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IMU – “Tod der Pro-NRW” – Abu Ibraheem al-Almani – Teil I

Eigentlich wollte ich auf meinem Blog nichts über die Auseinandersetzung, in Solingen und Bonn, zwischen Salafisten und den Anhängern von Pro-NRW, schreiben. Da seit gestern Abend allerdings über das am Samstag erschienene Video von Yassin Chouka in fast allen Medien berichtet wird und auch über sehr viele Suchanfragen in diesem Zusammenhang, auf meinen Blog zugegriffen wurde, habe ich mich entschieden nun doch etwas zu der Thematik zu schreiben.

Zunächst werde ich mich mit dem Video (es ist vielmehr eine Audiobotschaft mit einem Hintergrundbild) beschäftigen und genauer auf ihren Inhalt eingehen. Das in der Botschaft zum Mord, als Reaktion auf das Zeigen der Muhammad Karikaturen, aufgerufen wird ist nicht verwunderlich, wenn man die letzten Video- bzw Audiobotschaften der Chouka Brüder kennt. Denn in diesen haben sie bereits offen zu Anschlägen in Deutschland aufgerufen. Somit rufen sie nun “nur” zu Anschlägen gegen eine bestimmte Gruppe auf. Da ich in letzter Zeit einige negative Reaktionen bekommen habe, möchte ich betonen, dass ich die jihadistische Propaganda ablehne und über meinen Blog demjenigen, der an der Materie interessiert ist und sich kritisch mit ihr auseinandersetzen will, die Möglichkeit geben Informationen über die primär Texte zubekommen. Ich verzichte dabei bewusst auf die Links zu den jihadistischen Foren.  Wer sich dennoch die Quellen direkt anschauen will ohne auf eine jihadistische Seite zugelangen kann auf die sehr gute Homepage von Aaron Zelin gehen. Er betreibt den Blog “Jihadology“.

In einem zweiten Blogpost werde ich mich deutschen Salafisten und deren Reaktionen auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen, widmen. Insbesondere auf YouTube sind einige Videos aufgetaucht, die ich sehr erschreckend fand. So wird unter anderem die Gewalt der Salafisten als vollkommen legitim eingestuft, da die Polizei es nicht verhindert hätte, dass der Prophet Muhammad durch das Zeigen der Karikaturen beleidigt wird. So wird ebenfalls darauf hingewiesen, welche Reaktionen die Beleidigung des Propheten in der Vergangenheit bereits hervorgerufen hätten. Dabei wird u.a. der Mord an dem niederländischen Regisseur Theo van Gogh, der Mord an zwei US-Soldaten am Frankfurter Flughafen durch Arid U. und die Mordserie von Mohammed Merah in Tolouse genannt (über Mohammed Mera haben die Chouka Brüder auch ein Video gemacht: “Der Ritter von Tolouse”). Diese Verbindungen finde ich erschreckend, zumal sie von in Deutschland lebenden Salafisten kommt, die sich durch die neue Botschaft der Chouka Brüder angesprochen fühlen könnten, da sich das extreme Gedankengut beider sehr nahe zu stehen scheint.

Abu Ibraheem beginnt seine Audiobotschaft, wie es mittlerweile üblich geworden ist, in dem er “seine Geschwister” grüßt.

“meine Speziellen Grüße, hier aus dem Khorassan, gelten heute meinen Geschwistern, den eifersüchtigen Dienern Allahs, aus Solingen und Bonn […]”

Er geht kurz auf die Verteilung der Koranexemplare ein. Dies sei eine Gnade für das deutsche Volk gewesen. Muslime hätten ihre Zeit geopfert um die Barmherzigkeit des Islams zu zeigen.

“Diese Verteilung war Zeichen der Barmherzigkeit, mit der der Islam entsandt wurde und Zeichen der Sorge des Muslims, eine Sorge, die er für seine Mitmenschen trägt, weil es ihn schmerzt, dass die Schätze des Glaubens, die Schätze des Islams, den Menschen verborgen sind.”

