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Abu Talha al-Almani – “Ghurabah (die Fremden)” – Nasheed

Letze Woche ist auf den diversen YouTube Kanälen, die mit den Gruppierung Salafimedia und Millatu Ibrahim assoziiert sind, ein neues Nasheed von Abu Talha al-Almani (ehemals Deso Dogg bzw. Abou Maleeq) veröffenlicht worden. Es ist eine deutsche Umdichtung des in jihadistischen Kreisen sehr beliebten Nasheeds “Ghurabah” (die Fremden), dieses auf arabisch verfasste Nasheed kann durch aus als eine Art Evergreen betrachtet werden.

In diesem mittlerweile bereits traditionellem Nasheed weren die Muslime als eine Avantgarde dargestellt. Gerade im Kontext der im Westen Lebenden radikalen Muslime, die mit den Inhalten solcher Texte sympathisieren, verdeutlicht der Text, dass sie nicht ein Teil unserer Gesellschaft werden sollten, sondern stolz sein könnten sich in unserer westlichen Gesellschaft eben fremd zu fühlen. Das Gefühl der Fremdheit wird somit im Gedankengut der radikalen Muslime zur Gewissheit sich auf dem “Richtigen Weg” zu befinden.

Bevor ich mich der Umdichtung von Abu Talha al-Almani widme, möchte zum Vergleich die Übersetzung einiger Passagen der arabischen original Nasheeds anführen.

“Ghuraba (die Fremden) 4x

Ghuraba (die Fremden) 4x

Die Fremden beugen ihre Stirn niemandem außerGott (Allah)

Die Fremden haben dies zum Lebensmotto gewäht

Wenn du uns fragst, so kümmern wir uns nicht um die Tyrannen

Wir sind die regulären Soldaten Gottes (Allahs), unser Weg ist ein reservierter Weg

[…] Wir werden uns nie um die Ketten kümmern, sondern immer weiter machen

Wir werden uns nie um die Ketten kümmern, sondern immer weiter machen

Also lasst uns den Jihad machen(نجاهد), die Schlacht schlagen(نناضل) und von neuem kämpfen (نقاتل من جديد)

Die Fremden, so sind sie frei in der unterworfenen (wört. versklavten دنيا العبيد) Welt

[…] Wie oft erinnern wir uns an eine Zeit, in der wir frohen Gemutes waren

Das Buch Gottes (Koran)  rezitierten wir morgens und abends

Der Prophet sagte: Der Islam begann als etwas Fremdes und wird als etwas Fremdes zurückkehren, so wie er begann. Reue (Taubah) für die Fremden.”

Die angebliche Aussage des Propheten Muhammad, die am Ende des Nasheeds angeführt wird, soll vermutlich auf die Anfangszeit des Islams hinweisen, zu der Muhammad noch in seiner Heimatstadt Mekka lebte und durch sein öffentliches predigen der neuen Religion vielen Anfeindungen ausgesetzt war. Somit wird durch dieses Nasheed versucht, die Situation, die ein radikaler Muslim bzw. Jihadist in unserer heutigen Gesellschaft erlebt, mit der Lebenserfahrung Muhammads zu vergleichen. Am Ende jedoch konnte Muhammad, nachdem er nach Medina ausgewandert war, triumphierend nach Mekka zurückkehren und die meisten Mekkane nahmen den neuen Glauben, den Islam, an.

Abu Talha al-Almani hat das oben beschriebene Nasheed auf den deutschen Kontext umgedichtet. So geht er zum Beispiel auf in Deutschland in Haft sitzende Gefangene eine, die wegen der Finanzierung terroristischer Vereinigungen oder der Durchführung eines Anschlags verurteilt wurden.

