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IMU – “Tod der Pro-NRW” – Abu Ibraheem al-Almani – Teil I

Eigentlich wollte ich auf meinem Blog nichts über die Auseinandersetzung, in Solingen und Bonn, zwischen Salafisten und den Anhängern von Pro-NRW, schreiben. Da seit gestern Abend allerdings über das am Samstag erschienene Video von Yassin Chouka in fast allen Medien berichtet wird und auch über sehr viele Suchanfragen in diesem Zusammenhang, auf meinen Blog zugegriffen wurde, habe ich mich entschieden nun doch etwas zu der Thematik zu schreiben.

Zunächst werde ich mich mit dem Video (es ist vielmehr eine Audiobotschaft mit einem Hintergrundbild) beschäftigen und genauer auf ihren Inhalt eingehen. Das in der Botschaft zum Mord, als Reaktion auf das Zeigen der Muhammad Karikaturen, aufgerufen wird ist nicht verwunderlich, wenn man die letzten Video- bzw Audiobotschaften der Chouka Brüder kennt. Denn in diesen haben sie bereits offen zu Anschlägen in Deutschland aufgerufen. Somit rufen sie nun “nur” zu Anschlägen gegen eine bestimmte Gruppe auf. Da ich in letzter Zeit einige negative Reaktionen bekommen habe, möchte ich betonen, dass ich die jihadistische Propaganda ablehne und über meinen Blog demjenigen, der an der Materie interessiert ist und sich kritisch mit ihr auseinandersetzen will, die Möglichkeit geben Informationen über die primär Texte zubekommen. Ich verzichte dabei bewusst auf die Links zu den jihadistischen Foren.  Wer sich dennoch die Quellen direkt anschauen will ohne auf eine jihadistische Seite zugelangen kann auf die sehr gute Homepage von Aaron Zelin gehen. Er betreibt den Blog “Jihadology“.

In einem zweiten Blogpost werde ich mich deutschen Salafisten und deren Reaktionen auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen, widmen. Insbesondere auf YouTube sind einige Videos aufgetaucht, die ich sehr erschreckend fand. So wird unter anderem die Gewalt der Salafisten als vollkommen legitim eingestuft, da die Polizei es nicht verhindert hätte, dass der Prophet Muhammad durch das Zeigen der Karikaturen beleidigt wird. So wird ebenfalls darauf hingewiesen, welche Reaktionen die Beleidigung des Propheten in der Vergangenheit bereits hervorgerufen hätten. Dabei wird u.a. der Mord an dem niederländischen Regisseur Theo van Gogh, der Mord an zwei US-Soldaten am Frankfurter Flughafen durch Arid U. und die Mordserie von Mohammed Merah in Tolouse genannt (über Mohammed Mera haben die Chouka Brüder auch ein Video gemacht: “Der Ritter von Tolouse”). Diese Verbindungen finde ich erschreckend, zumal sie von in Deutschland lebenden Salafisten kommt, die sich durch die neue Botschaft der Chouka Brüder angesprochen fühlen könnten, da sich das extreme Gedankengut beider sehr nahe zu stehen scheint.

Abu Ibraheem beginnt seine Audiobotschaft, wie es mittlerweile üblich geworden ist, in dem er “seine Geschwister” grüßt.

“meine Speziellen Grüße, hier aus dem Khorassan, gelten heute meinen Geschwistern, den eifersüchtigen Dienern Allahs, aus Solingen und Bonn […]”

Er geht kurz auf die Verteilung der Koranexemplare ein. Dies sei eine Gnade für das deutsche Volk gewesen. Muslime hätten ihre Zeit geopfert um die Barmherzigkeit des Islams zu zeigen.

“Diese Verteilung war Zeichen der Barmherzigkeit, mit der der Islam entsandt wurde und Zeichen der Sorge des Muslims, eine Sorge, die er für seine Mitmenschen trägt, weil es ihn schmerzt, dass die Schätze des Glaubens, die Schätze des Islams, den Menschen verborgen sind.”

Diese Art der Argumentation ist aus vielen Videos oder Texten bekannt, denn für Salafisten kommen alle nicht-Muslime in die Hölle und so würden sie nur aus reiner Nächstenliebe wollen, dass alle zum Islam konvertieren, damit sie davor geschützt sind.

