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IMU – “Der Muster Muslim” – Abu Ibraheem al-Almani – und “Ali der Scharfschütze”

Seit Mitte Oktober hatte die Islamische Bewegung Usbekistans wieder einiges veröffentlicht. So die Englische Übersetzung eines Märtyrervideos, die usbekisch/russische Übersetzung von “Frohe Bothschaft aus Pakistan – Teil 2”, eine Eulogie von Abu Ibraheem al-Almani für den verstorbenen Anwar al-Awlaqi und ein Schreiben von Um Safiyya mit dem Titel “Einigkeit und Recht und Freiheit”.

Zunächst will ich mich kurz mit dem Märtyrervideo beschäftigen. Es wurde bereits im Sommer auf der Hompage der IMU in einer usbekischen Variante veröffentlicht. Es trägt den Titel “Ali der Scharfschütze” und sei ein weiterer Teil in der Serie über die Märtyrer der IMU. Diese wären ein ein Beispiel für ihren festen Glauben. Es hat eine Märtyreraktion der IMU auf die Bagram Airbase zum Inhalt, die am 19. Mai 2010 stattgefunden haben soll. Laut Abbas Mansour, einem Kommandeur der IMU sollen bei dem Angriff 20 Kämpfer der IMU beteiligt gewesen sein, von denen angeblich  jeder eine Sprenstoffweste trug. Die IMU könne keine Bilder des Angriffs zeigen, da die Medien das Ereignis ignoriert hätten. Der Angriff sei in Kooperation mit verschiedenen Jihad Gruppen organisiert worden.

Wie auch schon in den beiden Märtyrervideos zuvor, wird eine Person herausgehoben, mit der sich der Betrachter identifizieren soll. In diesem Fall Ali, der aus Tadjikistan stammt und 2009, ein Jahr vor dem Angriff auf Bagram, zur IMU stieß. Er sei einer der Anführer der Gruppe gewesen. Im Anschluss werden einige Videos eingespielt, die ihn im Kampfgebiet als Scharfschütze zeigen.

Bevor er nach Pakistan kam, habe er als einfachere Arbeiter in Russland gearbeitet. Dort sei er von einem Kollegen zum Jihad aufgerufen worden. Nachdem dieser aus Pakistan zurück kam, hätten sie ihn gefragt wo er gewesen sei und er antworte an einem Ort, der besser als Mekka sei. Sieh hörten seine Erzählungen über den Jihad in Pakistan voller Faszination, so dass sie ebenfalls die gleiche Erfahrung machen wollten. Er erzählt wie er dem ehemaligen Amir der IMU Muhammad Tahir Farouq den Treueid schwor und wie nahe er diesem stand. Im Anschluss wird lang und breit erläutert, dass er, obwohl er verheiratet war und Kinder hatte trotzdem ein Selbstmordattentat verüben wollte.

Nun will ich mich der Eulogie von Abu Ibraheem al-Almani auf Anwar al-Awlaqi widmen. Das Video wurde am vergangenen Wochenende auf der Hompage der IMU veröffentlicht. Es trägt den Titel “Der Muster Muslim” und soll somit der beispielhafte Rolle von Anwar al-Awlaqi für die Jihadisten verdeutlichen. Ebenso würde sie ihn das “Vorbild der Gelehrten” nenne und ihn hätte das Beste getroffen, was einen Muslim im Diesseits treffen können, nämlich den Märtyrertod.

Sie wären über den Märtyrertod von Anwar al-Awlaqi nicht erstaunt, denn er hätte sich für die Wahrheit eingesetzt und sei deswegen von den Ungläubigen getötet worden und Allah würde seine Liebling zu sich holen, so Abu Ibraheem al-Almani. Die Biografie von ihm, die mit der des Propheten Musa (Moses) verglichen wird, wäre ein Vorbild für alle Jugendlichen und besonders für diejenigen, die in der westlichen Welt leben würden, denn Anwar al-Awlaqi hätte es geschafft sich von der materiellen Welt zu lösen und sich auf den Weg Gottes zu begeben um den Jihad zu führen.

