafistisch jihadistische” Gruppierungen in Gaza gegen das dortige Hamas Regime.

Die zweite Gruppe sind die “politischen Salafisten“. Sie gehen historisch auf die, 1928 von dem ägyptischen Lehrer Hassan al-Banna gegründete, Muslimbrüderschaft zurück. Diese wollte eine Volksbewegung ins Leben rufen. Denn ihrer Meinung nach würde einer Reform des Islams unweigerlich eine soziale Revolution nachfolgen. Für die Muslimbrüderschaft, deckt der Islam alle Bereiche des Lebens ab. In den 1930er und 40er begannen die Ideen der Muslimbrüderschaft den islamischen Diskurs zu dominieren und gewann die Oberhand gegenüber nationalistischen Ideen und Weltanschauungen. Mit dem Beginn der 1950er und dem Machtantritt Nasers veränderte sich vieles für die Muslimvrüderschaft. Es kam vermehrt zu Zusammenstößen zwischen ihnen und den arabischen Regimen in Ägypten, Jordanien und Syrien. Der wohl wichtigste Ideologe aus dieser Zeit war Sayyid Qutb. Vor allem durch durch die Ideen Qutbs verlor der “politische Salafismus” der Muslimbrüder, die letzten Reste der reformistischen Ideen, die noch in ihrer Ideologie vorhanden waren. Hassan al-Banna war in seinem Denken sehr von ‘Abduh und Rida insperiert worden.

Nach dem brutalen Vorgehen Nasers gegen die Muslimbrüder, gingen jene, die nicht verhaftet wurden, nach Saudi Arabien ins Exil. Dort ist der so genannte “Wahhabismus” die vorherrschende Variante des Islams. Der “Wahhabismus” gehört zur puristischen Strömung des Salafismus und entstand auf der Arabischen Halbinsel des 18. Jahrhunderts. Der Name dieser Richtung geht auf den Begründer und Reformer Muhammad b. ‘Abd al-Wahhab zurück. Er predigte einen sehr fundamentalen Islam und lehnte jegliche Form von Aberglauben ab.

Die nach Saudi Arabien geflohenen Muslimbrüder schafften es schnell in ihrer neuen Heimat Fuß zu fassen, insbesondere in den Universitäten. Von diesn aus war sie sehr erfolgreich darin, ihre Ideologie zu verbreiten, obwohl sie im Kontrast zum “puristischen Salafismus” Saudi Arabiens stand. So gingen aus dem saudischen Bildungssystem immer mehr politisch sensibilisierte Menschen hervor, die in ihre Heimatländer, in der gesamten Arabischen Welt, zurückkehrten oder zum Beispiel nach Afghanistan um dort gegen die Soviets zu kämpfen. Unter diesen Studenten waren zum Beispiel Abdallah Azzam und Abu Muhammad al-Maqdisi. Aus den saudischen Studenten, die in ihrem Heimatland blieben und nun politisch hoch sensibilisiert waren, ging unter anderem die al-Sahwa Bewegung hervor. Sie übte heftige Kritik am Klerikalen Establishment Saudi Arabiens, weil es die Präsenz amerikanischer Truppen auf der Arabischen Halbinsel in einer Fatwa (Rechtsgutachten) erlaubt hatten. Der Hauptkritikpunkt war, dass sich die “puristischen Salafisten” so sehr auf ihr religiöses Seelenheil konzentrieren würden und sich dadurch vollkommen von der politischen Welt isoliert hätten, weshalb sie nicht genügen über diese wüßten um auf aktuelle Situationen angemessene Rechtsgutachten zu erlassen.

Die dritte Gruppe innerhalb des Salafismus, ist die jihadistische (Salafiyya Jihadiyya). Diese ist die in den Medien wohl präsenteste. Die salafistisch-jihadistische Ideologie entstand während des Afghanistan Kriegs, gegen die Sowjet Union. Sie basiert auf den beiden oberen Versionen des Salafismus. Zu beachten ist, dass die “Salafiyya Jihadiyya” keine homogene Untergruppe des Salafismus ist. Wie auch bei den anderen, differenzieren sich die Anhänger in diversen Spektren aus. Die jihadistischen Salafiten, sehen sich wie die anderen Salafiten auch, als die einzig wahren Muslime. Sie verbinden die, für den Salafismus, typische wortgetreue Auslegung des Korans mit einer tiefen Überzeugung für die Notwendigkeit des Jihads, der für sie in erster Linie eine gewaltsame Auseinandersetzung ist. Auf Grund dessen steht der Jihad, für sie, auf der selben Stufe wie die “fünf Säulen des Islam”. Somit wird er als eine der Grundlagen des Islams dargestellt.

Sie lehnen die im Islam übliche Meinung ab, das der Jihad, nur als ein defensiver Verteidigungskrieg geführt werden darf. Vielmehr sind Jihadisten davon überzeugt, dass es die Pflicht eines jeden Muslims sei, den Jihad aktiv und vor allem aggressiv zu führen. Der Jihad wird so in ihrer Ideologie, von einem defensiven, zu einem aggressiven Angriffskrieg. Dazu fällt allerdings in ihrer Rhetorik auf, dass sie versuchen, den Westen, oder die Arabischen Regime, als den Aggressor darzustellen und so doch versuchen, ihre Ansichten in der Mainstream- Meinung zu verpacken. Die Ansicht, dass der Jihad aggressiv zu führen sei, geht in erster Linie auf Sayyid Qutb zurück.