Im folgenden werde ich Passagen des Textes wiedergeben und mit einigen Kommentaren versehen. Zu Beginn weißt Abu Talha darauf hin, dass seiner Meinung nach die islamische Gemeinschaft in Not sei und er geht auf das Thema muslimischer Gefangener ein, die wegen Terrorismus verdacht in Haft sind. Dieses Thema beschäftigt ihn schon länger und er ist der Meinung, dass sie dafür nicht verurteilt werden können, da sie nur ihre Religion praktizieren würden.

“Ghuraba, wir sind die Fremden, ob lebendig oder tot

Ghuraba, wir sind die Fremden , unsere Ummah ist in Not

In den Zellen sind Gefangene, überall auf dieser Welt

es Sind Jundullahs Söhne und sie werden dort gequält”

Als erstes Beispiel für eine Gefangene, nennt er Aafia Saddiqui. Sie ist eine pakistanische Neurowissenschaftlerin, die im Februar 2010 wegen vermutlichen Mordes an einem US Solaten verurteilt wurde. In jihadistischen Kreisen ist sie sehr bekannt, so existiert ein Video Ayman al-Zawahiris über sie. Zu dem stellt er die rhetorische Frage, was sie machen sollten für die Gefangenen.

“Ghuraba, Aafia Siddiqiui, wir schließen dich in unsere Duwa

Ghuraba, allen Naseer bleibe Standhaft für Allah

In den Zellen sind Gefangene, überall auf dieser Welt

es Sind Jundullahs Gefangne und sie werden dort gequält

Was sollen wir machen? Sollen wir schweigen oder stehen wir für sie auf?

Ghuraba, wir sind die Fremden und wir geben niemals auf”

Im nächsten Abschnitt geht er auf zwei in Deutschland in Haft sitzende Musliminnen ein. Über beide sind auf Abu Talhas Hompage bereits Texte veröffentlicht worden. Aber besonders über Umm Sayfillah al-Ansaraiyyah gibt es dort reichlich Material. Sie ist die Frau eines der so genannten Sauerland Attentäter und sitzt wegen der Finanzierung einer terroristischen Vereinigung in Haft. Auf der Hompage Ansar ul-Aseer und auf YouTube werden in regelmäßigen Abständen Briefe und Statements von ihr veröffentlicht. Nach dem diese vorgelesen wurden nimmt zum Beispiel noch Abu Usama al-Gharib dazu Stellung. Es tauchten in letzter Zeit auch häufiger Gedichte auf YouTube auf, die angeblich von Umm Sayfillah stammen sollen.

“Ghuraba, ya Umm Ubayda bleibe stark, hör’ auf zu weinen

Ghuraba Um Syfillah auch für dich sind wir am weinen

In den Zellen sind Gefangene überall auf dieser Welt

Es Sind Jundullahs Schwestern und sie werden dort gequält

Könnt ihr hören wie sie dort schreien, oder sind die Herzen tot

Heute sind es die Geschwister, morgen seit ihr schon in Not”

Er geht auch wie schon in seinem letzten Nasheed, dass über die oben genannte Umm Sayfillah handelte (siehe hier: Schwester bleibe Standhaft) auch dieses mal wieder Ari U. ein, der das Attentat am Franfurter Flughafen, bei dem zwei US Solaten starben, im März 2011 verübte. Als letztes geht er auf die “Geschwister”, die die “Zeichnen leugnen” würden. Damit ist die Mehrheit der deutschen Muslime gemeint, die dem jihadistischen Gedankengut nichts anfangen können. Aus Sicht u.a. von Abu Talha sie sie allerdings nur nicht in der Lage den Koran bzw. die religiösen Quellen richtig zu deuten.