Abu Ibraheem spielt die Rolle des Todes von Usama b. Laden und Anwar al-Awlaqi herunter, denn nicht die beiden Personen hätten all die Mujahideen rekrutiert sondern die Ideologie des Jihads und auf dessen Weg würde eine neue Generation die Führung übernehmen.

Zum Schluss gibt er ein Hadith wider, in dem der Prophet Muhammad gesagt haben soll

“Die Leute des Jemen, sind die Leute der Weisheit und des Glaubens.”

Damit spielt er auf die jemenitische Herkunft, sowohl von Anwar al-Awlaqi als auch von Usama b. Laden an.

Im letzten Jahr hatte die Carnegei Endowment ein sehr gutes Event über Anwar al-Awlaqi. Die Audiodatei und das Transcript kann man sich auf ihrer Hompage herunter laden.

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IMU – Unser Weg zur IMU – Abu Ibraheem al-Almani

Gestern ist mal wieder ein Schreiben der Islamischen Bewegung Usbekistans (IMU) im Internet, mit dem Titel – Unser Weg zur IMU – erschienen. Als Verfasser wird Abu Ibraheem al-Almani (Yassin Chouka) genannt. Abu Ibraheem ist vor vier Jahren, zusammen mit seinem Bruder Abu Adam (Mounir Chouka) zuerst in den Jemen und dann nach Afghanistan/Pakistan “ausgewandert” um dort gegen die Besatzung Afghanistans, durch die ISAF Truppen, zu kämpfen.

In diesem Schreiben erzählt Abu Ibraheem wie sie nach Pakistan kamen und warum genau sie sich der IMU anschlossen und nicht einer anderen Gruppierung.

Die beiden Brüder sind seit dem sie in Pakistan sind, sehr stark in der Porpagandaarbeit aktiv. Wobei Abu Adam dabei meistens immer etwas mehr im Licht der Öffentlichkeit steht und auch er meistens nur in den deutschen Medien Erwähnung findet. Allerdings hat auch Abu Ibraheem schon einige Videos und Schreiben veröffentlicht, die aber leider gerade von Wissenschaftlern nicht sonderlich beachtet werden.

Das Schreiben beginnt mit den üblichen Zitaten aus dem Koran und aus den Ahadith. Angeblich, so Abu Ibraheem, hätten sie über ihre Internetseite viele Fragen erreicht. Dasselbe sagte schon sein Bruder Abu Adam vor einem Monat (hier). Die meisten dieser Fragen hätten den Inhalt, warum sie sich der IMU angeschlossen haben. Doch bevor er darauf eingeht, betont er, dass es nur einen Gemeinschaft innerhalb des Islams gibt, die die Wahre ist. Dies ist natürlich die, der er sich angeschlossen hat, nämlich Ahlu-Sunnah wal Jamma3a außerdem ist es seiner Meinung Pflicht für jeden Muslim, auszuwandern und sich dem Jihad anzuschließen:

“nur diejenigen sich so nennen dürfen, die nach Quran und Sunnah handeln und somit auch den in diesen beiden Quellen erwähnten Jihad unseres geliebten Propheten (a.s.s.) praktizieren. Al-hamdulilläh leben wir in einer goldenen Zeit, in der man auf jedem Kontinent die Ahlu-Sunnah wal Jama3a vorfinden kann. Und abgesehen von den Ländern in denen der Jihad geführt wird, findet man heutzutage al-hamdulilläh sogar in jedem Land und in jeder Stadt auf der Welt Gleichgesinnte, die diesen richtigen Manhadsch verstanden und verinnerlicht haben, ihn mit Wort und Tat unterstützen und einen Weg zu den Mujahedeen suchen.”

Ihre “Jihad-Geschichte” beginnt damit, dass sie “rechtgeleitet” wurden. Bereits nach kurzer Zeit soll ihnen bewusst gewesen sein, dass sie auswandern müssen, um sich einer der “wahren” Gemeinschaften anzuschließen. Bereits in Bonn, wo sie aufwuchsen, sei ihnen bekannt gewesen, dass es keinen Unterschied zwischen den Nationen gebe. Aber erst mit ihrer Annahme des “wahren Islams” lernten sie, dass der Islam keinen Unterschied zwischen den Nationen macht, sondern nur in der Art und Weise des Glaubens, die Menschen unterscheidet.