“Qutb advocated jihad to establish an Islamic state. In doing so, he argued angainst well-established Islamic legal opinions that jihad was primarly a strugel against the soul (jihad al-nafs) or a defensive war to protect the Muslim community. In kind of Islamic liberation theology, he argued that force was necessary to remove the chains of oppression so that Islamic truth could predominate.”

Wiktorowicz: A Genealogy of Radical Islam. 2005. S. 79

Quintan Wiktorowicz, macht in seinem Artikel “A Genealogy of Radical Islam” vier große Unterschiede zwischen den “normalen Salafisten” und den “jihadisten Salafisten” aus.

  1. Der Gebrauch des takfir (jemanden als Apostaten erklären) und ob dies auch für Herrscher gilt und der Jihad dann gegen sie geführt werden darf bzw. geführt werden muss
  2. Unterschiedliche Ansichte über den Jihad (defensiv – aggresiv)
  3. Zulässigkeit Zivilisten anzugreifen
  4. Die Legitimität von Selbstmordanschlägen

Die Mehrheit der Muslime lehnt die Praktik des takfir nicht grundlegend ab. Viele Salafisten sind der Meinung, dass ein Herrscher ein Kafir (Ungläubiger) werden kann, wenn er wissentlich Gesetze erlässt, die im Widerspruch mit der Scharia’ stehen. Allerdings gibt es auch hier wieder unter den “jihadistischen Salafiten” diverse Meinungen.  Al-Qaeda und ihr nahestehende Gruppen, titulieren regelmäßig arabsiche bzw. muslimische Herrscher als Ungläubige. Da es nun erlaubt sei, aus ihrer sicht, die Herrscher, die keine Muslime mehr seien, anzugreiffen und zu töten.

Für Wiktorowicz, ist die Bereitschaft, auch Zivilisten als legitime Ziele zu betrachten, ein Phänomen, das erst seit dem Algerischen Bürgerkrieg für “jihadistische Salafisten“, hoffähig wurde.

In seinem wirklich guten Buch “The Globalization of Martyrdom“, stellt Assaf Moghadam einen Kriterienkatalog auf, wann eine Bewegung zur Gruppe der “jihadistischen Salafisten” gehört. Dafür muss sie dem sunnitischen Islam angehören und eines der weiteren vier Kriterien erfüllen:

  1. Sie ist Mitglied oder affiliiert mit al-Qaeda – dies zeigt sich im Namen
  2. Sie hat al-Qaedas Weltanschauung übernommen und praktiziert den globalen Jiahd
  3. Sie übt Gewalt aus, um ein islamisches Regime zu stürzen und an Stelle dessen ein Kalifat zu errichten
  4. Sie betreibt die Praktik des takfir

Moghadam: The lobalization of Martyrdom. 2008 S. 50

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass bei der Benutzung des Wortes “Salafismus” und anderer religiöser Begriffe, in diesem Zusammenhang, Vorsicht geboten ist. Zudem sollte man sich des Unterschiedes bewusst sein, der zwischen den Gruppierungen besteht, die gerne mit “radikal islamisch” beschrieben werden. Denn so konservativ und radikal zum Beispiel die Hamas auch sein mag, wird sie dennoch von salafistischen Gruppierungen regelmäßig kritisiert und angegriffen.

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IMU – “Es lebe bin Laden” – Abdul Fattah Ahmadi

Vor ein paar Tagen ist die deutsche Übersetzung eines Schreibens, bezüglich des Todes von Usama b. Laden, des Vize Amirs der Islamischen Bewegung Usbekistans im Internet aufgetaucht. Es wurde mit “Es lebe bin Laden” betitelt.

Nach den religiösen Floskeln, beginnt Abdul Fattah Ahmadi das Schreiben, damit, die besondere Rolle Usama b. Ladens im Kampf der Mujahideen, zu erst gegen die Sowejts und dann gegen die USA zu preisen.

“Sheikh Usama bin Laden und seine Mujahedeen spielten eine große Rolle beim Sieg gegen das rote Imperium, die Sowjet-Union. Und später war es Usama bin Laden, der die Flagge des Jihad gegen den Pharaonen unsererer Zeit, die USA, hochragen ließ.”

Durch die westlichen Medien und ebenfalls durch “Autoritätspersonen der al-Qaeda” sei in letzter Zeit das Gerücht verbreitet worden, dass b. Laden schon seit längerem, auf seinem Anwesen in Abottabad gelebt hätte und dort auch getötet worden wäre. Diese Vorstellung lehnt Abdul Fattah Ahmadi allerdings entschieden ab.

“Wir glauben, dass der Anführer der Mujahedeen, genauso wie andere Anführer des Islams, bereits viele Jahre vorher auf dem Schlachtfeld gestorben ist.”

Denn das von al-Qaeda veröffentlichte Statement, bezüglich des Todes b. Ladens, beinhalte weder ein Datum des Todes, noch werde darin bestätigt, dass er in Abottabad gestorben sei.