“Und versucht es nicht zu verleugnen, denn die Verse sie sind klar

Denn die Gläubigen sind Geschwister, so sagt es doch Allah

Ghuraba 4x

Ghuraba, ya Arid Uka, ya Mujahid mach Duwa

Für uns hier draußen und für unsere Shuhada

Unsere Geschwister leugnen die Wahrheit, doch die Zeichen sie sind klar

Allah verschleierte ihre Augen, darum nennen sie uns die Ghurabah”

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Abu Talha al-Almani (Abu Malik) – “Schwester (Umm Sayfillah al-Ansariyyah) bleibe Standhaft”

Am Freitag ist ein neues Nasheed von Abu Talha al-Almani, den meisten vielleicht noch unter Abu Malik bekannt, auf YouTube veröffentlicht worden. Es trägt den Titel “Schwester bleibe Standhaft”. Wie der Titel bereits vemuten lässt ist es von der Melodie her gleich mit dem Nasheed “Mutter bleibe Standhaft” der Islamischen Bewegung Usbekistans. Der Text wurde zwar von Abu Talha al-Almani an die in Haft sitzende Um Sayfillah al-Ansariyya (Filiz G.) und an andere Muslimische Gefangene angepasst jedoch ist die Grundstruktur des original Textes durchaus noch erkennbar.

Das Thema muslimischer Gefangener Beschäftigt Abu Talha bereits länger. Für ihn sitzen sie zu unrecht im Gefängnis, da sie seiner Meinung nach nur die Pflichten ihrer Religion vollführen würden. So hat er unter anderem letzes Jahr die Hompage “Ansar ul-Aseer” (Helfer der Gefangenen) gegründet. Auf dieser und auf diversen andern Internetseiten war die Haft von Um Sayfillah bereits mehrere Male Thema.

An diesem Nasheed kann man sehr gut sehen, wie die Veröffentlichungen von jihadistischen Gruppen, wie zum Beispiel der IMU, hier in Deutschland von radikalen Salafisten rezipiert werden. Diese Videos, Schriften usw. haben in der Szene auch so einen Bekanntheitsgrad, dass es für die deutschen Gruppierungen wiederum lohnend erscheint sich des bereites existierenden Materials zu bedienen. Man muss bei der Terminologie hier allerdings immer beachten, dass die Begriffe Salafismus und Jihadismus nicht als Synonyme gebraucht werden können. So ist es falsch, wenn der Verfassungschutz Berlin letztes Jahr in einem Bericht über jihadistische Anasheeds schreibt, dass Jugendliche durch diese mit der salafistischen Ideologie indoktriniert würden. Sie werden viel mehr durch Anasheeds, wie die von Abu Talha, mit jihadistischem Gedankengut vertraut gemacht und gewinnen vielleicht auch durch die moderene Aufmachung gewisse Sympathien dafür. In den nächsten Wochen werde ich mich in einem separaten Post mit Anasheeds und der jihadistischen Radikalisierung  beschäftigen.

Noch am selben Abend, an dem das Nasheed bei YouTube eingestellt wurde, erschien eine Version mit englischen Untertiteln. Mittlerweile gibt es auch eine mit Untertiteln auf Urdu. Das passt zu den immer internationaler werdenden Bestrebungen der Gruppe um Abu Talha al-Almani und Abu Usama al-Gharib. So haben sie angekündigt einen YouTube Kanal ihrer Homepage Millat ul-Ibrahim auf Urdu ins Leben zu rufen. Der Trailer für diesen Kanal erschien ebenfalls am Freitag.

In der ersten Strophe des Nasheeds erklärt Abu Talha, dass sie die Lage von Filiz G. zur Kenntnis genommen hätten. Er erkärt unumwunden, dass sie sich im Jahd befinden würden. Gegen wen dieser gerichtet ist, wenn ein Nasheed, von einem in Deutschland lebenden auf deutsch an eine ebenfalls hier im Gefängnis sitzende gerichtet ist, dürfte auf der Hand liegen.