“Zusammengefasst: Unsere Geschwister wollten mit dieser Tat und mit Allahs Hilfe, die Menschen aus der Dunkelheit zum Licht führen […]”

Doch hätten wir Deutsche diesen Aufruf mit Groll auf genommen und ihn sogar als radikal und aggressiv bezeichnet. So hätte die Partei Pro-NRW ihrem Hass auch Taten folgen lassen.

“Sie haben das Maß weit überschritten und ihre Provozierungen brachen das Maß der Geduld und dürfen tatenlos nicht hingenommen werden.

Erneut wurden Karikaturen unseres geliebten Propheten, der uns lieber ist als unsere Eltern, unsere Kinder und lieber als unsere eigenen Seelen […] und es geschah im vollen Bewusstsein, dass es sich um eine Beleidigung handelt”

Abu Ibraheem sei stolz gewesen, als er die Bilder sah, wie die “Feinde Allahs” von seinen “eifersüchtigen Geschwistern” angegriffen wurden. All dies habe er den Mujahideen in Khorassan erzählt.

“Und sie sagten zu mir, ich soll euch von ihnen grüßen und euch sagen, ich soll euch sagen, dass ihr alle töten sollt.”

Im Anschluss gibt er einige Tipps. So hält er es für ratsam wenn die Muslime nicht mehr zu den Veranstaltungen von Pro-NRW gehen würden, denn dort könnten sie von der Polizei verhaftete werden. Denn die Polizei stehe ihnen ebenfalls feindlich gegenüber. Sie müssten ja schließlich auch nicht mehr nachschauen, ob sie die Karikaturen zeigen würden. Denn das haben sie bereits getan und für Abu Ibraheem gibt es laut der “islamischen Scharia'” nur eine Strafe dafür.

Als zweiten ‘Übeltäter’ hat er die Medien ausgemacht, denn die hätten “unter dem Deckmantel der freien Berichterstattung” ebenfalls die Karikaturen gezeigt.

“Der Spiegel, der von den Juden gelenkt wird und andere bekannte deutsche Medienabteilungen, haben unseren Propheten dadurch auch beleidigt. Und auch in diesem Fall sage ich zu euch, lasst eure Eifersucht in einen systematischen Kampf fließen […]”

Die angebliche jüdische Weltverschwörung findet sich immer wieder als Motiv in jihadistischer Propaganda. Deswegen möchte ich kurz auf ein Buch von Carmen Matussek hinweisen: “Der Glaube an eine “jüdische Weltverschwörung”: Die Rezeption der “Protokolle der Weisen von Zion” in der arabischen Welt.”

“Abschließend möchte ich sagen, auch wir, die Mujahadeen in Khorassan, die sich ohnehin schon mit der BRD in einem Kriegsverhältnis befinden, erklären speziell der Pro-NRW den Krieg und haben sie in unsere Kriegsplanung mit aufgenommen. Und so Allah will, werden wir uns an ihnen rächen.”

Dieser Punkt wurde, so wie ich ihn gehört habe, in den Medien teilweise falsch wiedergegeben. Denn dort hörte es sich in dramatischer Weise so an, als ob alle Muslime der BRD den Krieg erklärt haben, bzw erklären sollen. Zu dem ist diese Art der Rhetorik nicht neu, denn man findet sie in einigen der letzten Botschaften der Chouka Brüder.

Den medialen Hype, den diese Audiobotschaft erhalten hat, ist vermutlich dem Umstand der letzten Ereignisse in Bonn und Solingen geschuldet, denn es ist nicht wirklich radikaler oder extremer als die anderen Propagandavideos der beiden Chouka Brüder oder anderer deutscher Jihadisten und diese wurden nur von einigen Zeitungen mit Artikeln bedacht. Dieses neue Video wurde jedoch heute sogar in den Radionachrichten erwähnt.