“Bereits in unserer vorislamischen Zeit brachte man uns bei und war es in unseren Kreisen strengstens verpönt,  einen Unterschied zwischen den verschiedenen Nationen zu machen. So lebten wir u.a. mit Deutschen, Bosniern,  Türken, Somaliern, Arabern, Srilankanern, Portugiesen und Polen zusammen und machten keinen  Unterschied zwischen ihnen. Als Allah (t.) uns dann rechtleitete, lehrte uns der Islam dann gänzlich, dass es im Islam keine Grenzen gibt und der Beste unter den Menschen der Gottesfürchtigste ist.”

Sie wollten in ein Land auswandern, in dem der Jihad geführt wird, um am Jüngsten Tag, “ihren Beitrag vorweisen zu können”. Bei der Auswahl ihres Zieles seien sie nicht sonderlich wählerisch gewesen. Sie wollten nur Aktiv am Jihad teilnehemen und ob das in Palästina oder Somalia sei, wäre unwichtig. Nachdem sie Deutschland verlassen hatten, war die erste Station der Reise der Jemen.

Einige Monate, nachdem sie im Jemen ankamen, schlossen sie sich einer Gemeinschaft im Hadramout an, die al-Murabitoon heißt und so Abu Ibraheem, Seite an Seite mit al-Qaeda gegen die jemenitische Regierung kämpft.

“Anschläge auf die amerikanische Botschaft, Anschläge auf den Palast des Präsidenten, Operationen auf  militärische Stützpunkte- und Polizeipräsidien und Ghanima-Überfälle. Der Jihad im Jemen begann und mein  Bruder und ich waren unerwartet mitten drin statt nur dabei.”

Während ihrer Zeit im Jemen hätten sie Kontakt gehabt zu Anwar al-Awlaqi, von dem sie viel profitiert hätten. Er nennt al-Awlaqi “unseren Freund” und sagt, dass er mit dem Geld, das er durch seine Honigfarm verdient, den Jihad in allen möglichen Ländern unterstützt und Leute nach Somalia, Afghanistan und in den Irak schicke. Einer von al-Awlaqis Getreuen, hätten ihnen dann geraten weiter nach Afghanistan zu reisen, da der Jemen zu dieser Zeit nicht sicher genug für die Muhajereen wäre. Zudem hätten sie gute Chancen sicher nach Afghanistan zu kommen, wegen ihrer deutschen Reisepässe.

Alles in allem hätte ihre Reise nach Afghanistan einen Monat gedauert, wobei diese “sehr professionell organisiert” gewesen sei. In den Zwischenstationen wären sie gut betreut worden und hätten immer wieder neue Reisedokumente bekommen. Kurz bevor sie am Ziel ihrer Reise ankamen, erfuhren sie, dass sie auf dem Weg zur IMU waren, die sie bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannten. Ihnen wurden Videos vorgespielt und ihr Reisebegleiter schwärmte von der IMU. Ihre eigentliche Entscheidung für IMU, sei laut abu Ibraheem die logische Konsequenz gewesen. Denn sie hätten Allah immer darum gebeten am Jihad teilzunehmen und zwar egal welche Arbeit sie dabei verrichten würden. So hätten sie Angst gehabt, dass Gott sie auf die Probe stellt und sie wirklich dazu bereit wären.

“Denn schliesslich sind wir nicht herausgegangen, um Usama zu treffen, oder um zu sagen, ich gehöre zu Usamas Al-Qaida. Und wir sind auch nicht herausgegangen, um uns einer arabischen oder deutschen Jama3a  anzuschließen. Der Grund für unser Rausgehen war es, unseren Beitrag zu leisten in der Angelegenheit der Ummah und um zu kämpfen, damit Allahs Wort das Höchste ist. Der Grund für unser Rausgehen war also “La ilaha illa’ALLAH Muhammadan raassoulu Allah“. Und so war es die Angst vor der falschen Absicht, die uns zu der Entscheidung bewegte, unter der IBU zu kämpfen, die ebenfalls im Dienste der Ummah steht und für “La ilaha illa’ALLAH“ kämpft.”