“Schwester bleibe Standhaft, Wir sind im Jihad / Trauer bitte nicht mehr, Denn wir haben dich gehört

Die Umma ist am Schweigen, Doch wir haben dich gehört / Schwester bleibe Standhaft, Denn wir sind im Jihad

Die Umma ist am Schweigen, Doch wir haben dich gehört / Schwester bleibe Standhaft, Denn wir sind im Jihad”

Die nächste Strophe hat in ungefähr den gleichen Tenor. In der dritten Strophe sagt Abu Talha, dass er sich auf den Weg gemacht hätte. Dieses auf den Weg machen, kann, wenn man es etwas plump übertragen will, mit in den Jihad ziehen gleichgestetzt werden –  was auch immer das genau bedeuten mag.

“Mich auf meinen Herrn verlassend, Machte ich mich auf den Weg / Fi-Sabilillah, egal wohin es geht

egal in welche Städte, Der Bundesrepublik / Schwester bleibe Standhaft, Allah verspricht den Sieg

egal in welche Städte, Der Bundesrepublik / Schwester bleibe Standhaft, Allah verspricht den Sieg”

Es folgt eine Beschwerde von Abu Talha, dass von Seite des Deutschen Staates seine Anasheeds und damit einhergehende seine jihadistische Weltanschauung bekämpft wird, wie er es formuliert. Wichtiger ist allerdings, dass er die Bemühung für die Freilassung muslimsicher Gefangener, wie Filiz G. als eine Pflicht darstellt. Über die Erfüllung oder Vernachlässigung dieser Pflicht würden sie am Jüngsten Tag befragt.

“Schwester hörst du nicht, Sie bekämpfen mein Nasheed / Schwester hör die Schreie von Usama al-Gharib

geehrte Schwestern sind gefangen, darüber werden wir befragt / Schwester bleibe Standhaft, Denn wir sind im Jihad

geehrte Schwestern sind gefangen, darüber werden wir befragt / Schwester bleibe Standhaft, Denn wir sind im Jihad”

In der übernächsten Strophe geht er darauf ein, dass ihre Gefangennahme nichts an ihren Zielen und Absichten ändern würde.

“Schwester wenn die uns gefangen nehmen, Dann glaub nicht wir geben Ruh / vielmehr werden wir mehr tun bis zum letzten Atemzug

Wir vertrauen auf Allah, Mit ihm haben wir nie versagt / Auch wenn wir gefangen sind, geht er weiter der Jihad

Wir vertrauen auf Allah, Mit ihm haben wir nie versagt / Auch wenn wir gefangen sind, geht er weiter der Jihad”

In den letzten beiden Strophen geht er auf die avantgardistische Rolle ein, die seiner Meinung nach, seine Gruppe ein nimmt. Denn nur sie würden etwas für die Freilassung von Um Sayfillah al-Ansariyyah tun. Ebenso ist er davon überzeugt, dass die Tawaghit (Götzenanbeter hier wohl der Deutsche Staat) zerstört werden wird. Für Abu Talha ist dies Gott gewollt.

“Schwester sei nicht traurig, Denn wir haben dich gehört / Trauer nicht mehr länger, die Tawaghit werden zerstört

Ob sie wollen oder nicht, Allah versprach uns diesen Sieg / Umm Sayfillah al-Ansariyy, Ja dies ist dein Nasheed

Ob sie wollen oder nicht, Allah versprach uns diesen Sieg / Umm Sayfillah al-Ansariyy, Ja dies ist dein Nasheed

 

Die Umma ist geblendet, Doch wir wurden geehrt / Schwester bleibe Standhaft, kein Ende des Jihads

Die Umma ist geblendet, Doch wir wurden geehrt / Schwester bleibe Standhaft, kein Ende des Jihads”

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf einen Kommentar eingehen, den ich auf einme Blog gefunden habe, auf dem dieses Nasheed gepostet wurde.

” Möge Allah subhenehu ue teale uns ermöglichen die Schwerter bzw. Kalasch[n]ikows auch hier in Europa hoch zu halten. Wir bitten Ihn uns siegreich zu machen und die Flagge des Islam wehen zu lassen.”

Das Zitat drückt glaube ich recht gut die Wirkung solcher Lieder aus, die von den Machern, in diesem Fall Abu Talha al-Almani, gewünscht ist.