Diese Art der Argumentation ist aus vielen Videos oder Texten bekannt, denn für Salafisten kommen alle nicht-Muslime in die Hölle und so würden sie nur aus reiner Nächstenliebe wollen, dass alle zum Islam konvertieren, damit sie davor geschützt sind.

“Zusammengefasst: Unsere Geschwister wollten mit dieser Tat und mit Allahs Hilfe, die Menschen aus der Dunkelheit zum Licht führen […]”

Doch hätten wir Deutsche diesen Aufruf mit Groll auf genommen und ihn sogar als radikal und aggressiv bezeichnet. So hätte die Partei Pro-NRW ihrem Hass auch Taten folgen lassen.

“Sie haben das Maß weit überschritten und ihre Provozierungen brachen das Maß der Geduld und dürfen tatenlos nicht hingenommen werden.

Erneut wurden Karikaturen unseres geliebten Propheten, der uns lieber ist als unsere Eltern, unsere Kinder und lieber als unsere eigenen Seelen […] und es geschah im vollen Bewusstsein, dass es sich um eine Beleidigung handelt”

Abu Ibraheem sei stolz gewesen, als er die Bilder sah, wie die “Feinde Allahs” von seinen “eifersüchtigen Geschwistern” angegriffen wurden. All dies habe er den Mujahideen in Khorassan erzählt.

“Und sie sagten zu mir, ich soll euch von ihnen grüßen und euch sagen, ich soll euch sagen, dass ihr alle töten sollt.”

Im Anschluss gibt er einige Tipps. So hält er es für ratsam wenn die Muslime nicht mehr zu den Veranstaltungen von Pro-NRW gehen würden, denn dort könnten sie von der Polizei verhaftete werden. Denn die Polizei stehe ihnen ebenfalls feindlich gegenüber. Sie müssten ja schließlich auch nicht mehr nachschauen, ob sie die Karikaturen zeigen würden. Denn das haben sie bereits getan und für Abu Ibraheem gibt es laut der “islamischen Scharia'” nur eine Strafe dafür.

Als zweiten ‘Übeltäter’ hat er die Medien ausgemacht, denn die hätten “unter dem Deckmantel der freien Berichterstattung” ebenfalls die Karikaturen gezeigt.

“Der Spiegel, der von den Juden gelenkt wird und andere bekannte deutsche Medienabteilungen, haben unseren Propheten dadurch auch beleidigt. Und auch in diesem Fall sage ich zu euch, lasst eure Eifersucht in einen systematischen Kampf fließen […]”

Die angebliche jüdische Weltverschwörung findet sich immer wieder als Motiv in jihadistischer Propaganda. Deswegen möchte ich kurz auf ein Buch von Carmen Matussek hinweisen: “Der Glaube an eine “jüdische Weltverschwörung”: Die Rezeption der “Protokolle der Weisen von Zion” in der arabischen Welt.”

“Abschließend möchte ich sagen, auch wir, die Mujahadeen in Khorassan, die sich ohnehin schon mit der BRD in einem Kriegsverhältnis befinden, erklären speziell der Pro-NRW den Krieg und haben sie in unsere Kriegsplanung mit aufgenommen. Und so Allah will, werden wir uns an ihnen rächen.”

Dieser Punkt wurde, so wie ich ihn gehört habe, in den Medien teilweise falsch wiedergegeben. Denn dort hörte es sich in dramatischer Weise so an, als ob alle Muslime der BRD den Krieg erklärt haben, bzw erklären sollen. Zu dem ist diese Art der Rhetorik nicht neu, denn man findet sie in einigen der letzten Botschaften der Chouka Brüder.