“Der Fakt, dass es von ihm seit einigen Jahren in den Medien keine offiziellen Stellungnahmen mehr gab, die die Ereignisse der islamischen Ummah behandeln, lässt vermuten, dass er bereits zuvor diese vergängliche Welt verlassen hat.”

Dennoch würde die Islamische Bewegung Usbekistans die Stellungnahme “ihrer Brüder von al-Qaeda” respektieren. Außerdem wären die USA, laut Abdul Fattah Ahmadi, nicht in der Lage gewesen, b. Laden innerhalb der pakistanischen Grenzen zu liquidieren, ohne das Einverständnis und die Hilfe der pakistanischen Regierung. Aber dies ist für ihn nur eine hypothetische Annahme, da er ja davon überzeugt ist, dass b. Laden bereits seit längerem Tod ist.

“Und dies wäre ein weiterer Beleg dafür, dass wir richtig damit lagen die jihadische Revolution gegen Pakistan, den Dienern Amerikas, zu beginnen, zeitgleich zum Jihad in Afghanistan gegen die Anführer des Unglaubens, den USA, gegen die NATO  und die abtrünnige Regierung Karzais.”

Der Märtyrertod ihrer Anführer, würde sie nur in ihrer Überzeugung stärken, denn Jihad weiterzuführen. Zu dem glaubt er, dass die USA, Israel und die NATO Streitkräfte, “schon bald zur Gerechtigkeit gezogen und für alle Verbrechen bestraft” werden.

Zum Schluss, ruft er alle Muslime dazu auf, dem Jihad, gegen die pakistanische Regierung und die USA, zu unterstützten und zu führen.

“[…] den Jihad gegen die USA und die blutdurstige abtrünnige pakistanische Regierung zu führen, die einen großen Beitrag  leistete beim Sturz der islamischen Emara in Afghanistan, bei dem das Blut der Söhne des Islams floss und viele von ihnen für einen geringen Preis als Gefangene ausgeliefert wurden. Und allein die pakistanische Regierung ist verantwortlich für das Massaker an tausenden von muslimischen Frauen im Lal-Mesjed.”

Im letzten Satz, versichert Abdul Fattah Ahmadi allen jihadistischen Gruppen, die gegen die pakistansiche Regierung kämpfen den Beistand der Islamischen Bewegung Usbeksitans.


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Stellungnahmen zum Tode Usama b. Ladens – Teil II

Heute will ich mich mit zwei Stellungnahmen zum Tode Usama b. Ladens beschäftigen. Die erste ist der Aufruf von Pierre Vogel zum Totengebet für b. Laden am kommenden Samstag. Die zweite Stellungnahme ist vom Ansar al-Mujahideen English Forum (AMEF).

In seinem ersten Aufruf, wollte Pierre Vogel eine Veranstaltung abhalten, die sich mit dem Verhältnis von Islam und Terrorismus beschäftigen sollte. Die Veranstaltung ist mit “Wie erlangt man den Weltfrieden” überschrieben. An deren Ende sollte dann noch das Totengebet für Usama b. Laden gesprochen werden. Denn sie würden ihn als eine “neutrale Person” betrachten, da es keine Beweise für eine Verstrickung von ihm zu den Anschlägen von 9/11 geben würde. Zu dem würden sie dem westlichen Grundsatz folgen, “im Zweifel für den Angeklagten”. Das Totengebet ist mittlerweile abgesagt, aber die Veranstaltung soll weiterhin stattfinden.

Die Video, die im Allgemeinen als Geständnis Usama b. Ladens gedeutet werden, lässt er nicht gelten. Denn diese seien willkürlich zusammengeschnitten, weshalb man der Kontext der Aussage nicht kennen würde, den er für sehr wichtig hält. Die Tonqualtität sei des weiteren sehr schlecht. Außerdem, so Pierre Vogel, würde sich Usama b. Laden dort nicht explizit zu den Anschlägen bekennen.

Pierre Vogel geht darauf ein, dass seiner Meinung nach der Islam, eine Religion des Friedens sei, das es die Wurzel s-l-m habe und daraus das Wort Friede (salam) komme. Er hält die Tötung für vollkommen illegitim, da er nicht verurteilt ist und für unangemessen.

Das Statement des AMEF ist wie folgt betitelt:

“Sheikh Osama Bin Laden between Jihad and Martydom for the sake of Allah”

Das Statement wurde gestern im Forum publiziert und nach den üblichen islamischen Formeln am Anfang, geht es darauf ein, dass es auch nach über 48 Stunden nach dem angeblichen Tod Usama b. Ladens noch kein offizielles Statement der Medienabteilung von al-Qaeda Central gebe. Auf dieses Statement würden aber die Anhänger der Mujahideen händeringend warten.

“The people who are waiting for the statement are divided into 2 groups. We have the Believers on one side and the  people of infidelity and apostasy on the other side. The first group is hoping for a denial statement and other is waiting for a confirmation.”