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IMU – “Böses Vaterland” – Abu Adam

Titelbild des neuen IMU Videos "Böses Vaterland"Heute ist im AMEF eines neues Video der Islamischen Bewegung Usbekistans erschienen. Es trägt den Titel “Böses Vaterland”. Als Redner tritt mal wieder Abu Adam al-Almani in Erscheinung. Bevor ich mich jedoch dem Video im Detail widme, möchte ich kurz auf die heutige Verurteilung von Arid U., der vor gut einem Jahr ein Attentat auf amerikanische Soldaten am Frankfurter Flughafen verübte (einige Statements jihadistischer Websites fasste ich damals zusammen, siehe hier).

In allen Beiträgen, die ich heute im Laufe des Tages über die Verurteilung gehört oder gelesen habe, wurde immer wieder betont, dass die Radikalisierung von Arid U., das besondere gewesen sei. Er hatte nie eine so genanntes “Terrorcamp” besucht, also auch keinerlei militärische Ausbildung erhalten. Er radikalisierte sich alleine vor seinem PC. Exakt dies erhoffen und beabsichtigen Organisationen wie die IMU mit ihrer Propaganda (siehe hier). In der Literatur wird dieses Phänomen gerne als der einsame Wolf umschrieben. Denn den Organisationen ist bewusst, dass es für sie enorm umständlich, wenn nich unmöglich ist, die Jugendlichen, die sie zum Beispiel in Deutschland, durch ihre Propaganda rekrutieren, nach einer militärischen Ausbildung wieder in ihre Heimatländer zurück zu schicken, um dort einen Anschlag zu verüben, insebesondere nach 9/11 ist diese Taktik erschwert worden.

So hoffen sie, dass sich durch ihre Propaganda einzelne direkt angesprochen fühlen und von sich selbst aus auf die Idee kommen einen Anschlag zu verüben. In diesem Zusammenhang sei zum Beispiel auf das Online-Magazin Inspire hingewiesen, in dem Tipps für den Bombenbau in der heimischen Küche zu finden waren, oder wie man sein Auto zur Mordmaschine umbauen kann. Somit gibt es eine gefährliche Verquikung der unterschiedlichen Inhalte, die man üblicher Weise in jihadistischen Foren findet.

Arid U. soll auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen, direkt vor dem Attentat, das Nasheed “Mutter bleibe Standhaft” gehört haben (siehe hier). Dieses Nasheed ist einem gleichnamigen IMU Video entnommen. Der Autor des oben angegeben FR Artikels macht sich zwar fast lächerlich über den Titel und die Vortragsweise des Nasheeds. allerdings wird meiner Meinung durch solch ein Verhalten, welches leider allzu häufig in den Medien anzutreffen ist, eine Diskussion über die Gefahr jihadistischer Internetpropaganda im Keim erstickt. Wobei ich finde, dass genau darüber diskutiert werden sollte.

Nun wende ich mich aber dem neuen Video der IMU zu. Wie bereits oben erwähnt, trägt es den Titel “Böses Vaterland” und ist eine Art Abrechnung von Abu Adam al-Almani mit Deutschland. Aufgenommen wurde es wohl am 13. Dezember 2011 in Waziristan. Nach anfänglichen Auschnitten aus einer ZDF Doku hält Abu Adam einen Vortrag. Er sitzt in einem Sessel in einer Art Rosengarten und während des gesamten Videos kann man im Hintergrund Kindergeschrei hören. Im Gegensatz zu den meisten vorangegangenen Videos wirkt die Szenerie recht idyllisch – vielleicht sogar etwas gestellt.

Am Anfang des Videos werden aus der ZDF Doku Bilder von diversen jihadistischen Anschlägen gezeigt, so zum Beispiel die von Madrid und London. im Anschlusss daran werden aus derselben Doku Interviews mit deutschen Politikern eingespielt, in denen sie Position zum so genannten “War on Terror” beziehen.