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IMU – “Ja, wir sind Terroristen” – Abu Ibraheem al-Almani

Am Freitag wurde im al-Shamikh Forum ein neues Video der Islamischen Bewegung Usbekistans veröffentlicht. Das al-Shamikh Forum ist eines der größten und bedeutsamsten jihadistischen Internetforen. Das neue Video trägt den Titel “Ja, wir sind Terroristen”. In einigen deutschen Medien wurde bereits über das Video berichtet, da es am Ende eine explizite Anschlagsdrohung gegen Deutschland enthält. Das Video ist mit einem Standbild des Reichstags hinterlegt, auf welches ein Foto von Abu Ibraheem kopiert wurde,

Zu Beginn des Video geht Abu Ibraheem al-Almani auf die unterschiedliche Verwendung des Begriffes Terrorismus ein. Den für ihn ist es “merkwürdig”, dass die hochgerüsteten Staaten der westlichen Welt, die in Afghanistan einmarschiert seien, den “barfüßigen Taliban, der nicht genügen Geld hat um sein Kalaschnikow-Magazin aufzufüllen” als Terroristen zu bezeichnen. Er bringt noch weitere solcher Besipiele.

“Wir kämpfen wie sie kämpfen. Doch ihr Kampf ist Frieden und unser Kampf ist Terror. Auf beiden Seiten fließt Blut. Doch ihr Blut ist heilig und unser Blut hat auf dem Weltmarkt keinen Wert mehr.”

Im Anschluss daran sagt Abu Ibraheem, dass sie in diesem Kontext Stolz darauf seien von der westlichen Welt als Terroristen bezeichnet zu werden.

“Ja! Ja, wir sin Terroristen! Und wir sin stolz darauf Terroristen zu sein. Wir terrorisieren die Feinde Allahs, die Übertreter, die Unheilstifter. Wir bekämpfen und terrorisieren jeden, der unsere Religion beleidigt und unsere Heiligkeit mit Füßen tritt. […] Die Feinde Allahs reichen im Pyramidensystem bis zu jenen, die die Feinde Allahs auch wählen und auch denen die sie nicht wählten jedoch mit der Wahl oder dem System der Wahl zufrieden sind. Jene gehören auch zu den Feinden Allahs. All diese genießen von uns keine Sicherheit.”

An die von ihm so genannten Feinde des Islams gerichtet, sagt er, dass seiner Meinung nach Islam Krieg bedeutet, Krieg für jeden der ihren Frieden stören würde.

“Es ist uns eine Freude der Schrecken der so genannten Weltmächte zu sein.”

Nach dem er eine Stelle aus dem Koran rezitiert, kommt er zum Schluss, dass sie “vornehme Terroristen” seien, da sie nur den Befehlen Allahs gehorchen würden und sie würden einen “tugendhaften Terror führen”. Die Gründe des Westens für den Krieg wären reine weltliche und materialistische, wohingegen die “Muslime” nur für das Wohlwollen Allahs diesen führen würden.

Im weiteren Verlauf geht er auf Ari U.  ein, dem der erste jihadistische Anschlag in Deutschland gelang. Im März letzten Jahres erschoss er zwei US Soldaten am Frankfurter Flughafen. Abu Ibraheem geht ebenso auf Nidal Malik ein, der im November 2009 13 Menschen auf dem US Stützpunkt Fort Hood erschoss.

“Unser Bruder Arid U. ist ein Mujahid und wir hier in den Bergen sind stolz auf ihn. Wir schauen auf ihn hoch, so wie wir auf die Sterne blicken. Ihm gehört Respekt und jeder Muslim der mit Allah als Herrn und dem Islam als Religion und mit Muhammad (sas) als Propheten zufrieden ist, sollte ihn (Arid U.) respektieren und Allah darum bitten ihm auch so einen Mut zu verleihen, wie Arid, der Mujahid mit dem mutigen Heldenherz.”

Für Abu Ibraheem gibt es keinerlei Diskussion darüber ob die Taten von Arid U. bzw. Nidal Hassan gerechtfertigt war. Das gefährliche an dieser Stelle ist, dass er die Grenzen zwischen dem normalen Gläubigen und einem Terroristen förmlich verschwinden lässt, denn die im Zitat angeführten Kriterien erfüllt jeder gläubige Muslim und könnte sich sich potenziell dadurch angesprochen fühlen.

Es versteht sich fast von selbst, dass er auf Obama eingehen muss, den er als Pharaonen unserer Zeit und als Anführer der Kreuzzüge bezeichnet. Das Bild der Kreuzzüge ist in der jihadistischen Propaganda immer wichtig. So wird in vielen Propaganda Reden oder Schriften der Westen gerne als Kreuzzügler dargestellt.

Er erklärt den Dialog, den angeblich zwischen uns und ihnen gab, für beendet.