Den medialen Hype, den diese Audiobotschaft erhalten hat, ist vermutlich dem Umstand der letzten Ereignisse in Bonn und Solingen geschuldet, denn es ist nicht wirklich radikaler oder extremer als die anderen Propagandavideos der beiden Chouka Brüder oder anderer deutscher Jihadisten und diese wurden nur von einigen Zeitungen mit Artikeln bedacht. Dieses neue Video wurde jedoch heute sogar in den Radionachrichten erwähnt.

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IMU – Mutter bleibe standhaft – Abu Ibraheem al-Almani

Heute will ich mich kurz mit einer schon etwas älteren Predigt von Abu Ibraheem al Almani (Yassin Chouka) beschäftigen. Die Predigt trägt den Titel “Mutter bleibe standhaft” und ist im Oktober vergangenen Jahres veröffentlicht worden. Er richtet sie an alle Mütter, deren Söhne, sowie er nach Pakistan ausgewandert sind um sich dort am Jihad zu beteiligen. Am Ende des Videos ist noch ein Nasheed, das ungefähr den selben Inhalt hat und zu dem versucht deutsche Muslime für den Jihad zu begeistern, so dass sie sich aktiv an ihm beteiligen (Hier ist ein interessantes Interview mit Guido Steinberg über deutsche Jihadisten). Bevor ich auf das Video eingehe will ich hier noch den Text des Nasheeds einfügen. Interessant finde ich die Passagen, in denen er von der unerfüllten Pflicht spricht und das er erweckt wurde. Hier kommt meiner Meinung nach sehr gut das avantgardistische Denken einiger jihadistischer Gruppierungen zum Vorschein.

“Mutter bleibe Standhaft ich bin im Jihad
Trauer nicht um mich und wisse er hat mich erweckt

Die Umma ist geblendet doch ich wurde geehrt
Mutter bleibe Standhaft dein Sohn ist im Jihad

Die Schreie wurden lauter die Wunden nahmen zu
Die unerfüllte Pflicht sie ließ mir keine Ruhe

Noch heute muss ich gehen morgen wäre es schon zu spät
Mutter bleibe Standhaft dein Sohn ist im Jihad

Mich auf meinen Herrn verlassend machte ich mich auf den Weg
Fi Sabilillah egal wohin es geht

Egal wie weit die Wüste und egal wie hoch der Berg
Mutter bleibe Standhaft dein Sohn ist im Jihad

Mutter siehst du nicht was geschieht in Filistin
Mutter hörst du nicht die Bomben im Irak

Unsere Geschwister sind gefangen darüber werden wir befragt
Mutter bleibe Standhaft dein Sohn ist im Jihad

Mutter während deine Tränen tropfen fließt das Blut im Shisham
Die Juden und die Christen sind hier in Khorassan

Man beleidigt den Propheten und man tritt auf den Koran
Mutter bleibe Standhaft dein Sohn ist im Jihad

Mutter wenn ich auf dem Schlachtfeld falle, dann glaub nicht ich sei Tod
Vielmehr bin ich lebendig an einem besseren Ort

In einem grünen Vogel fliegend werd ich von meinem Herrn versorgt
Mutter bleibe Standhaft dein Sohn ist im Jihad

Mutter bleibe standhaft ich bin im Jihad
Die Umma ist geblendet doch ich wurde geehrt

Mutter bleibe Standhaft dein Sohn ist im Jihad
Trauer nicht um mich und wisse er hat mich erweckt”

Nun will ich mich aber mit der Predigt von Abu Ibraheem al-Almani auseinandersetzen.

Sie beginnt mit den üblichen religiösen Formeln. Er sagt, dass er diese Predigt allen Müttern widmen würde, deren Söhne sich “auf dem Boden der Ehre und dem Boden der Shuhada'” befinden würde und das er sich im Ribat (Festung, die als Ausgangspunkt für Schlachten dient – im heutigen Sinne vllt ein Terrorcamp) befinde.