Als Abu Adam vor ca. fünf Jahren noch in Deutschland gelebt habe, hätte kaum einer gewusst welche Rolle Deutschland in eben diesem Krieg gespielt hätte. Selbst einige islamische Gelehrte seien damals der Meinung gewesen, dass man Deutschland nicht als Feindesland und legitimes Angiffsziel betrachten dürfte. Der Fehler dieser Aussauge sei ihm, Abu Adam, mittlerweile allerdings klar geworden und nun wüsste er sehr genau wen er zu den Feinden zählen müsste.

Ein immer wiederkehrendes Motiv im Vortrag von Abu Adam, ist dass des Holocaust. Denn dieser würde seiner Meinung nach noch immer das Denken und die Handlungen der Deutschen bestimmen. So würde auch ein gewisser Teil der Steuern direkt an die Juden fließen, erklärt er.  An einer späteren Stelle behauptet er, die deutsche Politiker und politischen Führungskräfte würden für die Juden arbeit. Für mich sind hier sehr starke Anklänge der von Jihadisten überall gewitterten zionistischen Weltverschwörung alá “die Protokolle der Weisen von Zion”.

Die immer wieder auftauchende Doku des ZDF wird von ihm als ein Beitrag des deutschen Verfassungsschutzes zur Manipulierung der Bevölkerung betrachtet.  Er behauptet zu dem, dass die Deutschen sich als Amerikaner verkleidet an illegalen Verhören beteiligten. Dies hätten ihm Neuankömmlinge erzählt, die auf ihrem Weg nach Waziristan von den pakistanischen Behörden verhaftet wurden und bei deren Verhören Deutsche zugegen gewesen seien.

Das eigentlich Interessante kommt zum Schluss des Videos. Wegen der wirklichen Rolle, die Deutschland im Krieg gegen die islamische Welt eingenommen hätte, die so Abu Adam nichts mit humanitärer Hilfe zu tun hätte, müsste Deutschland mit Anschlägen von Jihadisten rechnen. Zum einen als Rache und als eine Lektion, so sagt er. Er stellt die rhetorische Frage, warum die Muslime in Angst und Schrecken leben sollte, die Deutschen aber nicht.

“Es muss und wird – so Allah will – in Deutschland eine Serie von Anschlägen, auch gegen das Volk geben”

Dieser Satz ist die eigentliche und wirkliche Drohung. Für sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Jihad auch nach Deutschland kommen wird. Selbst der geplante Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan könnte daran nichts mehr ändern und sei kein Grund den Kampf zu beenden.

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IMU – Mutter bleibe standhaft – Abu Ibraheem al-Almani

Heute will ich mich kurz mit einer schon etwas älteren Predigt von Abu Ibraheem al Almani (Yassin Chouka) beschäftigen. Die Predigt trägt den Titel “Mutter bleibe standhaft” und ist im Oktober vergangenen Jahres veröffentlicht worden. Er richtet sie an alle Mütter, deren Söhne, sowie er nach Pakistan ausgewandert sind um sich dort am Jihad zu beteiligen. Am Ende des Videos ist noch ein Nasheed, das ungefähr den selben Inhalt hat und zu dem versucht deutsche Muslime für den Jihad zu begeistern, so dass sie sich aktiv an ihm beteiligen (Hier ist ein interessantes Interview mit Guido Steinberg über deutsche Jihadisten). Bevor ich auf das Video eingehe will ich hier noch den Text des Nasheeds einfügen. Interessant finde ich die Passagen, in denen er von der unerfüllten Pflicht spricht und das er erweckt wurde. Hier kommt meiner Meinung nach sehr gut das avantgardistische Denken einiger jihadistischer Gruppierungen zum Vorschein.