“Zwischen uns und euch richtet das Schwert.”

Er ruft die Umma dazu auf zu kämpfen und die Feinde Allahs zu terrorisieren.

“Ich rufe hiermit jeden Mulim auf sich an diesem gesegneten Kampf zu beteiligen. Denn dies ist eine Angelegenheit der gesamten Umma. […] Die Zeit in der wir leben, erwartet von jedem Muslim, das er ein Mujahid ist.”

Dem Gläubigen Muslim würden nur zwei Möglichkeiten bleiben, entweder er würde auswandern, in die Gebiete, in denen der Jihad geführt wird oder er kann sich dazu entschließen den Terror unter den Ungläubigen, also hier im Westen, zu betreiben. Für ihn ist die Auswanderung allerdings die vorzuziehende Alternative, da sie die sichere sei.

“Der einzige Grund, der es dir heute erlaubt unter den Kuffar zu leben ist der Terror fi sabilillah.”

Im Anschluss rechnet er mit den muslimischen Predigern ab, die seiner Meinung nach den Islam nur als Theorie verbreiten würden aber die praktischen Aspekte dabei vergessen würden. Zu dem hätten sie sich von den Mujahideen und dem Jihad distanziert. Dadurch, dass sie sich vom Terror distanziert hätten, hätten sie sich auch vom wahren Islam entfernt.

Seine letzten Worte richtet er an diejenigen, die scih entschlossen haben im Westen zu leben und von dort den Terror auszuüben.

“Denn sie lieben das Leben, wie wir den Tod. […] sicherlich kommst du an Streichhölzer oder du bist im Stande Züge zu entgleisen und wenn du es nicht schaffst, lieber Bruder, sie zu töteten, dann schade ihrer Wirtschaft, zerstör ihre Gebäude und v.a. die staatlichen und die Gebäude, in denen sie das irdirsche Leben genießen, wie beispielsweise die Diskotheken, die Einkaufszentren und die Restaurants. Mach ihre Spaßgesellschaft zu nichte. Erinner sie an die Reichskristallnacht. Und sorg für Schalagzeilen und lass sie in Trauer leben. […] lass deiner Kreativität freien Lauf. Wichtig dabei ist, dass es sichtbar ist. Das deine Tat, eine Tat im Namen des Islams war.

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IMU – “Böses Vaterland” – Abu Adam

Titelbild des neuen IMU Videos "Böses Vaterland"Heute ist im AMEF eines neues Video der Islamischen Bewegung Usbekistans erschienen. Es trägt den Titel “Böses Vaterland”. Als Redner tritt mal wieder Abu Adam al-Almani in Erscheinung. Bevor ich mich jedoch dem Video im Detail widme, möchte ich kurz auf die heutige Verurteilung von Arid U., der vor gut einem Jahr ein Attentat auf amerikanische Soldaten am Frankfurter Flughafen verübte (einige Statements jihadistischer Websites fasste ich damals zusammen, siehe hier).

In allen Beiträgen, die ich heute im Laufe des Tages über die Verurteilung gehört oder gelesen habe, wurde immer wieder betont, dass die Radikalisierung von Arid U., das besondere gewesen sei. Er hatte nie eine so genanntes “Terrorcamp” besucht, also auch keinerlei militärische Ausbildung erhalten. Er radikalisierte sich alleine vor seinem PC. Exakt dies erhoffen und beabsichtigen Organisationen wie die IMU mit ihrer Propaganda (siehe hier). In der Literatur wird dieses Phänomen gerne als der einsame Wolf umschrieben. Denn den Organisationen ist bewusst, dass es für sie enorm umständlich, wenn nich unmöglich ist, die Jugendlichen, die sie zum Beispiel in Deutschland, durch ihre Propaganda rekrutieren, nach einer militärischen Ausbildung wieder in ihre Heimatländer zurück zu schicken, um dort einen Anschlag zu verüben, insebesondere nach 9/11 ist diese Taktik erschwert worden.

So hoffen sie, dass sich durch ihre Propaganda einzelne direkt angesprochen fühlen und von sich selbst aus auf die Idee kommen einen Anschlag zu verüben. In diesem Zusammenhang sei zum Beispiel auf das Online-Magazin Inspire hingewiesen, in dem Tipps für den Bombenbau in der heimischen Küche zu finden waren, oder wie man sein Auto zur Mordmaschine umbauen kann. Somit gibt es eine gefährliche Verquikung der unterschiedlichen Inhalte, die man üblicher Weise in jihadistischen Foren findet.

