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IMU – “Gedanken des Mujahids” – Abdul Matin al-Almani

Gestern veröffentlichte die Islamische Bewegung Usbekistans, neben der bereits besprochenen Audiobotschaft, auch ein schriftliches Statement. Dies trägt den Titel “Gedanken des Mujahids” und soll von einem bisher unbekannten Mitglied der IMU verfasst worden sein, Abdul Matin al-Almani. Am Ende des Schreibens ist ein Bild eines verstorbenen Mitglieds der IMU. Dieser ist bisher auch noch nicht in Erscheinung getreten, er soll Abu Bakr heißen und ebenfalls aus Deutschland stammen.

Bei dem Schreiben handelt es sich um einen womöglich fiktiven Gedankengang eines Kämpfer (Mujahid) in den Reihen der IMU. Während einer Kampfhandlung, bei der die Schüsse neben diesem Mujahid einschlagen und Hubschrauber über seinem Kopf kreisen, stellt er sich die Frage warum er Angst empfindet obwohl er sich doch die Shahada (Märtyrertod) gewünscht hätte.

“Die Feinde sind so viele heute. O das war knapp! O nein, dies ist das Geräusch eines Helikopters. Subhan Allah! Weshalb habe ich solch eine Angst. Allahu Akbar, weshalb befinde ich mich gerade in diesem Angstzustand. Was ist los mit mir? Wenn ich Allah nicht hunderte von Malen nach der Shahada gefragt hätte, so würde ich mich jetzt über meine Angst nicht wundern.”

In dieser Situation wäre es so leicht als Märtyrer zu sterben. So müsste er ja nur in die Kugeln rein laufen. Denn hinter den Kugeln würde sich das Paradies befinden, es wäre das selber, dass sich jenseits der Schlacht von Uhud befand. Die Schlacht von Uhud gilt in der islamischen Geschichte als eine Heimsuchung und ein Unglück. Sie fand im Jahr 625 n.Chr. statt. Der Stamm der Quraisch zog von Mekka zusammen mit anderen Stämmen nach Medina. Sie wollten sich für die ein Jahr vorher stattgefundene Badr Schlacht rächen. Bei dieser hatte Muhammad mit seinen Anhängern eine Karawane der Quraish überfallen, worüber es dann zu einem erbitter geführten Scharmützel kam. Bei der Schlacht von Uhud sollen an die 70 Muslime umgekommen sein.

Im weitern Verlauf des Schreibens kommt Abdul Matin zu der Meinung, dass es kein Widerspruch sei Angst zu empfinden und sich gleichzeitig die Shahada zu wünschen. Denn er sieht darin eine Prüfung Gottes und führt als Beweis dafür einen Koranvers an.

“Ja ich vertsehe, es ist eine Prüfung. Eine Prüfung Allahs, Der doch den Tod und das Leben aus diesem Grund erschuf. Ja die Angst ist keine Schande. Sie ist eine Prüfung und die Bestimmung der Natur eines schwach geschaffenen Menschen.

‘Vorgeschrieben ist euch der Kampf, obwohl er euch zuwider ist. Aber vielleicht verabscheut ihr etwas, das gut für euch ist. Und vielleicht liebt ihr etwas, das schlecht für euch ist. Allah weiß, ihr aber wisst nicht.’ (2,216)”

Im folgenden vergleicht er den Märtyrertod noch mit der Hochzeitsnacht, bei der der Bräutigam auch aufgeregt und ängstlich sei, weil er nicht wisse was ihn erwartet. Diese Angst würde sich aber schnell in Wohlgefallen auflösen. Das Motiv der Hochzeit für den Märtyrertod ist in der jihadistischen Literatur durchaus weit verbreitet und wurde auch schon des öfteren von der IMU in ihrer Propaganda genutzt.

Alles in allem ordnet sich dieses Schreiben in die Reihe der vorherigen Statements der IMU ein, in denen Yassin und Mounir Chouka immer versucht haben auch mögliche Probleme und Ängste derer zu verstehen und zu zerstreuen, die sie für ihren Jihad rekrutieren wollen. Somit ist dies ein weiterer Versuch Seitens der IMU ihre möglichen Rekruten dort abzuholen wo sie sind. Vielleicht macht gerade diese Taktik sie erfolgreich, zusammen mit dem Versuch die Leser ihrer Statements an ihrem Leben im Jihad sowie an ihrem Weg in den Jihad, den sie als einen holprigen beschrieben haben, teilhaben zu lassen. Erfolgreich zumindest in dem Sinne, dass sie es schaffen, einige Muslime in Deutschland oder der westlichen Welt (man denke an ihre englische Synchronisation von “Ali the Sniper”) für den Jihad zu begeistern, wodurch jene ihn nicht mehr ablehnen. Ob diese dann vielleicht irgendwann aktiv am Jihad teilnehmen wird noch von vielen anderen Faktoren bestimmt. Es ist aber nicht ausgeschlossen.

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Filed under Islamische Bewegung Usbekistans