“Mutter bleibe Standhaft ich bin im Jihad
Trauer nicht um mich und wisse er hat mich erweckt

Die Umma ist geblendet doch ich wurde geehrt
Mutter bleibe Standhaft dein Sohn ist im Jihad

Die Schreie wurden lauter die Wunden nahmen zu
Die unerfüllte Pflicht sie ließ mir keine Ruhe

Noch heute muss ich gehen morgen wäre es schon zu spät
Mutter bleibe Standhaft dein Sohn ist im Jihad

Mich auf meinen Herrn verlassend machte ich mich auf den Weg
Fi Sabilillah egal wohin es geht

Egal wie weit die Wüste und egal wie hoch der Berg
Mutter bleibe Standhaft dein Sohn ist im Jihad

Mutter siehst du nicht was geschieht in Filistin
Mutter hörst du nicht die Bomben im Irak

Unsere Geschwister sind gefangen darüber werden wir befragt
Mutter bleibe Standhaft dein Sohn ist im Jihad

Mutter während deine Tränen tropfen fließt das Blut im Shisham
Die Juden und die Christen sind hier in Khorassan

Man beleidigt den Propheten und man tritt auf den Koran
Mutter bleibe Standhaft dein Sohn ist im Jihad

Mutter wenn ich auf dem Schlachtfeld falle, dann glaub nicht ich sei Tod
Vielmehr bin ich lebendig an einem besseren Ort

In einem grünen Vogel fliegend werd ich von meinem Herrn versorgt
Mutter bleibe Standhaft dein Sohn ist im Jihad

Mutter bleibe standhaft ich bin im Jihad
Die Umma ist geblendet doch ich wurde geehrt

Mutter bleibe Standhaft dein Sohn ist im Jihad
Trauer nicht um mich und wisse er hat mich erweckt”

Nun will ich mich aber mit der Predigt von Abu Ibraheem al-Almani auseinandersetzen.

Sie beginnt mit den üblichen religiösen Formeln. Er sagt, dass er diese Predigt allen Müttern widmen würde, deren Söhne sich “auf dem Boden der Ehre und dem Boden der Shuhada'” befinden würde und das er sich im Ribat (Festung, die als Ausgangspunkt für Schlachten dient – im heutigen Sinne vllt ein Terrorcamp) befinde.

Er beschreibt wie sehr er seine Mutter vermisst und das es ihr genau so gehen würde. Er hätte Sehnsucht nach ihr aber er verließ sie weil er sich durch die Nachrichtenbilder von den Toten und Verstümmelten Muslimen in Afghanistan und Irak, veranlasst sah sich den Mujahideen anzuschließen. Er stellt die rhetorische Frage wie er bei solchen Bildern sitzenbleiben könnt. Die Bilder aus Abu Ghraib nennt er auch als einen der Gründe, die ihn dazu gedrängt hätten in den Jihad zu ziehen. Um wie er es sagt, den Muslimen die Freiheit zu bringen. Aber die Umma hätte ihre Aufgabe vergessen, die seiner Meinung nach nicht nur im privaten Glauben liegt sondern den kämpferischen Jihad mit einschließt.

Ein weiterer Grund ist, dass nirgendswo auf der Welt das Gesetz Allahs regieren würde. Sondern was er als viel schlimmer und demütigender empfindet, ist das die Muslime von anderen regiert werden. Die Regime der muslimischen Länder, hätten sich die Feinde des Islams zu Verbündeten genommen und würden mit deren Hilfe das Schlechte gebieten und das Gute verbieten. Innerhalb des Islams aber vor allem der Salafiyya ist das Dogma “das Gute gebieten und das Schlecht verbieten” eines der wichtigsten. Hier geht er auch wieder darauf ein, dass die Muslime nicht merken würden, dass der Westen und die arabischen Regime gegen sie kämpfen würden. Da er aber sich all dessen bewusst ist und der Jihad eine allgemeine Pflicht, müsse er in den Jihad ziehen, denn ansonsten würde er eine Sünde begehen.