Arid U. soll auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen, direkt vor dem Attentat, das Nasheed “Mutter bleibe Standhaft” gehört haben (siehe hier). Dieses Nasheed ist einem gleichnamigen IMU Video entnommen. Der Autor des oben angegeben FR Artikels macht sich zwar fast lächerlich über den Titel und die Vortragsweise des Nasheeds. allerdings wird meiner Meinung durch solch ein Verhalten, welches leider allzu häufig in den Medien anzutreffen ist, eine Diskussion über die Gefahr jihadistischer Internetpropaganda im Keim erstickt. Wobei ich finde, dass genau darüber diskutiert werden sollte.

Nun wende ich mich aber dem neuen Video der IMU zu. Wie bereits oben erwähnt, trägt es den Titel “Böses Vaterland” und ist eine Art Abrechnung von Abu Adam al-Almani mit Deutschland. Aufgenommen wurde es wohl am 13. Dezember 2011 in Waziristan. Nach anfänglichen Auschnitten aus einer ZDF Doku hält Abu Adam einen Vortrag. Er sitzt in einem Sessel in einer Art Rosengarten und während des gesamten Videos kann man im Hintergrund Kindergeschrei hören. Im Gegensatz zu den meisten vorangegangenen Videos wirkt die Szenerie recht idyllisch – vielleicht sogar etwas gestellt.

Am Anfang des Videos werden aus der ZDF Doku Bilder von diversen jihadistischen Anschlägen gezeigt, so zum Beispiel die von Madrid und London. im Anschlusss daran werden aus derselben Doku Interviews mit deutschen Politikern eingespielt, in denen sie Position zum so genannten “War on Terror” beziehen.

Als Abu Adam vor ca. fünf Jahren noch in Deutschland gelebt habe, hätte kaum einer gewusst welche Rolle Deutschland in eben diesem Krieg gespielt hätte. Selbst einige islamische Gelehrte seien damals der Meinung gewesen, dass man Deutschland nicht als Feindesland und legitimes Angiffsziel betrachten dürfte. Der Fehler dieser Aussauge sei ihm, Abu Adam, mittlerweile allerdings klar geworden und nun wüsste er sehr genau wen er zu den Feinden zählen müsste.

Ein immer wiederkehrendes Motiv im Vortrag von Abu Adam, ist dass des Holocaust. Denn dieser würde seiner Meinung nach noch immer das Denken und die Handlungen der Deutschen bestimmen. So würde auch ein gewisser Teil der Steuern direkt an die Juden fließen, erklärt er.  An einer späteren Stelle behauptet er, die deutsche Politiker und politischen Führungskräfte würden für die Juden arbeit. Für mich sind hier sehr starke Anklänge der von Jihadisten überall gewitterten zionistischen Weltverschwörung alá “die Protokolle der Weisen von Zion”.

Die immer wieder auftauchende Doku des ZDF wird von ihm als ein Beitrag des deutschen Verfassungsschutzes zur Manipulierung der Bevölkerung betrachtet.  Er behauptet zu dem, dass die Deutschen sich als Amerikaner verkleidet an illegalen Verhören beteiligten. Dies hätten ihm Neuankömmlinge erzählt, die auf ihrem Weg nach Waziristan von den pakistanischen Behörden verhaftet wurden und bei deren Verhören Deutsche zugegen gewesen seien.

Das eigentlich Interessante kommt zum Schluss des Videos. Wegen der wirklichen Rolle, die Deutschland im Krieg gegen die islamische Welt eingenommen hätte, die so Abu Adam nichts mit humanitärer Hilfe zu tun hätte, müsste Deutschland mit Anschlägen von Jihadisten rechnen. Zum einen als Rache und als eine Lektion, so sagt er. Er stellt die rhetorische Frage, warum die Muslime in Angst und Schrecken leben sollte, die Deutschen aber nicht.

“Es muss und wird – so Allah will – in Deutschland eine Serie von Anschlägen, auch gegen das Volk geben”

Dieser Satz ist die eigentliche und wirkliche Drohung. Für sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Jihad auch nach Deutschland kommen wird. Selbst der geplante Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan könnte daran nichts mehr ändern und sei kein Grund den Kampf zu beenden.