Er beschreibt wie sehr er seine Mutter vermisst und das es ihr genau so gehen würde. Er hätte Sehnsucht nach ihr aber er verließ sie weil er sich durch die Nachrichtenbilder von den Toten und Verstümmelten Muslimen in Afghanistan und Irak, veranlasst sah sich den Mujahideen anzuschließen. Er stellt die rhetorische Frage wie er bei solchen Bildern sitzenbleiben könnt. Die Bilder aus Abu Ghraib nennt er auch als einen der Gründe, die ihn dazu gedrängt hätten in den Jihad zu ziehen. Um wie er es sagt, den Muslimen die Freiheit zu bringen. Aber die Umma hätte ihre Aufgabe vergessen, die seiner Meinung nach nicht nur im privaten Glauben liegt sondern den kämpferischen Jihad mit einschließt.

Ein weiterer Grund ist, dass nirgendswo auf der Welt das Gesetz Allahs regieren würde. Sondern was er als viel schlimmer und demütigender empfindet, ist das die Muslime von anderen regiert werden. Die Regime der muslimischen Länder, hätten sich die Feinde des Islams zu Verbündeten genommen und würden mit deren Hilfe das Schlechte gebieten und das Gute verbieten. Innerhalb des Islams aber vor allem der Salafiyya ist das Dogma “das Gute gebieten und das Schlecht verbieten” eines der wichtigsten. Hier geht er auch wieder darauf ein, dass die Muslime nicht merken würden, dass der Westen und die arabischen Regime gegen sie kämpfen würden. Da er aber sich all dessen bewusst ist und der Jihad eine allgemeine Pflicht, müsse er in den Jihad ziehen, denn ansonsten würde er eine Sünde begehen.

Als  nächstes geht er auf das Paradies ein, dass ihn erwarten würde. Dort würde er auch seine Mutter wiedersehen. Das Paradies beschreibt er natürlich in den schönsten und bunten Tönen. Wenn sich seine Mutter Sorgen um ihn machen würde, dann dürfe sie das nur machen ob er ins Paradies komme aber nicht ob es ihm gut gehe oder er am Leben bleibe.

Die Predigt beendet Abu Ibraheem mit einer Geschichte und er bittet seine Mutter, dass sie für ihn bete, denn dies sei die Zeit in der Allah den wahren Islam wieder beleben würde..

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Al-Wala’ wa-l-Bara’ – Teil 3 – Deutsche Taliban Mujahideen

Nun schaffe ich es endlich, nach längerer Zeit mal wieder etwas über al-Wala’ wa-l-Bara’ zu schreiben. Meine beiden älteren Beiträge (Teil 1, Teil 2) beschäftigten sich mit der geschichtlichen Entwicklung und Abu Muhammad al-Maqdisis Anwendung von al-Wala’ wa-l-Bara’. Heute will ich mich mit einem Text beschäftigen, den ich im April in einem Forum gefunden habe, der dieses Glaubensprinzip aus Sicht der Deutschen Taliban Mujahideen beleuchtet.

Nach den üblichen Floskeln am Anfang werden Zitat aus dem Koran und aus den Hadithen gebracht um die Wichtigkeit von al-Wala’ wa-l-Bara’ zu verdeutlichen. Wobei al-Wala’ wa-l-Bara’ hier meist mit “Liebe und Hass” übersetzt wird.

“Wie kann der Islam vollständig sein oder wie kann die Fahne des Dschihad oder die vom Befehl des Geziemenden und Verbieten des Verwerflichen hochgehalten werde, wenn es keine Liebe und Hass für Allah gibt.”

al-Wala’ wa-l-Bara’ seien Eigenschaften des Herzens, die sich aber erst durch die Handlungen einer Person zeigen würden.