Wie diejenigen, die auf das Statement warten würden, sei auch die gesamte Welt zweigeteilt. Usama b. Laden habe gesagt, dass die Welt zwischen Gläubigen und Ungläubigen aufgeteilt sei. George W. Bush hätte dies auch gesagt, mit seiner Aussage:

“You are with us or with the Terrorist”

Bei der Nennung eines Muslim werden meist noch Eulogien an den Namen gehangen. In dieser Tradition, hat der Verfasser hinter den Namen von Bush geschrieben, dass “Allah ihn verfluchen möge”.

Der Verfasser will sich nicht mit den Gerüchten der Mainstream Medien auseinandersetzen sondern auf andere wichtige Fragen eingehen. Als erstes geht er auf den Tod des Propheten Muhammads und die Reaktion der Muslime ein. Er stellt die Frage ob die Gefährten des Propheten sich auf dem Absatz umgedreht hätten, aufgehört hätten den Islam zu verbreiten und ob sie ihre Hoffnung verloren hätten. Dies beantwortet er mit – nein. Die Gefährten hätte nach vorne geguckt und ihre Eroberungen weiter voran getrieben. Genau so müssten jetzt auch die Mujahideen reagieren. Sie sollten sich die Gefährten des Propheten zum Vorbild nehmen.

NO! NO! NO!
They continued in their Da’wa and Jihad. They eliminated infidelity and replaced it with Faith (by the permission of Allah).

In dem Zusammenhang geht er auf den Tod von Abu Mus’ab al-Zarqawi ein, der 2006 im Irak liquidiert wurde. Auch damals habe der Westen diese Nachricht gefeiert, aber dies hätte die Lage nicht geändert, denn so sei nach dessen Tod zum Beispiel der “Islamische Staat Irak” ausgerufen worden. Alles in allem, so der Verfasser, würden die Mujahideen von Tag zu Tag stärker.

Für den Fall, dass Usama b. Laden Tod sei, stellt der Verfasser fest, dass er sein weltliches Leben nicht für materialistische Dinge gegeben hätte, sondern um Gottes Willen. Dies habe er getan, da er als Märtyrer sterben wollte.

Danach richtet er sich an den Leser, die Unterstützer der Mujahideen:

“Our job is to bring the jihadist media to the next level. We have succeeded in propagating the words of the fields to the  borders of the countries. We are with hundreds or thousands of members. Let us work together and become one moving  body. We need to spend our time in seeking knowledge and acting upon it.”

Am Ende des Schreibens ist noch ein Gedicht, dass dazu Aufruft, sein weltliches Leben hinter sich zu lassen, um sich dem Jihad anzuschließen. Denn so würde Gott “die Tür zum Paradies öffnen”.

Auch in diesem Statement, sieht man wieder sehr gut die Unsicherheit vieler Jihadisten bzgl. des Todes von Usama b. Laden und das große Misstrauen, dass sie den westlichen Medien entgegenbringen. Aber es wird sehr schön deutlich, dass es für sie vollkommen unerheblich ist, ob er noch lebt oder nicht, den der Jihad sei eben eine Pflicht Gott gegenüber und diese müsse weiter befolgt werden.

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Deutschsprachige Stellungnahmen zum Tode Usama b. Ladens

Ich will einige Statements zum Tode Usama b. Ladens wiedergeben, die ich auf deutschsprachigen Blogs und in Foren gefunden habe, die man als salafistisch bzw. jihadistsich bezeichnen kann.

Ein einhelliger Tenor bei allem was ich bis jetzt gelesen habe, ist dass die meisten den Tod von Usama b. Laden noch nicht glauben oder wahrhaben wollen und diese Nachricht erst ernst nehmen würden, wenn sie von “muslimischen Brüdern bestätigt wird”. Ebenso wird das Bild, das gestern in den Medien kursierte und das den toten Usama b. Laden zeigen soll, nur mit Spott und Hohn bedacht und als schlecht Fälschung tituliert. Es wurden recht schnell auf YouTube Videos hochgeladen, die beweisen wollten, dass das Foto gefälscht ist. Aus den Diskussionen um das Foto entwickelten sich dann die “üblichen” Verschwörungstheorien, die immer auftauchen, wenn es um al-Qaeda und die USA geht.

“Solange es nicht von den Muslimin bestätigt wurde ist es eh nur leeres Gerede. Und das Bild ist echt schlecht gemacht worden”

Des weiteren wird in den Foren darüber diskutiert, inwieweit Usama b. Laden durch seinen Tod zu einem Mythos wurde. oder wird  Manche vertreten die Meinung, dass der Mythos b. Ladens, nach dessen Tod, jetzt noch größer wird und als Magnet dienen könnte, um neue Jihadisten zu rekrutieren.

“Mit der Shahada von Osama bin Laden erschaffen die demokratistischen Terroristen lediglich ein Mythos der wesentlich effektiver weiterleben kann. Er (rahimullah) ist in Wirklichkeit vollkommen uninteressant. Die US-Terroristen haben nicht Osama bin Laden Shahid gemacht, sondern die Vorstellung in ihrem Bewusstsein. Die Demokratisten denken das sie damit ein Sieg errungen hätten. Das zeigt nur die Unwissenheit, sowohl des Volkes als auch der Regierung. Denn eine Schlacht zu gewinnen bedeutet nicht den Krieg gewonnen zu haben.”