Als  nächstes geht er auf das Paradies ein, dass ihn erwarten würde. Dort würde er auch seine Mutter wiedersehen. Das Paradies beschreibt er natürlich in den schönsten und bunten Tönen. Wenn sich seine Mutter Sorgen um ihn machen würde, dann dürfe sie das nur machen ob er ins Paradies komme aber nicht ob es ihm gut gehe oder er am Leben bleibe.

Die Predigt beendet Abu Ibraheem mit einer Geschichte und er bittet seine Mutter, dass sie für ihn bete, denn dies sei die Zeit in der Allah den wahren Islam wieder beleben würde..

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Abu Malik – Nasheed – Wofür wir stehen

Der Anlass für diesen Blogpost ist ein Nasheed von Abu Malik, das vor zweit Tagen im Internet veröffentlicht wurde. Der Nasheed heißt “Wofür wir stehen”.

Alles in allem ist der Text des Nasheeds nicht wirklich tiefgehend oder bringt uns neue Erkenntnisse über die Motive deutscher Jihadisten/Jihhobyisten. Allerdings finde ich die Geschichte Abu Maliks sehr interessant. Bis vor einigen Monaten wirkte er noch unter seinem Pseudonym Deso Dogg als Rapper (hier), mit einem doch durch aus zweifelhaften Ruf. Ende letzten Jahres ließ er aber verlautbaren, dass er seine Musikkarriere an den Nagel hängen wollte und fortan als islamischer Prediger aktiv sein wolle. Seit dem sucht er die Nähe zu einigen deutschen salafistischen Gruppierungen, wie zum Beispiel “Die Wahre Religion”.

Bevor ich mich noch etwas näher mit dem Text des Nasheeds auseinandersetze, möchte ich kurz auf die Biographie von Abu Malik eingehen. Er wurde 1975 in Berlin mit dem bürgerlichen Namen Denis Mamadou Cuspert geboren und wuchs auch dort auf. Als Jugendlicher geriet er auf die schiefe Bahn und saß mehrmals im Gefängnis. Ab 2006 nach einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik bekam er von seinem damaligen Label eine zweite Chance und war so erfolgreich, dass er sich 2007 von ihm trennte um mehr Freheit zu haben.

Der Nasheed “Wofür wir stehen” wurde, wie bereits oben erwähnt, vor zwei Tagen auf einigen deutschsprachigen Internetseiten veröffentlicht. Der Text verherrlicht die Teilnahme am Jihad. Als Vorbild für das eigene Leben wird, wie bei Salafisten durchaus üblich, das Leben des Propheten Muhammads herangezogen. Dies wird als “unser gerade Weg” bezeichnet, der “ins Paradies führen soll”. Ich will einige Passagen aus dem Text unkommentiert zitieren, da ich glaube, dass sie am besten die Glorifizierung des Jihads und den Willen zum Märtyrertod verdeutlichen.

“[…]Allah segne unseren Weg, egal wohin er geht

für Gerechtigkeit ya Allah, unser Blut für Shuhada

Unsere Brüder schreien und fallen, Heiliger Boden wo Bomben fallen

Mein Herz schlägt für Jihad und das bis zum Jüngsten Tag


Wir Kämpfen für den Sieg, versprochen, dass es ihn gibt

egal wohin wir gehen , wird unsere Flagge wehen.

Das höchste Wort Allahs, bis zum letzten Atemzug

La illaha ila Allah Muhammad Rasul Allah


Die Sunna al-Sira, das ist unser Gerade Weg

Der Weg ins Paradies, …. beste Sieg

Das Schwert das niemals ruht, aus Liebe geben wir unser Blut

und wir fürchten nie den Tod, ein Leben an einem besseren Ort

[…]

Auf der Suche nach dem Tod, unsere Geschwister sind in Not

[…]

In der Kommentarfunktion, wurde dann noch über die Zulässigkeit von Anasheeds diskutiert.

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