Jetzt wird definiert für wenn al-Wala’ legitim sei. Das ist zum einen natürlich Allah und zum anderen die Muminin (Gläubige) – wobei man hier wohl unter Gläubigen, diejenigen verstehen muss, die derselben radikalen Denkweise angehören, also ganz im Sinne von Mawdudi und Qutb. al-Bara’ dagegen trifft also alle anderen und “entspringe dem Hassen um der Religion willen”. Zu al-Wala’ gehöre, das sich die Gläubigen beistehen, mit dem Friedensgruß grüßen, das Mitgefühl zueinander usw. Zu al-Bara’ dagegen gehöre die Ablehnung jeglichen Kontakts mit den Kufar sowie

“dass mann Dschihad macht mit dem Geld, der Zunge und mit Waffen und dass man die Länder der Kufar verlässt und zu den Ländern der Muslimin geht.”

Intersant finde ich, dass der Jihad wegen des Hasses gegen die Kuffar geführt werden soll und nicht aus Liebe zu Allah, um seine Autorität zu verbreiten.

Es wird in dem Text ganz klar davor gewarnt sich Kufar zu Freunden zu nehmen denn sonst werde Allah denjenigen mit al-Bara’ strafe.

“Allah hat seinen gläubigen Dienern untersagt, die Kufar anstelle der Gläubigen zu awlia zu nehmen und ihnen Zuneigung entgegenzubringen. Und Allah droht denjenigen, die dies tun mit Barah ihnen
gegenüber.”

Im weiteren Verlauf werden die Belohnungen beschrieben, die ein Gläubiger zu erwarten habe, wenn er sich an al-Wala’ wa-l-Bara’ halte und natürlich wird auch nicht vergessen, die Strafen zu beschreiben die derjenige erleiden muss, der sich nicht an al-Wala’ wa-l-Bara’ hält.

“Sie sind die Bewohner des Feuers, darin müssensie ewig bleiben Zudem gehören sie zu schaitans Partei, die verlieren wird: …schaitan hat sie völlig in die Macht bekommen und hat sie die Ermahnung Allahs vergessen lassen … Sie sind schaitans Partei …schaitans Partei ist die verlierende .. Jene,…,werden unter den Ehrniedrigsten sein Allah sagt in einer weiteren Ayah, dass die Muminin Kufr hassen und den Glauben lieben: .. jedoch Allah hat euch den Glauben lieb gemacht und sehr begehrenswert für eure Herzen; und Er hat euch Kufr, Widersetzlichkeit und Ungehorsam verabscheuenswert gemacht. Das sind jene, die der rechten Bahn folgen (49:7)”

Der Interreligiöse Dialog sei nur dann erlaubt, wenn sich Muslime mit den Kuffar treffen würden um ihnen die wahre Bedeutung von Tawhid zu erklären aber jeglicher andere Kontakt sei verboten, da die Kufar nur die Absicht hätten die wahrhaft Gläubigen vom “richtigen Weg” abzubringen. Allerdings sei man daran gebunden, den Ahl al-Dhimma im guten Verhalten zu begegnen, dies dürfe nur nicht den Anschein von Liebe bzw. al-Wala’ haben.

“Z.B. soll man nicht aufstehen, wenn ein Kufar einen Raum betritt oder ihm seinen Stuhl anbieten. Auch soll man einen Kufar nicht bei einem Namen nennen, der diesen Mann ehrt und auf der Straße weicht man, wenn wenig Platz ist, einem Kufar nicht aus. Ein Moslem arbeitet nicht als Diener oder Arbeiter für einen Kufar. Er soll aber das tun, was Allah an gutem Verhalten befiehlt, ohne innere Zuneigung. Z.B. soll man die Schwachen unter den Kufar gut behandeln, den Hungernden Essen geben, Kleidung bei Bedarf verteilen und mit diesen Leuten auf gute Art sprechen, mit Barmherzigkeit und Güte und nicht so, dass die Menschen Angst bekommen oder sich erniedrigt fühlen.”

Die Kufar würden versuchen al-Wala’ wa-l-Bara’ abzubauen und die Kenntnis der Muslime über die Notwendigkeit des Jihads gegen die Kufar aus ihren Herzen zu vertreiben.