Das die USA die Leiche Usama b. Ladens im Meer beerdigt hätten, um eine mögliche Pilgerstätte für Jihadisten bzw. Islamisten zu verhindern, wird lächelnd mit der Frage kommentiert, ob sie denn nicht wüssten, dass die Verehrung von Verstorbenen und das Pilgern zu deren Gräbern in der Salafiyya nicht erlaubt wären. Dies ist zwar richtig und die meisten Jihadisten sind auch sehr rigoros in der Einhaltung der Vorschriften, aber dennoch könnte ich mir gut vorstellen, dass ein mögliches Grabmal Usama b. Ladens zu einer Pilgerstätte geworden wäre, denn bereits zu Lebzeiten, hatte ich in manchen Videos, das Gefühl, dass ihm eine so große Verehrung entgegen gebracht wurde, dass ich mich wunderte, wie dieses Verhalten mit den strengen Regeln der Salafiyya zu vereinbaren sei.

Auf einem Blog, der regelmäßig jihadistisches Material publiziert, wurde erst nur relativ kurz darauf hingewiesen, das b. Laden gestorben sein soll und es werden westlichen Nachrichtenportale als Quelle angegeben. Kurz darauf wird in einem neuen Blogpost auf ein Statement der Tehrik e Taliban Pakistan (TTP) hingewiesen, die behaupten das er noch leben würde. Dieser Post ist dementsprechend betitelt:

“Unser geliebter Sheikh ist nicht gefallen!”

Die Stellungnahme der TTP wird auch direkt als Beweisdafür genannt, das er noch Leben würde.

“Die Kuffar können nur noch symbolische Erfolge vorweisen. Militärisch sind die geschlagen, ähnlich wie die Russen in Tschetschenien. So oft haben die Russen behauptet, dass Doku Umarov gefallen ist und er meldete sich immer wieder zurück.”

Im Kommentarbereich entspinnt sich eine Diskussion, die dem Muster folgt, das ich oben beschrieben habe. Auf einen Kommentar möchte ich näher eingehen. Er wurde vom Benutzer jundullah2010 verfasst. Er ist davon überzeugt, dass Usama b. Laden nicht Tod ist und er sich in den nächsten Tagen mit einer Videobotschaft melden werde,

“um die “Freude” der Kuffar zu dementieren”

Für jundullah2010 steht fest, dass die USA die Lüge über den Tod von b. Laden nur verbreiten, weil sie sich demnächst aus Afghanistan und dem Irak vollkommen zurückziehen wollen und es so nicht wie eine Niederlage aussehen würde. Außerdem versteht er die Hoffnung des Westens nicht, dass mit dem Tod b. Ladens, der Terror aufhöre, denn der Jihad hänge nicht von einer einzelnen Person ab, sonder sei eben eine Pflicht für jeden Muslim.

“Egal wie das Ende dieses großen Mannes (Shayk Osama) sein wird. Der Jihad hängt nicht von einem Mann oder Organisation ab, sondern ist die Pflicht Allah gegenüber und Allah ist DER LEBENDIGE-BESTÄNDIGE, und deshalb wird er (Jihad) unvermindert weiter geführt bis zum Tag der Auferstehung -alhamdulillah !!”

Gestern wurde auf demselben Blog noch ein Statement zum Tode Usama b. Ladens veröffentlicht.

“Seitdem diese, durch die Mudschahidien nicht-bestätigte Botschaft an die Öffentlichkeit gelangt ist, verbreiten sich sehr viele Gerüchte.

Die Vorgehensweise der ungläubigen Ratten, wenn sie denn überhaupt unseren geliebten Sheikh zum Märtyrer gemacht haben sollten, werfen einige Fragen auf.”

Es wird die Frage aufgeworfen, warum er so schnell bestattet wurde, aber zugleich weisen sie darauf hin, dass sie nicht in irgendwelche Verschwörungstheorien abschweifen wollen und erst einmal auf Stellungnahmen der Mujahideen warten würden. Außerdem weisen sie daraufhin, dass wenn er gestorben sei, er nur mit Gottes Willen den Märtyrertod hätte sterben können – hier sieht man den Glauben an die Prädestination, der in der Salafiyya weit verbreitet ist. Zu dem sei der Märtyrertod, der Tod den sich jeder Muslim wünschen würde. Im weiteren Verlauf, wird kurz geschildert, dass sich Usama b. Laden seit seiner “frühen Jugend” den Islam auf dem Schlachtfeld verteidigt hätte.

“Der edle Sheikh ist ein Sieger, für uns ist es eine frohe Botschaft wenn er als Märtyrer gefallen sein sollte, und ebenso,  falls er noch am Leben sein sollte. Sobald es neue Nachrichten seitens der Al-Qaida Geschwister gibt, werden wir diese hier veröffentlichen, mit der Erlaubnis Allahs dem Erhabenen.

Die Mudschahidien werden kommen und gehen, doch der Jihad und Kampf wird inschallah bis zum jüngsten Tag bestehen bleiben.”

Auf einer weiteren Seite, wird ein Blogpost mit folgenden Worten betitelt:

“Die Osama Lüge um das Gesicht zu bewahren”

Für den Verfasser steht fest, dass die USA nach “zehn Jahren sinnlosem Krieg” diesen Erfolg bräuchten.