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Book review #1 – Why do Uzbeks have to be Muslims? – Irene Hilgers

Today I want to start with a new section on my blog. I had the idea to  review some books, which I really enjoyed reading and which brought me a lot of new knowledge.

My first review will be about Irene Hilger book “Why do Uzbeks have to be Muslims? Exploring religiosity in the Ferghana Valley”. I came across this book when I rummaged through a catalog. The Ferghana Valley is known as a hotspot for islamist movements in Central Asia and it was here that the predecessors of the Islamic Movement of Uzbekistan (e.g. Adolat) have been founded. They started as small groups of young martial art fighters with an islamic background to maintain the social order, after the collapse of the Soviet Union.  Vitaly V. Naumkin called those members in islamist organizations, who were wrestlers, boxers, special forces officers and so on “specialists in violence” (Naumkin 2003 p. 12). But all those islamist organizations share a common origin in the popular Islam of Central Asia. The Islam in Central Asia is following the Hanafi school of law and is close to sufism. It also absorbed some nomadic traitions.

In her book Irene Hilgers points out that to be a “good” Uzbek one also has to be  muslim. Even though Uzbekistan is a secular state. In Uzbek its named “musulmonchilik” (“Muslimness”). Muslimness refers to the religous heritage and ritual practices transfered by one’s forefathers. The uzbek govermant uses the islamic history for legitimating the Uzbek nation-state. But it should be noted that they use a localized/nationalized Islam.

After the Societ Union invaded and conquered Central Asia, their anti-religion policies weakend the religiouse institutions. But they were not able to erase religiouse practices completley. In a campaign the Soviets launched in 1927 they targeted all traditional symbols deemed to opress women. With the collapse of the Soviet Union the Central Asian republics experienced a shift from communism towards Islam.

Islam Karimov the president of Uzbekistan claims that certain militant groups e.g. the IMU are undermining the synthesis of the Uzbek nation and Islam. In Uzbekistan it became common to call those groups “Wahhabi” although they are not associated with the wahhabi branch of Islam, which is praticed in Saudi Arabia.

“Islam occupies a special position […]. First, it is a ‘social glue’ that binds together the Turkic-speaking people who live who live in this territory […]. Secon, Islam is also a signifcant ‘other’, a force that can threaten the stability an peace of Uzbek society.”

At the end of the 1980th Muslim missionaries came into the Ferghana valley and started to propagate a very strict from of Islam. This was seen by some as incompatible with the Uzbek Islam and so they called those missionaries “ekstremistlar” (extremists). The Wahhabi current was seen as an external threat. It was described as a new, foreign, politicied form of Islam, which competed with the “good local Islam”.

The two uzbek muslim scholars Muhammadjan Hindustani and Hakimjon qori represent this struggle. Hilgers assumes that the term Wahhabi was first used by Hindustani in the 1970th to lable those of his students who advocated a more political Islam. His students were politicized through the writings of Maududi and Qutb. But only because of the goverment propaganda, which started in 1992, the term Wahhabi became known to a wider public.

But most Islamist reformist in Uzbekistan promoted an orthopraxy that differd from the saudi wahhabi Islam. So Wahhabi became a blanket term for the “Islamic other”.

In ther early 1990th especially the teachings of Rahmatullah-alloma and Abduhvali qori became popular. Both combined a puritanical religiosity with a more politicized Islam. That came along with the increasing numbers of new militant Islamic organisations (e.g. Adolat, Islom Lashkarlari, Tavba and so on). Adolat, which is the predecessor of the IMU became popular in the city of Namangan, due to reducing the crime rate. After that it spread through the hole Ferghana Valley. In the second half of the 1990th most radical Islamist movements were forced underground or were driven out of the country. So in 1998 militant groups and former members of Adolat joined around Juma Namangani and Taher Yuldashev to form the IMU. The goverments repressive meassures affected the Ferghana Valley harder than any other area in Uzbekistan.

Currently Uzbekistan is experiencing an revival of “muslimness” and Islam in general. But Hilgers explains that it is not just a re-Islamization”. For her it is an re-evaluation of what it means to be a Muslim and an Uzbek.

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