Am Ende folgt noch der obligatorische Aufruf, dass sich der Leser dem Jihad anschließen solle.

“Unternehmen wir also praktische Schritte, damit Walah und Barah realisiert werden; geben wir z.B. Geld für den Dschihad, machen wir die Verbindung unter uns stark, treffen wir uns mit denen der “ahl al sunnah”, die da was machen an jedem Ort und informieren wir uns immer über sie.”

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“Boden der Ehre” – Neues IMU Video

Gestern Abend ist im Ansar al-Mujahideen English Forum ein neues Video veröffentlicht worden, als dessen Macher die Islamic Movement of Uzbekistan (IMU) genannt wird.  Es dauert knappe 40 Minuten. Der größte Teil ist eine gefilmte Unterrichtseinheit mit Abu Adam al-Almani, der bereits mehrmals in Videos der IMU auftrat.

Zu Beginn wird gezeigt, wie ein Scharfschütze angeblich jemanden tötet, wobei die Aufnahmen doch sehr verwackelt sind. Diese Sequenz soll in Badr in Südwaziristan im März 2010 stattgefunden haben. Daran schließt sich so zusagen das Intro an, wonach das Video von Jund’Allah Studio produziert wurde und es nur der erste Teil sein soll, der den Titel “Die Wilkommenserde” hat. Ich nehme an, dass der Titel auf Neuankömmlinge anspielt, die Abu Adam auch mehrmals begrüßt. Die ganze Serie, so sie denn zustande kommt soll “Boden der Ehre” heißen – vielleicht wird das ja eine jihadi Ramadan Soap.

Außer Abu Adam sieht man noch drei weitere Personen zu Beginn seines Vortrages, der im Video zusammengeschnitten ist. An seiner rechten Seite ist eine Kalaschnikow an die Wand gelehnt und vor ihm auf einem kleinen Tisch liegen ein paar Bücher und wahrscheinlich sein Manuskript. Er beginnt seinen Vortrag mit Hinweisen auf den Jüngsten Tag und die verschiedenen Konsequenzen, die er für die wahrhaft Gläubigen und die Ungläubigen hat. Als Beleg dafür bringt er eine Geschichte aus dem Sahih Buchari, in der Gott sagt, dass er nichts anderes verlange als das man ihm diene und nichts beigeselle. Abu Adam interpretiert diese Geschichte, natürlich so, dass mit dienen die Pflicht zum Jihad gemeint sei und das Verbot des Beigesellen beziehe sich auf das ablehnen jeglicher Autorität außer Gott – diese Argumentation erinnert mich sehr an Qutb bzw. in ihrer radikalität eher an Abd al-Salam Faraj.

Abu Adam zitiert einen Koranvers “Und gedenkt Allahs Gnade an euch”, der auch am Anfang des Videos zu lesen ist. Seiner Meinung nach sei es nun Pflicht diesen Vers auch zu praktizieren und das bedeute so Abu Adam im Jihad gegen alle Ungläubigen zu kämpfen.

Es folgt eine Begrüßung einiger Neuankömmlinge, die er auf dem “Boden der Ehre” begrüßt. Dies ist für ihn eine Region, in der die Muslime in der Lage seien ihre Religion frei zu leben, sich sicher fühlen könnten und das islamische Recht herrsche.  Also so etwas wie der utopisch perfekte islamische Staat. Für Abu Adam liegt er wohl zur Zeit in FATA und NWFP. So müsse auch jeder wahre Muslim, dem Vorbild Muhammads folgen und in dieses Gebiet auswandern (Hijra). Bei der zweiten Begrüßung, begrüßt Abu Adam die Neuankömmlinge im “Urlaub der Umma”.