“Man hätte Osama Bin Laden in einem Anwesen im pakistanischen Grenzgebiet gefasst? Der Mann, der seine Familie, seine Milliarden und sein gesamtes Hab und Gut hinter sich gelassen hat, um in den Bergen Afghanistans mit verärmten Bauern gegen die Sowjets zu kämpfen? Dieser Mann soll sich in einer Villa mit Sicherheitskräften aufgehalten haben?”

Auffallend ist, dass viele Forenmitglieder und Kommentarschreiber den Tod von Usama b. Laden nicht wahrhaben wollen und die Nachricht auch nicht glauben können. Dabei berufen sie sich meistens auf die Stellungnahme der TTP. Die so genannten Internet Klerikalen hingegen scheinen die Nachricht zu akzeptieren und sprechen Beileidsbekundungen aus.

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IMU – “Der Shaheed aus dem Bundeswehrlager” – Abu Adam al-Almani

In den letzten Tagen sind zwei neue Schreiben der IMU in diversen deutschsprachigen jihadistischen Internetforen aufgetaucht. Als deren Autor wird jeweils Abu Adam al-Almani genannt. Das Schreiben, auf das ich jetzt eingehen werde, ist auf den März 2011 datiert und beschreibt die Geschichte eines jungen Afghanen – Harun al-Afghani -, der in einem Bundeswehrcamp als Übersetzer tätig war, nach zweieinhalb Jahren allerdings einen Gesinnungswandel hatte und sich einer jihadistischen Gruppierung anschloß, dann im selben Camp wie die Chouka Brüder, in Waziristan, war, dort ausgebildet wurde, für den Kampf gegen die Isaf Truppen in Afghansitan und angeblich bei einem Gefecht im Nordosten Afghansitans zu Tode kam.

Abu Adam beginnt den Text mit einer rhetorischen Frage, ob sich der Leser noch an seine Anfangszeit im Islam erinnern könne. Als man noch dachte, der Islam würde Märtyreroperationen verbieten und das der Jihad ein Phänomen der Vergangenheit gewesen sei. Zum einen Tut er dies um zu erklären, wie Harun al-Afghani bei der Bundeswehr als Übersetzer anfangen konnte und bestimmt versucht er darüber auch einigen Lesern, seine militante Leseart des Islams näherzubringen. So betont Abu Adam, dass die Geschichte von Harun al-Afghani eine besondere sei, weil er sich erst spät den Mujahideen anschloss.

“So höre der folgenden Geschhichte gut zu, denn sie wird dir keineswegs fremd erscheinen. Es ist die Geschichte des Shaheed aus dem Bundeswehrlager, Harun al-Afghani, ein junger Mann, der den Berg des Islams hinaufstieg und an der Bergspitze mit der Shahada gekrön wurde. Meine lieben Geschwister, Haruns Geschichte ist eine sehr interessante, denn Harun kam erst sehr spät in die Reihen der Mujahedeen und Harun verstand erst sehr spät die wahre Bedeutung des Islams und wer die wahren Gläubigen sind. Obwohl er seit seiner Geburt in Afghanistan lebte und viele seiner Verwandten im afghanischen Krieg von Ungläubigen getötet wurden, verstand er anfangs nicht die islamischen Hintergründe der Mujahideen. […] dachte er viele Jahre, dass die Mujahideen der Taliban und der Muhajereen [Auswanderer – Jihadisten aus anderen Ländern] eine falsche, hinterlistige Absicht haben und die Macht an sich reißen wollen, um die Menschen zu unterdrücken.”

Vor ca. dreieinhalb Jahren habe sich Harun al-Afghani bei der Bundeswehr als Übersetzer beworben und sei dort auch wegen seiner guten Englischkentnisse genommen worden. Er arbeitete als Ortskraft im Bundeswehrcamp in Kunduz und soll sogar wegen der guten Bezahlung sein Studium abgebrochen haben, leider wird nicht erwähnt was er studierte. Nachdem er einige Zeit dort arbeitete, soll er befördert worden sein und somit die Erlaubnis bekommen haben, sich frei im Bundeswehrlager zu bewegen. Er soll auch zum Teil seine Freizeit im Bundeswehrcamp verbracht haben, u.a. in der Kasernenkneipe. So soll er langsam bemerkt haben, dass diese Lebensweise nicht mit dem Islam (der Mujahideen) vereinbar sei. Ein weiteres prägendes Ereignis sei das Bombardement der zwei Tanklaster am 4 September 2009 gewesen.

“Harun sah Bilder der deutschen Spionageflugzeuge von Nahaufnahmen der Innenhöfe, in denen sich seine muslimischen Schwestern befanden. Er musste mit ansehen, wie die Bundeswehr in seiner Heimat gemischte Schulen für Jungen und Mädchen errichtete und die Bürger zum westlichen System aufruft. […] So erkannte er langsam die wahren Hintergründe des Einsatzes der Bundeswehr.”