Nach nun drei Jahren, die sie in den Reihen der IMU verbracht hätten, würden sie sich in ihrer Entscheidung bestätigt sehen, sich der IMU anzuschließen. Abu Ibraheem sieht in der IMU einer der stärksten Bewegungen innerhalb des Jihad in Pakistan und mittlerweile seien mehr als 20 Nationen in ihr vertreten. Ihre Ziele seien, nach wie vor:

“Im Dienste der muslimischen Ummah, im Kampf gegen die Unterdrückung einen islamischen Staat zu gründen und die Barmherzigkeit des Islams an die Menschheit zu bringen.”

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Loyalty to the Believers by Abu Zubair Adel b. Abdullah al-Abab

Im Juni erschien ein Audiovortrag von Abu Zubair Adel b. Abdullah al-Abab in den einschlägigen Foren mit dem den Titel al-Wala’ li-l-Mu’mimeen (Loyalität für die Gläubigen). Allerdings kann man die Gläubigen, bei der Intention des Vortrags, auch gut durch Mujahideen ersetzen.

Da der Vortrag mit dem Thema genau in mein Interessengebiet passt werde ich jetzt hier ein wenig darüber posten.

Der Vortrag fängt an, in dem Abu Zubair Adel b. Abdullah al-Abba das Glaubensprinzip von al-Wala’ wa-l-Bara’ zu einer Säule des Islams erklärt und das derjenige, der nicht sein Leben danach ausrichte kein Muslim sein könne, den es sei eine Bedingung für den “richtigen Glauben”. Als Beleg dafür zitiert er einige Koranverse ( z.B. 5,80/81).

Nach den Koranzitaten, zählt er auf zu wem man al-Wala’ (Loyalität) ausüben sollte, natürlich sollte dies nicht wegen des Geldes oder anderer materieller Dinge geschehen. Zu aller erst muss man Gott und Muhammad gegenüber loyal sein. Dann denjenigen gegenüber, die an Gott glauben und nur ihn alleine anbeten sowie den Koran als einzige Handlungsanweisung betrachten und der Schari’a durchsetzten wollen usw. Hier werden also genau die Merkmale aufgezählt die aus Sicht der Salafiyya-Jihadiyya einen “guten Gläubigen” ausmachen. Die Drohung vor der Strafe im Jenseints darf natürlich nicht fehlen.

“Our loyalty is for the believer, who has rejected the democracy that deifies mankind and resists being ruled by Allah alone. So he who fought the democratic program which is contrary to the Quran and Sunnah, we will befriend him, support and love him, put our hand in his hand, open our hearts and homes and extend to him our
hands; because he is saving the women and children of the Muslims, and frees the holy places from the hands of the Crusaders. We befriend the believer who rejects the plots of Jews, Christians and their stooges in the occupation of Muslim lands and control of the oil in the Muslim communities, and we stand side by side with the
believer who is honest with Allah, his Prophet, his religion and his Ummah. The Muslim person of whose tongue and hands the Muslims are sure checks whom he supports and aids, for he will not befriend any but the truthful.”

Es folgt eine an die muslimischen Gelehrten gerichtet Frage, warum sie sich nicht loyal gegenüber den Mujahideen verhalten würden. Denn selbst Mu’awiya und ‘Ali hätten sich im Kampf gegen die Christen verbündet. Ebenso habe Salah ud-Din al-Ayyubi die Muslime im Kampf gegen die Kreuzritter geeint trotz ihrer verschiedenen Glaubensanschauungen.

Das wirkliche schlimme aber sei, so Abu Zubair Adel b. Abdullah al-Abba, dass die meisten Gelehrten sich loyal gegenüber den so genannten muslimischen Regimen und den Kreuzrittern zeigten und somit die muslimische Gemeinschaft in die Irre führen würden, da sie den Jihad gegen ebendiese als illegitim bezeichnen würden.

Zum Schluss wird noch die muslimische Gemeinschaft direkt angesprochen und zwar warum sie, bei den Greueltaten, die gegen ihre Geschwister verübt werden ruhig sein könnten. Schließlich müssten sie sich ja loyal ihnen gegenüber verhalten und somit zur Hilfe kommen. Womit Abu Zubair Adel b. Abdullah al-Abba wohl ganz klar meint das man den Mujahideen anschließen sollte und in den Jihad zieht.


 

 

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