Das, meiner Meinung nach, vom Inhalt wichtigste, ist der Teil, in dem Abu Adam so etwas wie die Legetimation für den Jihad und sein Denken vorträgt. Er sagt, dass der Koran und die Sunna zu drei Sachen aufrufen. Erstens zum Tawhid, wobei er diesen wahrscheinlich auch in einer politischen Dimension versteht, zweitens zur Hijra s.o. und drittens zum Jihad fi Sabil Allah. Nur wenn jemand diese drei Sachen befolgt ist er seiner Meinung nach ein wahrer Muslim und komme ins Paradies. Ich würde dies fast als eine Art Weg bezeichnen und es mit Juhayman al-’Utaybis Auffassung von Bara’ vergleichen, in der es auch drei Stationen gibt.

Im weiteren Verlauf versucht Abu Adam mit Zitaten aus Koran und Sunna die Notwendigkeit des Jihads zu erklären und das jeder der diesen Weg gehe ein Auserwählter Gottes sei und von ihm auf diesen Weg gelenkt wurde und auch auf eine höhere Stufe im Paradies gestellt werde. Hier stellte sich mir das Verhältnis der Salafiyya(-Jihadiyya) zur Prädestination. Der Weg des Jihads habe sie aus einer Gesellschaft des Polytheismus, des Unglaubens und der Sünder herausgeführt auf den “Boden der Ehre”.

Am Ende folgt noch eine Art selbst Glorifizierung der IMU und einige interessante Fakten zum geschichtlichen Selbstverständnis. So sagt eine Bildunterschrift “seit über 18 Jahren auf dem Boden der Ehre”.

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Al-Wala’ wa-l-Bara’ – Teil 1

In nächster Zeit werde ich hoffentlich genug Zeit finden um hier einiges über al-Wala’ wa-l-Bara’ zu schreiben. Ebendieses Glaubensprinzip erfreut sich zur Zeit unter Anhängern der al-salafiyya al-jihadiyya recht großer Bliebtheit. So wurde vor nicht allzulanger Zeit ein Artikel in einem deutschsprachigem Forum, das sich selbst der Aqeedah al-Salafiyya al-Jihadiyya verpflichtet, darüber publiziert. Als Autoren geben sich die Deutschen Taliban Mujahedin aus, die ebenfalls einen Artikel über die Zulassigkeit von Märtyrer Operationen, veröffentlichten.

Die Bedeutung von al-Wala’ wa-Bara’ in der heutigen salafitischen Jihadbewegung  geht vorallem auf Abu Muhammad al-Maqdisi zurück, der dies in seinem Buch  Milat Ibrahim genauer darlegt. Man könnte soger für die Gruppen, die den “fernen Feind” bekämpfen sagen, dass al-Wala’ wa-l-Bara’ die selbe Bedeutung hat, wie al-Hakimiyya (die Souveränität Gottes die auf Sayyid Qutb zurückgeht) für die Gruppierungen, die den “nahen Feind” bekämpfen. Dieser Paradigmenwechsel schlägt sich in Ayman al-Zawahiris Buch Die Treue und der Bruch nieder.

Es ist schwer das salafistische Glaubensprinzip al-Wala wa-l-Bara’ wirklich gut zuübersetzen. Meist wird es mit Loyalität und Ablehnung (Nichtanerkennung) übersetzt. Dieses Prinzip teilt die Welt in zwei Sphären auf. Zum einen in die gute  Sphäre des Islams, der gegenüber man loyal sein muss und in den Rest der Welt die man ablehnen muss.

Geschichtliche Entwicklung

Das Wort Bara’ ist bereits in vorislamischer Zeit Bekannt und meint im tribalen Kontext die Abgrenzung gegenüber verfeindeten Stämmen oder den Ausschluß eines einzelnen um den gesamten Stamm vor Unheil zu beschützen.