Während dieses Prozesses soll er in einer Moschee in Kunduz Hadschi Omar, einen radikalen Prediger, kennengelernt haben. Nach dessen Predigten habe Harun al-Afghani den persönlichen Kontakt zu ihm gesucht, um mit ihm einige seiner Fragen zu erörtern. Hadschi Omar, habe Harun al-Afghani überzeugen können, dass er für eine Besetzungsmacht arbeite und er sich den Mujahideen anschließen müsse, da diese eben für die Befreiung des Langes kämpfen würden.

Er soll sich eine Waffe und ein Motorrad gekauft haben und sich auf den Weg zu den Mujahideen gemacht haben, um sich ausbilden zu lassen. Nach kurzer Zeit soll er nach Waziristan geschickt worden sein, für ein “Spezialtraining”.  Dabei habe er die beiden Chouka Brüder kennengelernt.

” Er war ein ganz besonderer Mensch. Irgendwie glich er einem Paradiesbewohner, der sich noch unter uns befand, wa la uzakki 3ala Allahi ahad. Ein sanftes Lächeln, eine ruhige Art zu reden und langsame und bescheidende Bewegungen, die auf eine innere Ruhe hindeuten. Viele Gebete und lange Koranrezitationen füllten seine Tage und Nächte.”

Nachdem er sein Training absolviert hatte, kehrte er in den Norden Afghanistans zurück und soll sich dort einer Märtyrergruppe angeschlossen haben. Sie planten eine Operation aber nachdem Isaf Truppen, in der Nähe ihres Quartiers ein Dorf “angriffen” und durchsuchten, entschlossen sie sich dorthin zu eilen um gegen die amerikanischen Truppen zu kämpfen. Bei diesem Gefecht starb Harun al-Afghani.

” Die Shahada (Märtyrertod) fisabililläh ist das Glaubensbekenntnis, das mit dem eigenen Blut ausgedrückt wird. Der Shaheed beweist Allah, dass nicht nur seine Zunge, sondern jedes einzelne seiner Körperglieder und sogar das Blut, das durch seine Adern fließt, bezeugt, dass niemand das Recht hat angebetet zu werden außer Allah.”

Über das zweite Schreiben, das sich mit dem Prozess gegen Filiz Gelowicz beschäftigt, werde ich in den nächsten Tagen etwas schreiben.

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IMU – Unser Weg zur IMU – Abu Ibraheem al-Almani

Gestern ist mal wieder ein Schreiben der Islamischen Bewegung Usbekistans (IMU) im Internet, mit dem Titel – Unser Weg zur IMU – erschienen. Als Verfasser wird Abu Ibraheem al-Almani (Yassin Chouka) genannt. Abu Ibraheem ist vor vier Jahren, zusammen mit seinem Bruder Abu Adam (Mounir Chouka) zuerst in den Jemen und dann nach Afghanistan/Pakistan “ausgewandert” um dort gegen die Besatzung Afghanistans, durch die ISAF Truppen, zu kämpfen.

In diesem Schreiben erzählt Abu Ibraheem wie sie nach Pakistan kamen und warum genau sie sich der IMU anschlossen und nicht einer anderen Gruppierung.

Die beiden Brüder sind seit dem sie in Pakistan sind, sehr stark in der Porpagandaarbeit aktiv. Wobei Abu Adam dabei meistens immer etwas mehr im Licht der Öffentlichkeit steht und auch er meistens nur in den deutschen Medien Erwähnung findet. Allerdings hat auch Abu Ibraheem schon einige Videos und Schreiben veröffentlicht, die aber leider gerade von Wissenschaftlern nicht sonderlich beachtet werden.

Das Schreiben beginnt mit den üblichen Zitaten aus dem Koran und aus den Ahadith. Angeblich, so Abu Ibraheem, hätten sie über ihre Internetseite viele Fragen erreicht. Dasselbe sagte schon sein Bruder Abu Adam vor einem Monat (hier). Die meisten dieser Fragen hätten den Inhalt, warum sie sich der IMU angeschlossen haben. Doch bevor er darauf eingeht, betont er, dass es nur einen Gemeinschaft innerhalb des Islams gibt, die die Wahre ist. Dies ist natürlich die, der er sich angeschlossen hat, nämlich Ahlu-Sunnah wal Jamma3a außerdem ist es seiner Meinung Pflicht für jeden Muslim, auszuwandern und sich dem Jihad anzuschließen:

“nur diejenigen sich so nennen dürfen, die nach Quran und Sunnah handeln und somit auch den in diesen beiden Quellen erwähnten Jihad unseres geliebten Propheten (a.s.s.) praktizieren. Al-hamdulilläh leben wir in einer goldenen Zeit, in der man auf jedem Kontinent die Ahlu-Sunnah wal Jama3a vorfinden kann. Und abgesehen von den Ländern in denen der Jihad geführt wird, findet man heutzutage al-hamdulilläh sogar in jedem Land und in jeder Stadt auf der Welt Gleichgesinnte, die diesen richtigen Manhadsch verstanden und verinnerlicht haben, ihn mit Wort und Tat unterstützen und einen Weg zu den Mujahedeen suchen.”