Mit dem Aufkommen des Islams wurde der Begriff verwendet um Bündnisse mit Nicht-Muslimen, die vor dem Aufkommen des Islams geschlossen wurden, zu wiederrufen. Die erste islamische Gruppierung die al-Wala’ wa-l-Bara’ als Doktrin verwendeten waren die Kharijiten, nachdem sie den Schiedsschluss zwischen ‘Ali und Mu’awiyya ablehnten. Sie benutzen es um für eine große Loyalität innerhalb ihrer Gruppe zu sorgen und sich von allen anderen deutlich abzugrenzen. Die Ibaditen, die sich von ihnen abspalteten, fügten noch einen dritten Zustand zu dieser Doktrin hinzu, welcher in der Mitter dieser beiden steht.

Die größte Gruppe innerhalb des Frühislams, die diese Doktrin aufnahm, war die Shi’a. Wala’ stand für die größt mögliche Loyalität gegenüber ‘Ali, Hassan, Hussein und deren Nachkommen und Bara’ bezeichnete die negative Einstellung gegenüber den ersten drei rechtgeleiteten Kalifen und ihren Nachfolgern.

Zur selben Zeit waren allen sunnitischen Äußerung zu diesem Thema negativer Natur. So bezzeichnete z.B. Ahmad b. Hanbal diese Doktrin als Bida’ (Neuerung) und sie wurde immer in Zusammenhang mit der Shi’a gebracht. Der “Erz-Hanbalit” Ibn Taymiyya, der u.a. für seinen Hass auf die Shi’a bekannt ist, verwendete als erster Sunnit die Formel von al-Wala’ wa-l-Bara’, zwar nicht wörtlich aber dem Sinn nach. Er sieht es eben nicht mehr als  Bida’ sondern sieht in ihm ein Mittel Muslime von unislamischen Handlungen abzuhalten also gegen ebend dieses.

Der Enkel des hanbalitischen Reformers Muhammad b. ‘Abd al-Wahhab, Sulayman  b. ‘Abdallah Al al-Shaykh entwickelte das Prinzip von einem Mittel im Kampf gegen Bida’ zu einem Werkzeug gegen den Kufr (Unglauben) wodurch es zur Probe für  den “wahren Glauben” eines jeden Muslim wurde, denn laut Sulayman muss jeder Muslim nur Gott verpflichtet sein und wenn er dies nicht ist, so ist er ein Kafir. Für ihn gibt es in dieser Regel keine Ausnahme, noch nichtmal für diejenigen, die zu einer unislamischen Handlungen gezwungen wurden.

Die nächste Entwicklungsstufe nimmt der hanbalitische Gelehrte ‘Ali b. ‘Atiq, der das Prinzip von al-Wala’ wa-l-Bara’ mit der Grundlage des Islams, nämlich dem Tawhid (Einheit Gottes), verbindet. Bei wandelt sich auch die Gewichtung von der Missbillung falscher Loyalität hin zu einer wirklichen Abschottung von allem unislamischen.

Der erste, der al-Wala wa-l-Bara’ in einem politischen Sinne interpretierte war Juhayman al-‘Utaybi, er setzte es gegen das saudische Königshaus ein und war auch der erste der diese Formulierung wörtlich benutzte. Laut ihm wurde den Muslimen die Religion Abrahams gegeben, die darauf basiert nur Gott allein anzubeten und jeglichen Shirk (Polytheismus) abzulehnen. Um sicher zu sein, dass jemand der Religion Abrahams folgt muss er drei Phasen durchschreiten. Erstens die Ablehnung des Shirk, zweitens die Emigration (Hijra)  zu einem Ort, in dem man in Sicherheit Tawhid praktizieren kann und drittens den Kampf gegen die Mushrikun, welcher bei ihm wohl die versuchte Eroberung der Moschee von Mekka war.

Demnächst werde ich noch etwas  über al-Wala’ wa-l-Bara’ bei al-Maqdisi und Zawahiri schreiben sowie über den Artikel der bei Elif Medya veröffentlicht wurde.

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