Ihre “Jihad-Geschichte” beginnt damit, dass sie “rechtgeleitet” wurden. Bereits nach kurzer Zeit soll ihnen bewusst gewesen sein, dass sie auswandern müssen, um sich einer der “wahren” Gemeinschaften anzuschließen. Bereits in Bonn, wo sie aufwuchsen, sei ihnen bekannt gewesen, dass es keinen Unterschied zwischen den Nationen gebe. Aber erst mit ihrer Annahme des “wahren Islams” lernten sie, dass der Islam keinen Unterschied zwischen den Nationen macht, sondern nur in der Art und Weise des Glaubens, die Menschen unterscheidet.

“Bereits in unserer vorislamischen Zeit brachte man uns bei und war es in unseren Kreisen strengstens verpönt,  einen Unterschied zwischen den verschiedenen Nationen zu machen. So lebten wir u.a. mit Deutschen, Bosniern,  Türken, Somaliern, Arabern, Srilankanern, Portugiesen und Polen zusammen und machten keinen  Unterschied zwischen ihnen. Als Allah (t.) uns dann rechtleitete, lehrte uns der Islam dann gänzlich, dass es im Islam keine Grenzen gibt und der Beste unter den Menschen der Gottesfürchtigste ist.”

Sie wollten in ein Land auswandern, in dem der Jihad geführt wird, um am Jüngsten Tag, “ihren Beitrag vorweisen zu können”. Bei der Auswahl ihres Zieles seien sie nicht sonderlich wählerisch gewesen. Sie wollten nur Aktiv am Jihad teilnehemen und ob das in Palästina oder Somalia sei, wäre unwichtig. Nachdem sie Deutschland verlassen hatten, war die erste Station der Reise der Jemen.

Einige Monate, nachdem sie im Jemen ankamen, schlossen sie sich einer Gemeinschaft im Hadramout an, die al-Murabitoon heißt und so Abu Ibraheem, Seite an Seite mit al-Qaeda gegen die jemenitische Regierung kämpft.

“Anschläge auf die amerikanische Botschaft, Anschläge auf den Palast des Präsidenten, Operationen auf  militärische Stützpunkte- und Polizeipräsidien und Ghanima-Überfälle. Der Jihad im Jemen begann und mein  Bruder und ich waren unerwartet mitten drin statt nur dabei.”

Während ihrer Zeit im Jemen hätten sie Kontakt gehabt zu Anwar al-Awlaqi, von dem sie viel profitiert hätten. Er nennt al-Awlaqi “unseren Freund” und sagt, dass er mit dem Geld, das er durch seine Honigfarm verdient, den Jihad in allen möglichen Ländern unterstützt und Leute nach Somalia, Afghanistan und in den Irak schicke. Einer von al-Awlaqis Getreuen, hätten ihnen dann geraten weiter nach Afghanistan zu reisen, da der Jemen zu dieser Zeit nicht sicher genug für die Muhajereen wäre. Zudem hätten sie gute Chancen sicher nach Afghanistan zu kommen, wegen ihrer deutschen Reisepässe.

Alles in allem hätte ihre Reise nach Afghanistan einen Monat gedauert, wobei diese “sehr professionell organisiert” gewesen sei. In den Zwischenstationen wären sie gut betreut worden und hätten immer wieder neue Reisedokumente bekommen. Kurz bevor sie am Ziel ihrer Reise ankamen, erfuhren sie, dass sie auf dem Weg zur IMU waren, die sie bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannten. Ihnen wurden Videos vorgespielt und ihr Reisebegleiter schwärmte von der IMU. Ihre eigentliche Entscheidung für IMU, sei laut abu Ibraheem die logische Konsequenz gewesen. Denn sie hätten Allah immer darum gebeten am Jihad teilzunehmen und zwar egal welche Arbeit sie dabei verrichten würden. So hätten sie Angst gehabt, dass Gott sie auf die Probe stellt und sie wirklich dazu bereit wären.

“Denn schliesslich sind wir nicht herausgegangen, um Usama zu treffen, oder um zu sagen, ich gehöre zu Usamas Al-Qaida. Und wir sind auch nicht herausgegangen, um uns einer arabischen oder deutschen Jama3a  anzuschließen. Der Grund für unser Rausgehen war es, unseren Beitrag zu leisten in der Angelegenheit der Ummah und um zu kämpfen, damit Allahs Wort das Höchste ist. Der Grund für unser Rausgehen war also “La ilaha illa’ALLAH Muhammadan raassoulu Allah“. Und so war es die Angst vor der falschen Absicht, die uns zu der Entscheidung bewegte, unter der IBU zu kämpfen, die ebenfalls im Dienste der Ummah steht und für “La ilaha illa’ALLAH“ kämpft.”

Nach nun drei Jahren, die sie in den Reihen der IMU verbracht hätten, würden sie sich in ihrer Entscheidung bestätigt sehen, sich der IMU anzuschließen. Abu Ibraheem sieht in der IMU einer der stärksten Bewegungen innerhalb des Jihad in Pakistan und mittlerweile seien mehr als 20 Nationen in ihr vertreten. Ihre Ziele seien, nach wie vor:

“Im Dienste der muslimischen Ummah, im Kampf gegen die Unterdrückung einen islamischen Staat zu gründen und die Barmherzigkeit des Islams an die Menschheit zu bringen.”

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